Berichterstattung über einen möglichen Stadionbau in Oldenburg

Ein Hoch auf das Recht auf freie Meinungsäußerung – nur wehe, man ist als Oldenburger offen gegen den neuen Stadionbau. Vielen Dank an Jens Witthus für seinen Mut, seiner eigenen privaten Meinung über eine freie Online-Petition Ausdruck zu verleihen. Leider wurde ihm dies durch das blitzschnelle Verdrehen der Tatsachen über die NWZ zum sofortigen Verhängnis. Wie kann die Überschrift des Artikels in Verbindung mit der beruflichen Tätigkeit eine so irreführende Information an die Leser enthalten. Herr Witthus hat die Petition nach seinen eigenen Aussagen als private Aktion durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, was für einen Shitstorm er in der Zeit nach der Veröffentlichung innerhalb der NWZ-Online-Ausgabe erfahren hat, um dann diese notgedrungen zum weiteren Eigenschutz zu beenden.

Dass die Online-Petition inzwischen unter „Oldenburg braucht kein neues Stadion“ erfolgreich neu aufgesetzt wurde, ist dem Artikel übrigens nicht zu entnehmen. Scheinbar soll das Leserpublikum nur einseitig positiv über einen Stadionbau informiert werden. Liebe NWZ-Redakteure, dies ist alles andere als informativ und muss so nicht sein. Eine ausgewogene Berichterstattung zu diesem wichtigen Thema wäre wesentlich hilfreicher.

Stephan Arndt Oldenburg

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Die NWZ war sehr bemüht, auf das Schließen der Petition des Herrn Witthus hinzuweisen. Im Gleichklang wäre es wünschenswert, wenn auch auf den Wiederaufgriff der Thematik in einer neuen Petition durch Herrn Meyer-Möllhoff hingewiesen würde.

Durch die Petition wird denjenigen eine Plattform geboten, die die Entscheidung für ein neues Fußballstadion infrage stellen. Die vielfältigen, sehr guten Beweggründe gegen einen städtisch finanzierten Stadionneubau für eine Privatfirma (VfB Oldenburg GmbH) zeigen sich in den Kommentaren zur Petition.

Liebe Politker:innen, bitte setzen Sie sich mit diesen auseinander!

Janina Blanke OldenburgAnm. der Redaktion: Über die zweite Petition hat die Redaktion ebenfalls berichtet.

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Herr Witthus, da bleibt ein „Gschmäkle“! Dass die Baskets eine große Halle beanspruchen, ist für Sie okay, aber ein eigenes Stadion darf Oldenburg nicht haben? Wie soll ich das verstehen? Wenn die Entscheidung für ein neues Stadion nicht kommen wird, ist das ein Armutszeugnis für die Stadt Oldenburg und ein Rückschritt ins Paläozoikum.

Ralf Gewald Oldenburg

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Lieber Jens Witthus, wir brauchen viel mehr aufmerksame Bürger, die eine lebenswerte Stadt für die nächsten 30 Jahre im Kopf haben. Im Fokus der Parteien stehen die nächsten Wahlen, unabhängig davon, ob dies eine vernünftige Lösung für die Gesamtgesellschaft ist.

Eine BürgerInnen-Befragung – eben auch mit Frauen – würde mit Sicherheit eine andere Lösung für die Verteilung der vorhandenen und nicht vorhandenen Finanzen ergeben. Wenn es mehr mutige Einzelgänger gebe, die vorausdenken können, müssten Sie Ihren klugen Beitrag nicht zurücknehmen. Hoffen wir, dass eine Befragung der Stadtbevölkerung, die vorrangig betroffen ist, zur Folge hat, ehrgeizige Politiker und Partikularinteressen auszuschließen.

Edith Wesler Oldenburg

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Ich war heute im Stadion. Fast 2500 Menschen ebenfalls. Es hat geregnet. Es war kalt. Es war ungemütlich. Aber der VfB Oldenburg hat gespielt. Das hat gezählt. Ich sah direkt vor mir, wie mein „ostdeutscher“ Sohn mit seinem „westdeutschen“ Kumpel und seinem „kurdischen“ Klassenkameraden Arm in Arm schunkelte. Dann fiel das 1:0. Ich sah direkt neben mir, wie sich Männlein und Weiblein, Kind und Greis in den Armen lagen, egal aus welcher wirtschaftlichen Schicht oder ethnischen Herkunft sie kommen.

Dann denke ich an die Stimmen, die sagen, dass in den heutigen Zeiten andere Projekte als der Stadionneubau Priorität hätten. Dann denke ich an die tief gespaltene Gesellschaft heutzutage, dass unsere Demokratie in Gefahr ist und dass wir Orte der Zusammenkunft schaffen müssen. Und dann sehe ich all die Menschen im Fanblock, die vereint für Verein und Stadt zusammen stehen und für welche Spaltung und Ausgrenzung in diesem Moment überhaupt keine Rolle spielen.

Und dann frage ich mich, wann, wenn nicht jetzt, müssen wir einen Ort der Zusammenkunft schaffen, wo wir all diese spaltenden Elemente hinter uns lassen, wo wir vereint als Gemeinschaft gegen jegliche Art von Hass und Ausgrenzung einstehen.

Und genau deshalb braucht Oldenburg ein neues Stadion. Genau jetzt!

