Es gibt gute Argumente, die für den Stadionbau sprechen, jedoch auch solche dagegen. Die Entscheidung ist von großer Tragweite, da die Zukunftsperspektive des professionellen Fußballs in Oldenburg auf dem Spiel steht – und damit die Zukunft eines nicht unwesentlichen kulturellen Angebots für die Region.
2022 wurde im Rahmen der Relegation zur 3. Liga das Begeisterungspotential erkennbar: ausverkauftes Haus mit 12.000 verkauften Karten. Seit mehr als 30 Jahren wird der Stadionbau nun diskutiert. Es bietet sich aktuell die Chance, an einem auch aus Sicht der Polizei und hinsichtlich des Verkehrs optimalen Standort zu bauen.
Das Stadion kann auch kulturell bereichern: neben Profifußball entsteht auch die Chance auf weitere Veranstaltungen aus Unterhaltung, Sport und Musik. Möchte Oldenburg als Magnet für Fachkräfte wirken, so muss es ein attraktives Angebot bieten, um im Wettbewerb mit anderen großen Städten zu bestehen. Profifußball und kulturelle Events im Stadion können eine entscheidende Säule der Attraktivität sein.
Es geht also um die Frage, ob sich die Stadt Oldenburg die Chance auf professionellen Fußball als Volkssportart mit größtem Zuschauerinteresse erhalten möchte. Eine Entscheidung gegen den Bau und das einhergehende endgültige Verhindern von professionellem Fußball wirkt sich langfristig nachteilig auf die Attraktivität der Stadt aus und stellt eine nicht korrigierbare verpasste Chance dar. Das Stadion muss kommen!
(...) Das im Finanzausschuss vorgestellte Nutzungskonzept auch in der folgenden Aussprache eine reine Aneinanderreihung von finanziellen Hoffnungen und Wünschen. Nicht eine einzige Zahl zu den Finanzen, die über das 1. Jahr hinaus Gültigkeit und Bestand hat. Auf eine solche Plattform aus nicht mehr als unbesicherten Erwartungen des Rats und der Finanzdezernentin Frau Figura eine 34 Mio+ Schuld für die Stadt aufzusatteln ist finanzielles Rodeo. Die so emsig beschworene Mehrfachnutzung auch durch andere offenbart beim Hinsehen erneut ca. 2/3 Mieter mit VfB Fußball 1. Mannschaft Anbindung. Fällt also der Fußball als Attraktionspunkt 1. Mannschaft weg, sind auch fast alle Einnahmen weg, das Stadion eine Investitionsleiche. Gruß aus Chemnitz!
Ich frage mich, wie Ratsmitglieder solch ein Zocken mit Steuergeld tatsächlich mit ihrem Gewissen vereinbaren.
Wenn man nicht schon erstaunt war, als der Rat der Stadt Oldenburg beschloss, mehr als 800.000 Euro für die Vorplanungen eines neuen Stadions zu genehmigen, kommt man aus dem Staunen über das in diesem Artikel vorgelegte „Konzept“ nicht mehr heraus.
Da ist zunächst schon einmal die Rede davon, dass dieses Objekt, nach Fertigstellung, einen jährlichen Zuschussbedarf von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro haben soll. Mal abgesehen von den horrenden Baukosten. Also jetzt schon in der Planung ein Minusgeschäft, dessen Höhe mit Sicherheit nicht die spätere Wirklichkeit abbildet. Aller Erfahrung nach wird er höher liegen.
Wenn man sich dann anschaut, welche Luftblasen von Konzerten bis Vermietung der Logen und Business Clubs hier aufgeführt werden, kann es einem schon die Sprache verschlagen. (...)
Insgesamt betrachtet ein Objekt, das für Oldenburg sicher eine Nummer zu sehr in Richtung Großmannssucht zeigt.
Der Rat der Stadt Oldenburg wäre sicher gut beraten, sich um eine solide Haushaltsführung und konsolidierte Finanzen sowie die anstehenden Probleme wie kaputte Straßen, marode Schulen und die Situation in der schwächelnden Fußgängerzone zu kümmern. Zumal in den Zeiten die erkennbar auf uns zukommen.
Wenn dieses Stadion fertig sein würde, sind wahrscheinlich alle Ratsmitglieder, die diesen Wahnsinn jetzt mit beschließen, nicht mehr im Rat. Die zukünftigen Ratsmitglieder dürften dann die Suppe auslöffeln. Ganz zu schweigen vom Steuerzahler der sich heute schon gut überlegen sollte, für wen er in Zukunft noch seine Stimme abgeben will.
