Oldenburg - Was am vergangenen Wochenende am Bundesbahnweg entstanden ist, ist wohl weit über die Grenzen von Oldenburg einmalig. Denn egal, ob eine Schlange, die versucht ein mit Geld gefülltes Glas zu öffnen; eine nackte Frau, die im Wasser treibt; oder mehrere dunkelblaue Affen, die mit rot leuchtenden Augen in den Himmel starren – diese Kunstwerke sind nicht nur absolute Hingucker, hinter ihnen verbirgt sich auch immer ein übergeordnetes Thema, das im vergangenen Jahr die Welt bewegt hat.
Malte Neemann aus Oldenburg veranschaulicht mit seinem Werk die zunehmende Technologisierung der Welt, die mit der Corona-Pandemie befeuert worden ist.
Torsten von Reeken
Hier zeigen die Künstler Asek & Erase aus Bulgarien, wie die Inflation (dargestellt durch die Schlange) das Ersparte der Menschen verschlingen will.
Torsten von Reeken
Mit diesem Bild will Amanda Arrou-tea aus Spanien darauf aufmerksam machen, dass es meist Männer sind, die über Frauenrechte wie Schwangerschaftsabbrüche entscheiden, obwohl sie selbst nie schwanger werden.
Torsten von Reeken
Lloyd Salomon aus Leipzig thematisiert mit diesem Werk die russische Invasion in der Ukraine im Februar 2022.
Torsten von Reeken
Kritisiert die Entscheidung des obersten us-amerikanischen Gerichtshofes, die Grundsatzentscheidung in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche (Roe vs. Wade) aus dem Jahr 1973 zu kippen: Das Bild von Jolene Kitsume aus Gent.
Torsten von Reeken
Thema für dieses Bild von Jack Lack aus Groningen ist der IPCC-Report zum menschengemachten Klimawandel.
Torsten von Reeken
Der Künstler Lobster Robin aus Belgien hat als übergeordnetes Thema für sein Bild die Inbetriebnahme des neuen James-Webb-Teleskops gewählt.
Torsten von ReekenMehr als 20 großformatige Kunstwerke sind im Rahmen des Memur-Urban-Art-Festivals entstanden und können jetzt betrachtet werden. „Es ist unglaublich, was von den Künstlerinnen und Künstlern in wenigen Tagen geschaffen worden ist“, sagt die Sprecherin des Festivals, Nele Honig. „Das hätte nicht besser laufen können – das Wetter war super und die Stimmung noch besser.“
Besonders gefreut habe sie, dass Menschen aller Altersgruppen vorbeigekommen seien, um den Entstehungsprozess zu beobachten. „Das zeigt, dass die Aktion insgesamt auf großes Interesse gestoßen ist und nicht nur in der Szene Beachtung findet.“ Die Werke sollen jetzt für mindestens ein Jahr präsent bleiben. „Wenn alles gut läuft, werden wir die Aktion wiederholen. Vielleicht schon im nächsten Jahr“, sagt Honig.
Bis dahin gibt es weiterhin die Möglichkeit, nach vorheriger Absprache, auf der Rückseite der Mauer, der sogenannten „Hall am Pferdemarkt“, zu malen (Kontaktaufnahme über den Instagram-Account: @hall–am–pferdemarkt).
