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Milzbrand-Sporen am Johann-Justus-Weg: Ein Gespräch über die Gefahrenlage mit Gesundheitsamts-Leiter Dr. Frank Bazoche.
FRAGE:
Herr Dr. Bazoche, es wurden Sporen gefunden. Was bedeutet das?
BAZOCHE
: Sporen sind widerstandsfähige langlebige Formen des Milzbranderregers. In dieser Form kann er Jahrzehnte bis Jahrhunderte im Boden oder in Tierprodukten überdauern. Für eine Ansteckung braucht man jedoch eine hohe Eintragsdosis. Mindestens 8000 bis 50 000 Keime sind dafür erforderlich. Beim EHEC-Bakterium oder Noro-Virusreichen 10 bis 100 Keime für eine Infektion.
FRAGE:
Die Anlage wurde in den 70er Jahren eingeebnet. Wenn in 40 Jahren keine Infektion stattfand, ist die Gefahr dann nicht vorbei?
BAZOCHE
: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Wenn beispielsweise Schachtarbeiten ohne Schutzausrüstung durchgeführt würden, bestände theoretisch eine Gefahr für die Arbeiter, wenn sie genau in dem belasteten Gebiet arbeiten würden. Jedoch nur eine Probe vom gesamten Areal war positiv. Solange man diesen Bereich nicht betritt und dort gräbt, sehe ich dort keine Gefahr.