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Bedingungslose Fan-Liebe spielt Hauptrolle

20.04.2016

Oldenburg Als Olaf Gurk als Neunjähriger zum ersten Mal die Treppen des Fußballstadions am Donnerschwee hinabstieg und den VfB Oldenburg spielen sah, war es um ihn geschehen. „Dieses Gefühl, wenn sich die Zuschauer dicht am Spielfeldrand drängten und ihre Mannschaft nach vorne peitschten, war unbeschreiblich. Hier standen die Fans buchstäblich wie eine Wand hinter ihrer Mannschaft“, erinnert sich der 39-Jährige an die enorme Geräuschkulisse im „Hexenkessel“, die so manchen Gegner einknicken ließ. Seit der Rückrunde der Saison 1986/87 ist bei Gurk das „Feuer für den VfB entfacht“. Diese Leidenschaft ist auch nicht erloschen, als der Verein seine Heimstätte 1991 in höchster finanzieller Not verkaufen musste und zwischen den Jahren 2004 und 2012 sogar in die Fünftklassigkeit abstürzte.

Höhen und Tiefen

Doch gerade in dieser Zeit schloss sich Gurk der aktiven Fan-Szene an: „Ich wollte meinen Verein nicht im Stich lassen.“ Auch Jan Krieger (30), der während der Zweitliga-Saison 1996/97 zum Anhänger der Blauen wurde, hielt in schlechten Zeiten zu seinem Lieblingsverein: „Ich fand es cool, einen Underdog zu supporten.“ Der 1992 beinahe in die Erste Liga aufgestiegene und Ende der 1990er-Jahre nur knapp der Insolvenz entronnene VfB pendelte stets „zwischen Himmel und Hölle“. Genau das ist auch der Titel eines Filmprojekts, mit dem Olaf Gurk und Jan Krieger zusammen mit ihrer Mitstreiterin Katharina Kunze (34) ihrem Verein „etwas zurückgeben wollen“. Den idealen Partner, um diese Idee zu realiseren, fanden sie im Verein „Werkstattfilm“ mit Filmemacher Farschid Ali Zahedi und Jendrik Punke, dessen Herz ebenfalls für den VfB schlägt. Der Film soll zum 120. Geburtstag des Vereins am 17. Oktober 2017 uraufgeführt und auch auf dem Internationalen Filmfest „11 mm“ in Berlin gezeigt werden.

Der Streifen zeigt Geschichten, die den VfB ausmachen. „Jeder Einzelne hat seine ganz persönliche Verbindung zu diesem Verein, ehemalige Spieler, Trainer, Kontrahenten und vor allem die langjährigen Fans“, erläutert Gurk. Genau diese Geschichten sollen für das Filmprojekt in Interviews eingefangen werden. Vor der Kamera befragt wurde bereits der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft, Uwe Seeler, der zum VfB eine besondere Beziehung hat: Als junger Mittelstürmer schoss das HSV-Urgestein gegen die Oldenburger am 29. August 1954 sein erstes Tor in der Oberliga, die damals die höchste Spielklasse war. Ihn haben die Filmemacher in seiner Stammkneipe in Norderstedt interviewt. Weitere Gesprächspartner sollen Ex-VfB-Torwart Mansur Faqiryar, der nach wie vor großer Sympathieträger ist, Ex-Trainer Joe Zinnbauer und VfB-Ehrenpräsident Klaus Berster sein. Eine Hauptrolle wird den Fans zukommen, die ihren Verein in jeder Situation und Lebenslage von ganzem Herzen unterstützen.

Diese „bedingungslose Liebe zum Verein“ fasziniert auch Farschid Ali Zahedi. Für ihn ist der VfB ein Stück „Oldenburger Geschichte und Teil der Sportkultur“ – von daher bestens geeignet, um vom Verein „Werkstattfilm“ gewürdigt zu werden. Neben der Aufgabe, 120 Jahre Vereinsgeschichte informativ darzustellen, reizt ihn die „emotionale Ebene“: Es gehe darum, zu zeigen, wie der Fußballclub Identität stifte. „Generationen von Oldenburgern haben mit dem VfB geweint und sich mit ihm gefreut.“

Fans finanzieren mit

VfB-Geschäftsführer Philipp Herrnberger sieht in dem Filmprojekt ein „großartiges Geschenk“ zum 120. Vereinsgeburtstag. Um seine hingebungsvollen Fans werde der VfB von vielen Vereinen zurecht beneidet.

Das Filmbudget umfasst 35 000 Euro. Einen Teil davon erhoffen die Initiatoren, durch eine Crowdfunding-Kampagne zu finanzieren. Die Beteiligungspanne reicht von 5 bis 1000 Euro. Wer fünf Euro gibt, wird im Abspann genannt, für 25 Euro kann man sich eine DVD sichern. Für 1000 Euro gibt es eine exklusive Filmvorführung für bis zu 40 Personen im Kinosaal von Werkstattfilm (Wallstraße 24). Dort wird auch weiter rares Film- und Fotomaterial gesammelt.


Mehr Infos unter   www.facebook.com/zwischenhimmelundhoelle 
     www.werkstattfilm.de 
Stephan Onnen Redakteur / Redaktion Oldenburg
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