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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Basketballer setzt zum Sprung an

24.09.2014

Oldenburg Basketball und Oldenburg: Spätestens seit dem Engagement von Ernst Futterlieb, Vorkämpfer für den Basketball in Oldenburg und ehemaliger Studienrat des AGO Anfang der 50er-Jahre, stehen diese beiden Begriffe für Aufschwung. Futterlieb sorgte dafür, dass in Oldenburg eine Basketballkultur mit Freiplätzen und Basketballabteilungen auf Vereinsebene (siehe OTB) entstehen konnte.

Eine Bestandsaufnahme

Doch was ist heute davon noch übrig geblieben? Sebastian Strzelecki versucht eine Bestandsaufnahme. Der 37-Jährige erstellt einen digitalen Stadtplan, um Basketballplätze und die Basketballkultur in Oldenburg insgesamt zu erfassen. Nicht nur online, auch auf den Freiplätzen ist der Kreativdirektor einer Softwarefirma aktiv.

Die Suche gestaltet sich schwierig für den Südoldenburger. Um die Basketballfreiplätze sei es derzeit „verhältnismäßig schlecht“ bestellt. Oft stoße man auf Hindernisse oder Qualitätsmängel, klagt der Hobby-Basketballer.

Er beobachtet, dass Körbe in der Nähe von Glasscheiben angebracht werden, dass Spielfelder als Parkplätze mitgenutzt werden und Korbanlagen zum Teil schlicht zu klein sind. Besonders die schlechten Korbbretter seien ein Ärgernis. Die Bälle würden „wild und unberechenbar abspringen“. Auch Spielfelder mit Wurflinien, einer Umzäunung oder haltbaren Netzen suche man in Oldenburg meist vergebens.

Für bedauerlich hält Strzelecki zudem die Entwicklung am Standort Haarentor der Universität. Der dortige hervorragende Freiplatz mit Netzen, Linien und Sportbodenbelag habe dem Studierendenservicecenter, das kürzlich errichtet wurde, weichen müssen. Die verbleibende Fläche werde aber weiterhin für eine Sportanlage genutzt, beschwichtigt die Pressestelle der Universität. Über die zukünftige Nutzung dieser werde der Hochschulsport noch dieses Jahr abstimmen.

All diese Probleme haben Strzelecki dazu gebracht, sich eine eigene Korbanlage auf seine Garagenauffahrt zu stellen. Die Idee haben viele seiner Nachbarn aufgegriffen und zumindest im privaten Umfeld Möglichkeiten geschaffen.

Dass es auch im öffentlichen Raum anders gehe, beweise ein Blick zurück, meint Strzelecki. Noch in den 90ern sei es besser bestellt gewesen um die Freiplätze, blickt der Uroldenburger zurück. Sogar an ein Streetball-Event am Pferdemarkt kann er sich erinnern. Damals habe der Basketball noch eine „höhere Wertschätzung“ genossen. Plätze hätten Korbnetze und bessere Korbbretter gehabt. Auch Vandalismus sei früher kein Thema gewesen. Heutzutage werde Basketball „als Nischensport wahrgenommen“ – und zwar fälschlicherweise, wie Strzelecki findet. Gerade der Aufschwung der EWE Baskets müsse ein Aufschwung für die Sportart sein.

Auch Vereine gefordert

Deswegen seien nun alle Beteiligten gefordert: nicht nur die Stadt, sondern vor allem auch die Vereine. Sie müssten Programme für bessere Freiplätze entwickeln. Strzelecki, der viel in der Welt herum gekommen ist, schlägt das „Big Brother Programm“, das aus den USA kommt, vor. Hier ist ein ehrenamtlicher Helfer verantwortlich für Überwachung und Zustand des Feldes. So gebe es immer einen Ansprechpartner und mehr Respekt vor den Plätzen, was besonders die Vandalismusgefahr einschränke. Freiflächen gebe es genug, zum Beispiel das Gelände der EWE Baskets an der Maastrichter Straße oder den Fliegerhorst. Zumindest bei der zweitgenannten Fläche kann Denise Hollas vom Pressebüro der Stadt Hoffnung machen. Hier sei im Rahmen des Projekts „Shelter 13“ der Bau einer Sportfläche geplant. Basketball spiele in dieser Hinsicht „eine wichtige Rolle“. Bis derartige Projekte verwirklicht werden können, bedürfe es Geduld und Engagement, vor allem von Seiten der Basketballbegeisterten in der Stadt, sagt Strzelecki. Er hat in seinem Blog eine digitale Übersichtskarte mitsamt Zustandsbeschreibung von bestehenden freien Korbanlagen in der Stadt erstellt. Er würde sich freuen, wenn diese mithilfe anderer Aktiver vervollständigt werden könnte. Vielleicht kann so mit dafür gesorgt werden, dass die Basketballkultur wieder so lebhaft wird, wie zu Zeiten von Futterlieb.


Infos unter   www.strzelecki.de 

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