Oldenburg - Besondere Events und Festivals sind die Veranstaltungen, die in Zukunft vermehrt im Cine k laufen sollen. Den Anfang in diesem Jahr macht das „Kurdische Festival Oldenburg“. Vom 18. bis 21. Januar gibt es ein abwechslungsreiches Programm, angefangen bei Filmvorführungen, über Lesungen und Vorträgen bis hin zu einem musikalischem Abend, an dem auch kurdisches Essen angeboten wird.
„Wir freuen uns, dass wir mit diesem Festival die Möglichkeit haben, kurdische Themen und Lebensrealitäten sichtbar zu machen“, sagt Soniya Alkis, die zusammen mit Beybûn Seker und Helin Basgurboga das Organisationsteam bildet. Ausgerichtet wird die Veranstaltungsreihe von der Initiative „United Against Racism“, der Online-Beratungsstelle für Geflüchtete „pena.ger“ und dem Cine k. Neben den Programmpunkten selbst sollen der Austausch und die Gemeinschaft der Besucher im Vordergrund stehen.
„Dabei spielt es keine Rolle, ob man aus der kurdischen Community kommt oder nicht“, sagt Alkis. Sie wünscht sich vielmehr, dass die Menschen mit kurdischen Themen mehr verbinden, als die zahlreichen und leider oft blutigen Konflikte, in die das Volk ohne eigenen Staat verwickelt ist. Inhaltlich drehen sich die Veranstaltungen deshalb auch um Themen wie die Selbstbestimmung kurdischer Frauen oder die rechtliche Situation von Kurden in verschiedenen Ländern oder die Repressionen, die sie zum Beispiel in der Türkei erleben.
Donnerstag, 18. Januar: Das Festival wird mit der Vorführung des Films „Briefe aus Shengal“ eröffnet. Darin geht es um die vom Islamischen Staat (IS) besetzte Stadt Shingal, die durch kurdische Partisanen befreit worden ist. Der Film, der um 17.30 und um 19.30 Uhr gezeigt wird, erzählt die Geschichte stellvertretend am Beispiel von fünf Kämpfern.
Freitag, 19. Januar: „Natürlich kann man hier nicht leben“ heißt der Roman, aus dem die Autorin Özge Inan ab 18 Uhr lesen wird. Der Text ist eine Geschichte über eine Familie, die nicht aufgibt – eine Geschichte von Freundschaft und Verrat, von Liebe und Wut, deren Dreh- und Angelpunkt der Militärputsch in der Türkei im Jahr 1980 ist.
Samstag, 20. Januar: Einen musikalischen Abend, an dem auch kurdisches Essen angeboten wird, gibt es an diesem Samstag ab 18 Uhr. Gespielt wird laut Ankündigung bezaubernde und lebendige Musik auf dem Saz, einem traditionellen Saiteninstrument – der Eintritt ist frei.
Sonntag, 21. Januar: Am letzten Tag des Festivals gibt es gleich zwei Programmpunkte. Ab 16 Uhr läuft ein Vortrag von Dastan Jasim. Die Politikwissenschaftlerin analysiert darin unter anderem die rechtliche Position von Kurden in den Verfassungen der Staaten Iran, Irak, Syrien und der Türkei – denn in Teilen dieser Länder befindet sich Kurdistan, das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Kurden. Ab 18 Uhr wird der Film „Elaha“ gezeigt, in dem die 22-jährige Deutsch-Kurdin Elaha kurz vor ihrer Hochzeit steht und immer mehr mit den Erwartungen ihres Umfeldes konfrontiert wird, sich selbstermächtigen und die Deutungshoheit über ihren eigenen Körper erlangen will.