Die Berichterstattungen in der NWZ über das Nutzungs- und Betriebskonzept des Stadion-Neubaus und die Vorstellung im Finanzausschuss (...) machen mehr als nachdenklich. Im Konzept heißt es, dass der Stadion-Neubau eine geringe wirtschaftliche Attraktivität hat. Und die Stadt Oldenburg geht schon jetzt von einem jährlichen Zuschuss von 1,5 - 2,5 Millionen Euro aus, ohne das bisher Risiken bewertet wurden.
So sehr man den Wunsch der Fußballfans auch nachvollziehen kann, so sehr sind auch die Rahmenbedingungen im Haushalt der Stadt Oldenburg mit den zukünftigen Herausforderungen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Klimaschutz etc. zu berücksichtigen. Beide Seiten, Befürworter und Gegner, haben aus ihrer jeweiligen Sicht gute Gründe und stehen sich offensichtlich unversöhnlich gegenüber. Doch ein Blick in unsere Landesverfassung führt zu einer Lösung: Das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz sieht für solche Fälle in § 35 ausdrücklich eine Einwohnerbefragung vor.
Zum Zeitpunkt der vergangenen Kommunalwahl stand der Neubau eines Fußballstadions noch nicht auf der Agenda. Vor diesem Hintergrund ist es jetzt geboten, diejenigen zu befragen, die die Millionen-Zuschüsse der Stadt in den nächsten Jahrzehnten durch ihre Steuerzahlungen finanzieren: die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oldenburg. Dieses Votum könnte dann in die Beratungen des Stadtrates einfließen. Und über diesen Weg würde eine Möglichkeit gefunden, den Zwist zwischen Befürwortern und Gegnern zu befrieden. So funktioniert Fair Play gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt.
„Ein privatwirtschaftlicher Betrieb ist laut Konzept aufgrund der geringen wirtschaftlichen Attraktivität und des extrem limitierten Interessentenkreises nahezu ausgeschlossen“. Dieser Satz aus dem Artikel sagt eigentlich alles.
Als verantwortlicher Entscheider im Rat der Stadt sollte man daran denken, wenn man die anvertrauten Steuergelder für dieses Projekt ausgibt. Es wird sehr wahrscheinlich an anderer Stelle fehlen. Welche Prioritäten für das Gemeinwesen gesetzt werden, sollte offen und möglichst rational diskutiert werden.
Was gehört zu den wichtigsten Aufgaben angesichts der vielfältigen Herausforderungen? Zählt die Förderung des bezahlten Fußballs in diesem Ausmaß dazu?
Oldenburg ist eine von nicht allzu vielen Städten in Niedersachsen mit einer positiven Entwicklung hinsichtlich der Einwohnerzahl, der Wirtschaftskraft, generell gesprochen, der Attraktivität.
Da wird man doch die große Chance nicht verpassen wollen, im Bereich zwischen dem Bahnhof/Busbahnhof und der Weser-Ems-Halle den Bereich, in dem Sport- und Veranstaltungsstätten konzentriert beieinander liegen, mit dem Bau eines modernen Stadions zu komplettieren.
Oldenburg hat bisher kein für zeitgemäße Ansprüche taugliches und zukunftsfähiges Stadion, ein echter Wettbewerbsnachteil etwa gegenüber Städten wie Wilhelmshaven, Osnabrück oder sogar Meppen.
Aus diversen baurechtlichen, faktischen sowie verkehrs- und sicherheitstechnischen Gründen ist es zudem nicht möglich, das aus den 1950er Jahren stammende Marschwegstadion so zu modernisieren, dass es als Alternative für einen Neubau infrage kommt.
All das ist längst hinlänglich bekannt und nachgewiesen, auch wenn einige „Stadiongegner“ wider besseres Wissen immer noch etwas anderes verkünden.
Oldenburg sollte sich von diesen Leuten nicht vom Weg einer zeitgemäßen Entwicklung abbringen lassen! Selbstverzwergung ist jedenfalls keine Lösung!
OB Krogmann rechnet für das geplante Stadion locker mit jährlichen Betriebskosten für die Stadt von bis zu 2,5 Millionen Euro (wer weiß das jetzt schon?!). Für die hilfebedürftigen Schulkinder aber werden eine Million Euro gestrichen. Die neueste Pisastudie lässt grüßen! Das ist beschämend für Verwaltung und Rat der „Großstadt“” Oldenburg!
