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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Der Busverkehr wird fast verdoppelt

20.08.2019

Ammerland /Oldenburg Busfahrpläne auf dem Lande sind meist eine übersichtliche Angelegenheit. Da fahren morgens zu Schulzeiten zwei, drei Wagen und nachmittags wieder zwei, drei zurück. Im Ammerland war die ÖPNV-Anbindung zwar bisher schon deutlich besser als in den meisten anderen ländlichen Regionen. Nun aber werden Oldenburg und das Umland in einem Pilotprojekt vernetzt.

Am Montag wurden im Rathaus in Wiefelstede die Verträge unterschrieben für das zweijährige Pilotprojekt. Zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember sollen dann die neuen Busse rollen. 1,67 Millionen zusätzliche Buskilometer werden auf die Straße gebracht, hat der ZVBN (Zweckverband Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen) ausgerechnet. VWG-Prokurist Morell Predoehl hofft auf eine Million zusätzliche Fahrgäste pro Jahr.

Ein Auslöser für das Pilotprojekt war die Dieselkrise und die Grenzwert-Überschreitungen in Oldenburg, räumte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ein. „Wir haben täglich 40 000 Einpendler, sehr viele davon aus dem Ammerland“, so der OB.“ Das verdichtete Netz ist ein deutliches Signal für den Klimaschutz“, betonte Landrat Jörg Bensberg.

Finanziert wird die Ausweitung des Busnetzes rund zur Hälfte vom ZVBN, den Rest übernehmen zu etwa jeweils einem Drittel die vier Ammerland-Gemeinden Rastede, Bad Zwischenahn, Wiefelstede und Edewecht, die Stadt Oldenburg sowie der Landkreis.

Zum Teil wird das Angebot an Fahrten verdoppelt, wie etwa auf der Linie 330 (Wiefelstede – Oldenburg). Hier steigt die Zahl der Fahrten von 17 auf 36 (werktäglich). Auf anderen Linien sieht es ähnlich aus. Hier die Übersicht:

Richtung Wiefelstede

Nach Wiefelstede und zurück soll es künftig zwischen Oldenburg-Drielake und Wiefelstede im 30-Minuten-Takt mit stündlicher Verlängerung nach Conneforde gehen. Hierbei erfolgt eine Integration der Regionallinie 330, die meist im 60-Minuten-Takt zwischen Conneforde und dem ZOB unterwegs ist. Ebenso integriert werden die Linien 307 (Drielake – ZOB Oldenburg) und 329 (ZOB – Heidkamp). Macht unterm Strich ein Plus von 436 600 Kilometern.

Richtung Rastede

Die Linie 340 verdoppelt das bisher stündliche Angebot zwischen Rastede und Oldenburg. Integriert werden die Linien 316 (Blankenburg) und 317 (Ikea). Vom Bahnhof Rastede werden die Busse jeweils stündlich weiter nach Jaderberg und nach Wiefelstede verlängert. Damit erhalten auch zahlreiche Wohngebiete in Rastede umsteigefreie, vertaktete Angebote nach Oldenburg. Für die Stadt Oldenburg ergibt sich erstmalig eine attraktive Anbindung des nördlichen Bereichs der Wilhelmshavener Heerstraße mit den dortigen Gewerbegebieten. Dort soll es künftig durchgehende Angebote auch im Abend- und Wochenendverkehr geben. So wird die Linie 340 rund 538 800 Kilometer mehr schaffen.

Richtung Zwischenahn

 Bisher fährt die Linie 350 wochentags stündlich, am Wochenende nur alle zwei Stunden. Diese Linie soll künftig im 30-Minuten-Takt zwischen Oldenburg und Bad Zwischenahn verkehren – mit stündlicher Verlängerung nach Westerstede.

Die 350 wird heute durch die Firma Gerdes im Rahmen des Linienbündels Ammerland-West erbracht. Die Linie 350 soll künftig dann gemeinsam von der Firma Gerdes und der VWG erbracht werden. Dabei wird das stündliche Angebot von Westerstede über Bad Zwischenahn nach Oldenburg komplett von der Firma Gerdes gefahren. Die halbstündige Verdichtung des Taktes ab Bad Zwischenahn wird von der VWG durchgeführt. Auch hier werden somit mehr Kilometer per Bus zurückgelegt, insgesamt 385 500.

Nach Friedrichsfehn

Heute verkehrt die Linie 329 in ihrem westlichen Abschnitt im 15-Minuten-Takt bis zur Haltestelle „Bloherfelde“. In Richtung Petersfehn besteht tagsüber ein 30-Minuten-Takt. Der Bereich Wildenloh und Eschenplatz wird stündlich angebunden.

Hier sehen die Planungen neben einer Verdichtung auf einen Zehn-Minuten-Takt im Stadtgebiet die Verlängerung der Linienäste von Oldenburg über Petersfehn nach Friedrichsfehn (über die Brüderstraße) bzw. von Oldenburg über Wildenloh nach Friedrichsfehn mit Anbindung des Siedlungsgebietes am Verbindungsweg vor. Sowohl Petersfehn als auch Friedrichsfehn werden dann halbstündlich bedient. Der Fahrplan der Linie 329 ergänzt somit das Angebot der Linie 380.

Die Linie 380 wird weiterhin auf direktem und schnellem Weg von Friedrichsfehn (Haltestellen: Dorfstraße, Brüderstraße und Roter Steinweg) innerhalb von circa 18 Minuten die Stadtmitte Oldenburgs erreichen. Die 329 startet in Friedrichsfehn an der Schule, schließt das Siedlungsgebiet am Verbindungsweg erstmalig an und schafft eine Verbindung zum Stadtteil Bloherfelde, bevor die Linie am ZOB endet. Mit ca. 34 Minuten ist die Fahrtzeit deutlich länger, übernimmt aber die Feinerschließung der Siedlungsgebiete.

Fahrpreise

Ein Erwachsenenticket kostet im Verkehr über die Kreisgrenze 4,75 Euro. Bei einer Viererkarte reduziert sich der Preis auf 4,10 Euro. Hiermit will man vor allem Tagesbesucher in Richtung Oldenburg erreichen. Für Berufspendler gibt es Monats- und Job-Tickets.


     www.vbn.de sowie unter der servicehotline 0441/93 66-800 
Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
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