Oldenburg - Die ersten Versuche sind noch wackelig. Wie nach einer durchzechten Nacht eiere ich mit dem Packster 70 von Riese & Müller über den Parkplatz. Vielleicht hätte ich nicht gleich meine beiden Kinder vorne in der Kiste transportieren sollen, aber sie waren mindestens so gespannt auf mein Experiment wie ich und ließen sich nicht bremsen.

Obwohl beide für ihr Alter (6 und 9) Jahre eher groß geraten sind, passen sie nebeneinander auf die Sitze der 70 Liter fassenden Wanne, die ich nun vor mir herschiebe. Ein drittes Kind soll nach Aufrüstung auch noch Platz haben, heißt es – daran wäre bei meinen beiden nicht zu denken.

Lade ...

Durch das hohe Gewicht (inklusive Fahrrad unterschreiten wir die zulässigen 200 Kilogramm nur knapp) fällt das Geradeausfahren zumindest beim Anfahren ziemlich schwer, zumal beim Packster nur ein Rad unter der Ladefläche angebracht ist. Da ist viel Balancegefühl gefragt. Je schneller ich fahre – der Elektromotor und die stufenlose Enviolo-Nabenschaltung unterstützen dabei – desto sicherer und flüssiger wird mein Fahrstil.

Die Kinder stört das Gewackel nicht, auch Erschütterungen durch Bodenwellen nehmen sie eher belustigt auf. Während der Fahrt sprechen sie mit mir, doch das höre ich gar nicht – sie sitzen einfach zu weit weg. Für Unterhaltungen während der Fahrt ist das Rad nicht gemacht.

Glücklich in der Transport-Box: Henri (links) und Frederick. Bild: Christian Schwarz

Glücklich in der Transport-Box: Henri (links) und Frederick. Bild: Christian Schwarz

Nach einer Weile habe ich mich an die Ausmaße des Fahrrads gewöhnt, während der Fahrt fühlt sich alles fast wie auf einem herkömmlichen Fahrrad an. Wer wie ich schon Erfahrungen mit einem Fahrradanhänger hat, kann zudem einschätzen, wie viel Platz man auf beiden Seiten noch hat, zumal der sperrige Teil beim Lastenrad in Blickrichtung liegt. Das Abbiegen anzuzeigen oder sich an der Nase zu kratzen, gestaltet sich noch schwierig, da es zunächst ratsam ist, beide Hände am Lenker zu behalten. Doch das lerne ich auch noch.

Beim Einparken zu Hause stelle ich schnell fest, dass anfängliche Zweifel unangebracht sind: Das Fahrrad kann ich trotz 2,40 Meter Länge und der einen Meter langen und 60 Zentimeter breiten Kiste angenehm rangieren. Das Vorderrad lässt sich scharf einschlagen und sorgt für einen besonders kleinen Wendekreis.

Ich freue mich auf die nächsten Wochen mit dem Packster und vor allem wackelfreie Fahrt.

Christian Schwarz
Christian Schwarz Online-Redaktion