„Ärzte bleiben auf Impfstoffen sitzen“ titelte die NWZ in ihrer Ausgabe vom 26. Januar. Und so stagniert die Impfquote bei gut 70 Prozent, während die Sieben-Tage-Inzidenzen schwindelerregende Höhen erreichen. Was ist zu tun? Am einfachsten wäre es, wieder auf die Politik zu schimpfen, deren „Aufrufe, sich schnell und zügig impfen zu lassen, nicht immer sinnstiftend“ seien. Auch die Forderung nach „Einzeldosen“ wird die Impfquote nicht erhöhen.
Was aber wirken würde – da bin ich mir sicher – wäre eine massive Impfkampagne der Wirtschaft. Niemand ist so professionell – oder raffiniert – im Anwerben von KundInnen jeglicher Couleur sowie der Produktion von Bedürfnissen, wie deren Werbestragen.
Vor dem Hintergrund von Krisengewinnen der einen und Milliardenzuwendungen in Form von Coronahilfen und Kurzarbeitergeld für andere stünde es Unternehmen gut zu Gesicht, auf ihre Produktwerbung in Funk, Fernsehen und Printmedien verzichten und stattdessen eine massive Impfaufklärungs- und Werbekampagne zu starten. Das würde eine vielfältige Ansprache ergeben und wäre über jeden Verdacht des „Impfterrors“ erhaben. (...)
Man muss gar nicht rätseln, warum viele ihren „Booster“-Termin nicht wahrnehmen. Das System selbst desorientiert die Bevölkerung durch immer neue Richtungswechsel und nicht nachvollziehbare Regeln, denen weder ein wissenschaftlicher noch ein öffentlicher Diskurs voran ging. Beispiel: In dieser Woche gehe ich als Genesener und Geimpfter zum vereinbarten Boostertermin, erfahre dort jedoch, dass meine aktuelle Impfung mir keinen entsprechenden Impfstatus verschafft, weil das RKI seine Regeln plötzlich verändert hat. Das bedeutet: Wer sich in der Woche vorher hat „boostern“ lassen, hat überall bei „2G-plus“-Zugang, ich jedoch nicht, der mutmaßlich als Genesener mit zusätzlichen zwei Impfungen den höchsten Schutz in sich trägt.
Gleichzeitig heißt es, dass auch diese meine neue Impfung nur einen fraglichen Wert hat, weil der Impfstoff nicht speziell auf Omikron abzielt. (...)
