Betrifft:
Polizei holt unschuldigen Fahrgast aus ICE (NWZ vom 25. August 2005)Zum Bedauern muss ich – selbst Zugbegleiter und Prüfdienst im Nahverkehr DB-Regio Nord, Bremen – feststellen, dass es zu dieser Situation gekommen ist. Fakt ist aber die zu bemängelnde fachspezifische Ausbildung einiger Zugbegleiter. Diese erhalten zum Teil nur statt der geforderten Drei-Monatsausbildung lediglich eine Einweisung von max. 14 Tagen (aus Kostengründen). (...) In dem vorliegenden Fall verstehe ich nicht, dass der Kollege nicht den Zugchef hinzugezogen hat (...). Ab IC aufwärts sind im Gegensatz zum Nahverkehr diese Züge mit mehr als zwei Zugbegleitern besetzt.Wir im Nahverkehr fahren Züge allein. Dass es speziell bei Online-Tickets zu Schwierigkeiten kommt, habe ich selbst erlebt; habe aber für mich selbst entschieden (...), den Fahrgast weiterzubefördern oder bei nächster Möglichkeit einen Kollegen zu konsultieren. Andere Möglichkeiten gibt es leider nicht. Ein bisschen Fingerspitzengefühl gehört aber auch dazu. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, er hätte eine Fahrpreisnacherhöhung geschrieben, ohne Geld zu kassieren. Der Fahrgast hätte dann die Möglichkeit am Zielbahnhof den Vorgang prüfen zu lassen. Damit wäre beiden gedient, und es hätte diesen Ärger nicht gegeben. Man sollte das dem Kunden nur richtig erklären.
Michael BickelWilhelmshaven