Dr. Tino Teige Oldenburg

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Die drittgrößte Stadt Niedersachsens sollte in meinen Augen die Bedingungen für Profi-Fußball schaffen, was bekanntlich nur durch den Bau eines neuen Stadions möglich ist. Bei einem reinen Fußballstadion würde eine deutlich bessere Atmosphäre entstehen, wodurch die Faszination am Fußball erhöht wird. Die Oldenburger würden sich noch mehr mit dem VfB und der Stadt identifizieren. Dass eine ganze Stadt hinter einem Verein steht, kann man in den umliegenden Städten wie Bremen oder Osnabrück und auch in Meppen sehen. Auch in Oldenburg war letzte Saison in der dritten Liga, aber vor allem in der Vergangenheit z.B. in den 90ern die Euphorie in der Stadt zu spüren. Es gibt ein großes Fanpotential, von dem zurzeit viele lieber nach Bremen oder Hamburg zu den Spielen fahren, um ein „echtes“ Stadionerlebnis geboten zu bekommen, was am Marschweg nicht möglich ist. (...)

Was die finanzielle Belastung des Stadthaushaltes durch die jährlichen Ausgaben für Zinsen und Tilgung des Stadionkredites angeht, sollte hierbei nicht zu kurz gedacht werden. Natürlich wäre ich als Lehrer strikt dagegen, z.B. im Bereich der Bildung zu kürzen, was aber auch meiner Ansicht nach nicht notwendig sein wird: Es würden mehr Menschen auch von außerhalb kommen und dadurch die Kaufkraft in anderen Bereichen erhöhen. Die Stadt bezuschusst ja auch z.B. die Weser-Ems-Halle mit 5,6 Millionen Euro pro Jahr, was damit gerechtfertigt wird, dass durch die Veranstaltungen und Messen zusätzlich Besucher nach Oldenburg kommen, die hier ihr Geld lassen, was dann wieder die städtischen Einnahmen aus Steuern erhöht. Dies wäre beim Profi-Fußball in einem neuen Stadion ebenfalls gegeben. (...)

Helge Adler per Mail

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„Spielregeln außer Kraft gesetzt“ vermutet Thomas Husmann mit Blick auf die Pro- & Contra-Fraktionen zum Stadionbau. Auch der BI Keinstadionbau schiebt er unfairen Umgang unter, obgleich von dort bisher nicht ein unfaires Wort öffentlich wurde. Nicht ein hämischer Kommentar, wenn die VfB Fußball GmbH keine Punkte mitbringen konnte (...). Vermutlich wollte er als Befürworter die pöbelnden VfBer nicht zu schlecht aussehen lassen.

Die aber verballhornen in ihrem Forum die Nachnamen ehrenamtlich Tätiger der BI oder aber ein nicht genehmer Leserbriefschreiber wird zum „Vogel aus Neuenkruge“. Das ist respektlos, auch wenn es die Adressaten nicht erreicht. Der in diesem Forum herrschende Ton ist in der Tat stillos und gewöhnungsbedürftig.

Thomas Husmann vergaß zudem seine eigene Berichterstattung, die gleiches tut. Beim Petitionseröffner Witthus wird sofort vom ‚Pressesprecher der EWE‘ geschrieben, obgleich er nur einer von mehreren dort ist und sein Beruf bei privater Petition keine Rolle spielen darf. Auch bei Polizeiberichten wird aus gutem Grund die Ethnie Verdächtiger häufig nicht genannt, um keine Vorverurteilungen zu befördern. Thomas Husmann tut das aber ganz bewusst und absichtlich.

Und schon sind wir wieder bei den außer Kraft gesetzten Spielregeln, denn der beängstigende Shitstorm danach kam nicht von den Bedenkenträgern des Stadionbaus, sondern aus der Anhängerschaft der Fußball GmbH. Beim zweiten Eröffner der Petition ist es dann wieder Herr Husmann, der sofort Verbindung zur politischen Partei der Grünen herstellen möchte. Und sogar zu dessen Tochter, anstatt wie in seiner Kolumne „Zwischen den Zeilen“ für sich reklamiert, ausgewogen zu berichten. Das würde auch erfordern, der BI Keinstadiobau redaktionellen Raum gleichgewichtig einzuräumen. (...)

Andreas Hohls Neuenkruge

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Als ausgewiesener Stadion-Berichterstatter der NWZ, weiß Herr Husmann bestimmt, dass sich beim Fußball immer zwei Mannschaften auf dem Rasen treffen. Und jetzt stellen wir uns mal vor, dass der Reporter seine Spielberichte nur auf das Heimteam konzentriert, über die Vorzüge, die Überlegenheit und die verdiente Tabellenspitze seiner Lieblingsmannschaft schreibt und die andere Elf fortlaufend ignoriert. Noch nie vorgekommen? Im Sportteil nicht. Aber im Lokalteil der NWZ seit mehr als einem Jahr. Trotz dieser verflixten Regel, die schon dem Praktikanten mitgegeben wird und das Redakteursleben so anstrengend macht: Immer auch die Gegenseite hören. In seinem Fall: Nicht nur flüchtig auf die Homepage der BI Kein Stadionbau gucken. Telefonieren? Mailen? Treffen? Mit der Bitte um Stellungnahme? (...)

Christina Gerlach Oldenburg