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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

SPORT: Blinder Junge legt Präsidenten flach

17.11.2009

OLDENBURG Es sollte ein Trostpflaster sein. Peter Frese wollte aber auch seine Position erklären und einen Kompromiss finden. Darum kam der Präsident des Deutschen Judo-Bundes (DJB) am Sonnabend nach Oldenburg und trainierte höchstpersönlich zwei Altersklassen der Judo-Kinder des OTB.

Hauptgrund des Sondertrainings war Michel Behrends. Der Neunjährige ist blind. Er liebt Judo, trainiert mit Begeisterung. Nur bei offiziellen Wettkämpfen durfte er bisher nicht antreten. Das sorgte bei dem Judoka für Unverständnis (NWZ berichtete).

Es gäbe Regeln, die auch eingehalten werden müssten, hieß es bisher. So dürfen sich Judokämpfer vor dem Wettkampf nicht berühren. Blinde Judoka dagegen fassen sich vorher ans Revers, um zu erkennen, wo der Gegner steht.

„Ich wollte einmal in Ruhe mit Michel reden und ihm erklären, warum er nicht an Wettkämpfen teilnehmen kann“, erzählt Peter Frese. „Es gibt nicht viele sehgeschädigte Kinder in Michels Alter. Ein Wettkampf mit einem sehenden Kind ist gefährlich. Es geht darum, Michel vor Verletzungen zu schützen.“

Trainer Axel Schuler hätte Michel wunderbar trainiert. Doch das Training mit vertrauten Vereinskameraden sei eine Sache. Im Wettkampf sei Michel bei einem Angriff von hinten seinem Gegner ausgeliefert. „Da wird von allen Seiten reingerufen, so dass er sich schlecht orientieren kann“, so Frese.

Im Training konnte sich der DJB-Präsident ein Bild von Michels Fähigkeiten machen. „Ich habe einige Partnerübungen mit den Kindern gemacht. Der Junge macht das hervorragend“, sagt er. „Aber manches kann er dann eben doch nicht machen.“

Peter Frese und Axel Schuler wollten nun einen Kompromiss für Michel finden. „Wir wollten ihm eine Teilnahme an Wettkämpfen ermöglichen – und sei es außer Konkurrenz“, so Schuler. Der Kompromiss wurde gefunden: „Vor einem Wettkampf kann Axel Schuler beim Ausrichter anfragen, ob sich einige Teilnehmer in Michels Alters- und Gewichtsklasse findet“, erklärt Frese. „Mit denen könnte er dann kämpfen – nach den Regeln der Sehgeschädigten.“

Michels Mutter, Claudia Behrends, ist noch skeptisch: „Mit dem Kompromiss ist Michel ganz zufrieden. Bleibt aber abzuwarten, ob er auch in die Praxis umgesetzt wird.“

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