• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Feuerteufel von Cloppenburg gefasst?
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 21 Minuten.

Festnahmen Nach Brandstiftungen
Feuerteufel von Cloppenburg gefasst?

NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Blondschopf beendet Bilderbuchkarriere

07.08.2013

Oldenburg „Meine Stimme klingt vielleicht jetzt einigermaßen fröhlich, aber das ist mental nicht einfach zu verarbeiten – das ist brutal bitter“, sagt Sebastian Ferrulli, der eigentlich immer, wenn man ihn auf dem Fußballplatz trifft, ein Lächeln übrig hat – selbst nach einer Niederlage. In Zukunft werden die Fans das Lachen und die Tore des Blondschopfs auf dem Feld nicht mehr zu sehen bekommen. Verletzungsbedingt beendet er mit erst 29 Jahren seine aktive Laufbahn beim VfB.

„Ich habe mir verschiedene Meinungen von Ärzten eingeholt. Das Risiko ist einfach zu groß“, erklärt Ferrulli, der sich nach einer schweren Knieblessur vor 16 Monaten wieder herangekämpft, in diesem Sommer aber gleich am ersten Trainingstag wieder verletzt hatte. „Meine Patellasehne ist aufgrund der Vorgeschichte nicht mehr so dick. Ein Teil ist beim Tritt in eine Kuhle wieder vom Knochen abgerissen“, sagt der Stürmer, der in dieser Saison als Fixpunkt für die U 23 des VfB in der Landesliga eingeplant war.

„Es geht nicht mehr – die Gefahr ist zu groß, dass die Patellasehne wieder ganz reißt – damit hätte ich mein ganzes Leben zu kämpfen“, erläutert der Sympathieträger, der schweren Herzens seine Bilderbuchkarriere im Nordwesten beendet. Seine gesamte Jugendzeit verbrachte er bei Werder Bremen. „Von der Pampersliga bis zu den Amateuren“, verdeutlicht Ferrulli mit einem Schmunzeln.

Am 20. Juni 2003 unterschrieb er seinen ersten Vertrag beim VfB. „Ich konnte das gleich mit einer Ausbildung zum Industriekaufmann bei der EWE kombinieren“, erzählt der Angreifer, der dem Unternehmen bis heute treu geblieben ist.

Am 17. August 2003 erzielte er im zweiten Saisonspiel gegen den Rotenburger SV seinen ersten Treffer in der damaligen Oberliga Niedersachsen/Bremen und legte bei dem 6:1-Erfolg gleich noch zwei Treffer nach.

Im Sommer 2005 wechselte er zu Stadtrivale VfL. „Eine Super-Zeit – vor allem kameradschaftlich“, erinnert sich der Blondschopf, der mit der Mannschaft unter Frank Claaßen unter anderem 2008 die Oberliga-Meisterschaft feierte. Mit dem Trainer ging er ein Jahr später zum SV Meppen.

„Das erste Jahr verlief durchwachsen, im zweiten sind wir Meister in der Regionalliga geworden“, blickt Ferrulli auf eine Zeit zurück, die er als „hart und aufwendig“ bezeichnet. Für die beiden Jahre reduzierte er seine Arbeitszeit auf 29 Stunden pro Woche und bewältigte den täglichen Trip ins Emsland per Fahrgemeinschaft mit verschiedenen Spielern aus der Stadt und der Region.

„Ich war abends immer fix und fertig“, betont Ferrulli, der 2011 auf Initiative des damaligen Sportleiters Michael Richter zum VfB zurückkehrte. Die Vorbehalte von einigen Fans aufgrund seiner Engagements beim VfL und in Meppen waren schnell entkräftet.

„Es lief wie geschmiert“, sagt Ferrulli, der gleich zum Start „mein persönlich größtes Spiel“ erlebte. Beim 1:2 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Hamburger SV versetzte der Angreifer sich, das ganze Team und die eigenen Fans im Marschwegstadion durch das zwischenzeitliche 1:1 in Ekstase. „Das Spiel werden die Leute immer mit meinem Namen in Verbindung bringen – das ist natürlich klasse“, meint Ferrulli.

In der Oberliga-Saison 2011/2012 folgte vor seiner Verletzung „meine beste Fußballerzeit“, sagt der 29-Jährige: „Dann ging das Drama los.“ Es war ein Mittwoch, es war der 18. April 2012. Beim 2:0 im Nachholspiel gegen den VfL Osnabrück II verletzte sich Ferrulli, der zuvor den ersten Treffer markiert hatte, schwer am Knie. Mehrmals wurde er operiert, kämpfte sich aber verbissen zurück.

„Ein Jahr lang habe ich in der Reha geschuftet. Physiotherapeut Stefan Kirschstein hat mich sehr unterstützt“, erzählt Ferrulli, der im vergangenen Mai erst in der U 23 und wenig später auch im Regionalliga-Team sein Comeback feierte. „Es war schön, die Zuneigung der Zuschauer noch einmal zu spüren“, meint er: „Doch jetzt heißt es: Hör auf deine Gesundheit.“

Die Türen stehen Ferrulli beim VfB immer offen. „Wenn er das alles verarbeitet hat und bereit ist, findet sich bestimmt eine Aufgabe für Sebastian“, kündigt Teammanager Jörg Rosenbohm an. „Ich sehe mich nicht in der Trainerschiene – vielleicht könnte ich etwas im Scouting oder etwas anderes im Funktionsteam machen“, meint Ferrulli.

„Eine große Ehre“ sei für ihn das Angebot des VfB, gemeinsam ein Abschiedsspiel auf die Beine stellen zu wollen. „Das würde ich in der näheren Zukunft gerne machen. Das aktuelle Team gegen eine Ferrulli-Elf – wenn ich an die ganzen Kumpel denke, die ich in meiner Fußballzeit gefunden habe, bekomme ich das Team locker voll“, sagt Ferrulli mit einem Lächeln. Zumindest einmal werden es seine Fans noch auf dem Platz erleben dürfen.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2034
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.