Vielen Dank für den Kommentar, der es endlich klar auf den Punkt bringt: Die Stadt hat den Ball im Feld und niemand sonst. Dass der Verein zu einem neuen Stadion seinen Beitrag leisten muss, das bestreitet auch niemand. Aber hier ist dieselbe Messlatte anzulegen wie bei den Baskets. Wir sind Oberzentrum und wollen das auch sportlich bleiben. Mit Fußball, Basketball und Handball! Da sind zigtausend Anhänger, die das erwarten!
Was bisher an Widerstand da ist, das beruht erkennbar auf persönlichen und geschäftlichen Interessen. Aber genau diese haben auch und gerade für den Profi-Fußball eines Oberzentrums zurückzustehen. 6.000 bis 12.000 Zuschauer pro Heimspiel. Das soll erstmal einer nachmachen. Also Schluss mit dem Gerede. Keine üblichen deutschen zehn bis 20 Jahre für Großbauten. Sondern Ärmel hochkrempeln und loslegen. Dazu braucht man natürlich Rückgrat. Mal sehen bis zur nächsten Wahl, wer das noch hat! Wir Fans werden das aufmerksam beobachten und reagieren.
Auch die Kultureinrichtungen bis hin zum Staatstheater müssen als Messlatte gelten. 200.000 Zuschauer im Staatstheater für viele jährliche Millionen Euro Zuschuss alleine durch die Stadt. Der VfB käme auch auf 150.000 bis 180.000 Zuschauer pro Saison. Also bitte!
Wie viele andere Oldenburgerinnen und Oldenburger freue ich mich sehr, dass der VfB es geschafft hat, in die 3. Liga aufzusteigen und somit in den Profi-Bereich gekommen ist. Leider ist das Umfeld und insbesondere die Stadtverwaltung weit vom Profi-Bereich entfernt. Wer schon mal die Ratssitzungen auf Oeins gesehen hat und sich die Diskussionen anhört, weiß eigentlich, dass ein Profifußball in Oldenburg die Stadt der Öko-Eliten weder gewollt noch erwünscht ist.
Gerade der OB ist gegenüber den Fans nicht ehrlich, der VfB kann sich noch so mühen, er wird nächstes Jahr absteigen, nicht aus sportlichen, sondern aus politischen gewollten Gründen. Ginge es darum, 500 Kilometer Fahrradweg mit acht Metern Breite in Oldenburg zu verbauen, hätte der erste Spatenstich schon längst stattgefunden. Ich würde mir wünschen, wenn der DFB noch weitergeht und es untersagt, dass Profifußballer nach dem Sport „kalt“ duschen müssen, nur weil das Stadion städtisch ist, ein absolutes Armutszeugnis für den Verein und für die Stadt. (...)
Danke, liebe Stadtverwaltung Oldenburg, die Übermorgen-Stadt von vorgestern
Der Kommentar von Thomas Husmann ist völlig aus der Zeit gefallen. Während in Angesicht des bereits weit fortgeschrittenen Klimawandels und der Verknappung von Energie die Bevölkerung zu Sparmaßnahmen auf allen Ebenen aufgefordert wird bis hin zur Netztrennung von Stand-By-Geräten, wenn diese nicht aktiviert sind (was richtig ist!), plädiert der Autor für Oldenburg für einen Stadionneubau nach den Regeln des DFB mit Rasenheizung und Flutlicht auch bei Sonnenschein (!). Diese Rahmenbedingungen des DFB passen nicht mehr in die Zeit, das Hauptinteresse gilt dort offensichtlich allein dem Profit. Hier wäre es angebracht gewesen, diesem Sportverband mal kräftig auf die Füße zu treten. Wann wird man endlich begreifen?
Die Frage in der Überschrift des Kommentars ist meines Erachtens falsch gestellt (3. Liga eine Nummer zu groß für Oldenburg?). In erster Linie hat der VfB auf dem Spielfeld durch gute Leistungen zu entscheiden, ob die 3. Liga für ihn eine Nummer zu groß ist. Dem ständigen Argumentieren von Herrn Husmann für ein neues Stadion kann man auch durch ein wenig Fantasie und Erinnerung begegnen. Was für tolle Zweitligaspiele wurden vor etlichen Jahren im Marschwegstadion gespielt, sogar der Erstligaaufstieg wurde nach meiner Erinnerung nur um „ein Pünktchen“ von der damaligen Mannschaft verpasst. Dieser Verein und das Stadion haben Geschichte geschrieben.
Und man stelle sich vor, wenn die Stadt vor einiger Zeit Flutlicht und Rasenheizung als Investition in künftige Ligatauglichkeit installiert hätte, niemand würde heute die Forderung nach einem neuen Stadion erheben. Der Fußball lebt nicht durch den Bau eines neuen Stadions, sondern durch gute Leistungen, begeisternde Spiele, gute Geschichten und treue Fans. Meine Schlussfolgerung daraus: durch Flutlicht und Rasenheizung das Marschwegstadion auf ein drittligataugliches Niveau zu bringen, anstatt das Fehlen dieser Dinge als Begründung für ein neues Stadion zu nutzen.
Die Stadt hat Aufgaben genug, in denen sie ihr Geld sinnvoller einsetzen kann und muss, anstatt ein neues Stadion zu bauen. Die Zeit des Schöpfens aus dem Vollen ist vorbei, das merken bestimmt viele Menschen in diesen Zeiten.
