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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Auf dem zweiten Bildungsweg zum Profi

01.12.2016

Oldenburg Vier Jahre Studium, nebenbei in der Uni-Mannschaft um die Landesmeisterschaft spielen, und am Ende winkt ein Vertrag bei einem Profi-Club: Während viele Fußballer hierzulande erst nach der Karriere einen zweiten Bildungsweg einschlagen, gibt es in den USA die Möglichkeit, beides zu kombinieren. Und deutsche Nachwuchskicker stehen bei US-Colleges hoch im Kurs. „Die Nachfrage ist riesig“, weiß Tobias Benner. Der 23-Jährige hat gemeinsam mit Placido Quathamer in Oldenburg die Firma „Peak Scholars“ gegründet. Ihre Geschäftsidee: Amateurfußballern Stipendien an Colleges in den Vereinigten Staaten vermitteln. Ihre Zielgruppe: Kicker im Alter von 16 bis 21 Jahren, die mindestens auf Bezirksliga-Niveau spielen und auf ein (Fach-)Abitur zusteuern. „Wir sind der einzige Anbieter in Norddeutschland“, sagt Tobias Benner.

Er hat selbst in den Jahren 2014 und 2015 ein Fußballstipendium in den USA absolviert und in Dallas (Texas) Business Administration (sprich BWL) studiert, ehe eine schwerwiegende Knieverletzung seine Karriere stoppte. „Es war die aufregendste Zeit meines Lebens. Es ist nicht nur der Fußball gewesen, der mich dort so begeistert hat. Die Art zu leben, die dort geschlossenen Freundschaften und die Städte, die ich bereisen durfte, werde ich nie vergessen!“, berichtet der 23-Jährige begeistert.

Profi-Leben am College

Der gebürtige Frankfurter ist in Hamburg aufgewachsen und lebt mittlerweile in Oldenburg. Zehn Jahre lang hatte er in der Jugend beim Hamburger SV gespielt, bevor er über Henstedt-Ulzburg zum Heider SV in die Schleswig-Holstein-Liga gewechselt war. Mit seinem Kompagnon Placido Quathamer (25) verbindet Benner die Leidenschaft für Fußball. Quathamer spielt ebenfalls seit seiner Kindheit Vereinsfußball. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, bis er 2014 das Unternehmen seiner Familie, ein Restaurant auf der Nordseeinsel Wangerooge, übernahm und seitdem führt.

Vorspielen am 10. Dezember – „Highlight“-Video für Bewerber

Einen Assessment-Day zur Auswahl von Stipendiaten bietet „Peak Scholars“ am Sonnabend, 10. Dezember, ab 13 Uhr beim VfB Oldenburg auf dem Kunstrasenplatz an der Maastrichter Straße an. Interessierte Kicker können sich bei Tobias Benner unter Tel. 30412703 oder per E-Mail an t.benner@peak-scholars.com melden. Auch Eltern sind eingeladen.

Mit zwei Kameras soll die Einheit gefilmt werden. Für jeden Teilnehmer wird ein „Highlight-Video“ für die College-Bewerbung erstellt.

Eine Chanceneinschätzung können Interessierte schon vorab vornehmen lassen unter

www.peak-scholars.com

Beide sind vom amerikanischen System, das Leistungssport und Bildung verbindet, fasziniert. „Das bietet einzigartige Möglichkeiten“, schwärmt Benner. „Das Leben an einem College kommt dem eines Profis sehr nahe. Tägliches Training, Sportanlagen und Kabinen, bei denen Nachwuchsleistungszentren in Deutschland teilweise das Nachsehen hätten, und ein Team, das mehrere Coaches, Physiotherapeuten, Fitnesstrainer, Ernährungsberater und Analytiker umfasst, sind keine Ausnahme.“ Gespielt wird in unterschiedlichen „Divisions“. In der stärksten Leistungsklasse, der „Division 1“, werde in der Regel vor bis zu 2000 Zuschauern um den Sieg gekämpft.

Die Colleges finanzieren Unterkunft, Verpflegung und Studium ihrer „Transfers“ – rund 60 000 Dollar fallen dafür laut Benner in den vier Jahren an. Den Coaches, so berichtet Benner, stehe ein bestimmtes Budget zur Verfügung. Zu mehreren Trainern hat er Kontakt. Benner ist es wichtig, dass die Verhandlungen aber ein „Native Speaker“ führt, daher arbeitet er mit dem Engländer Jack Purdie zusammen – ein Kommilitone und „Roomie“ aus gemeinsamen Dallas-Zeiten. Ihre Tätigkeit lässt sich die Firma „Peak Scholars“, was so viel heißt wie „Spitzen-Stipendium“, von den Stipendiaten in spe mit 500 Euro bezahlen, die vorab zu leisten sind. Bei erfolgreicher Vermittlung an ein College fallen weitere 2000 Euro an. „In unserem Paket ist auch eine Krankenversicherung enthalten.“ Benner, der seinerzeit von einer irischen Agentur gecastet worden war, will es besser machen als seine damaligen Berater – die hatten die Kosten für eine medizinische Versorgung nämlich ihrem Klienten überlassen.

Bachelor als Plan B

Um Stipendiaten – der Abi-Noten-Schnitt sollte wenigsten bei 3,0 liegen – fürs Leben in Übersee fit zu machen, arbeiten Benner und Quathamer mit der Oldenburger Partnerschule „Academy of English“ zusammen.

Der Weg, durch ein Fußballstipendium an einem US-College zu spielen, eröffne die Möglichkeit, anschließend eine Profikarriere zu starten. Clubs der Major Soccer League, der höchsten nordamerikanischen Profiliga, sichten den College-Nachwuchs beim „Draft“ jeweils zu Saisonbeginn, meist im Januar. Bekommen Spieler kein Angebot, bleibe ein angesehener akademischer Studienabschluss. „Als Plan B ist das nicht schlecht“, findet Tobias Benner.

Stephan Onnen
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

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