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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Bundestrainer verärgert Talentschmiede

20.07.2009

OLDENBURG Schwerer Schlag für die Oldenburger Nachwuchsausbildung im Basketball: Paul Albrecht und Anselm Hartmann, die beiden Aushängeschilder der letztjährigen U-16-Mannschaft des Oldenburger TB, verlassen den Verein in Richtung Jena. Die beiden Ammerländer hatten den OTB in der vergangenen Saison zur deutschen Meisterschaft in ihrer Altersklasse geführt und waren als Leistungsträger fest bei den Junior Baskets, dem Oldenburger Nachwuchs-Bundesliga-Team, eingeplant.

Die Umstände dieser überraschenden und für diese Altersklasse ungewöhnlichen Transfers führten sogar zu einem Disput zwischen den Verantwortlichen des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) auf der einen Seite sowie den EWE Baskets und dem OTB auf der anderen Seite. Letztere schickten nach Bekanntwerden der beiden Wechsel einen Beschwerdebrief an den DBB – unterschrieben von Regina Kulms (Geschäftsführerin der Baskets) und OTB-Abteilungsleiter Klaus Seeberg.

Mit verdeckten Karten

Die Oldenburger monierten, dass von den Verantwortlichen auf Jenaer Seite nicht mit offenen Karten gespielt worden sei und sie vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. Besonders pikant: Der Wechsel der beiden Talente dürfte von U-16-Bundestrainer Frank Menz eingefädelt worden sein, der selbst in Jena als Trainer tätig ist und dadurch nun besser mit den beiden Leistungsträgern des Nationalteams arbeiten kann.

„Wir sind in diesem Fall inzwischen in einem konstruktiven Austausch mit dem DBB“, berichtet Baskets-Pressesprecher Torben Rosenbohm, selbst Männer-Bundestrainer Dirk Bauermann habe sich eingeschaltet. „Auch wenn wir den Weggang der beiden schweren Herzens akzeptieren müssen, gibt es wenigstens entsprechende Signale seitens des DBB, dass es auch in Zukunft in Oldenburg noch spezielle DBB-Auswahl-Fördertrainings geben wird.“

„Man könnte das Gefühl bekommen, die Nachwuchsförderung in Oldenburg soll erstickt werden“, bleibt OTB-Nachwuchstrainer Vangelis Kyritsis, bei dem Hartmann und Albrecht das höhere Basketball-Latein erlernt hatten, skeptisch. „Für den Basketball hier ist das natürlich ein großer Verlust. Gerade in den letzten Jahren haben wir in Oldenburg viel aufgebaut – daher bin ich stinksauer, dass die beiden nun abgeworben worden sind.“

Auch schulische Gründe

Für das Nachwuchs-Duo hat der Wechsel indes auch schulische Gründe. „Auch die haben eine Rolle gespielt, dennoch ist es natürlich sehr ärgerlich, dass sie Oldenburg verlassen“, bedauert auch NBBL-Trainer Thomas Glasauer den Aderlass. In Jena werden der Wahnbeker Hartmann und der Bad Zwischenahner Albrecht nun im Elite-Internat eines Sportgymnasiums die Möglichkeit haben, den Sport noch besser mit der Schule zu koordinieren.

„Die Möglichkeit hätten sie aber auch in Oldenburg gehabt – das Gymnasium Eversten bietet dafür gute Voraussetzungen,“ erklärt Kyritsis. „Lukas Higgen, Mitspieler der beiden beim OTB sowie in der Nationalmannschaft, hat sich zum Beispiel für diesen Weg entschieden.“

Doch auch sportliche Gründe dürften eine Rolle gespielt haben. Im nächsten Jahr findet in Hamburg die U-17-WM statt, Albrecht und Hartmann wollen dabei sein. Dafür ist intensives Training unter persönlicher Leitung des Bundestrainers natürlich die beste Empfehlung. Abgesehen vom Individualtraining treffen die Talente in Jena im Ligaspielbetrieb allerdings nicht auf so ein hohes spielerisches Niveau wie in Oldenburg. „So gesehen ist das ein Rückschritt,“ meint Kyritsis.

Zurzeit weilen Albrecht und Hartmann bei einem Nationalmannschafts-Lehrgang in Bamberg, um sich auf die U-16-Europameisterschaft in Litauen (6. bis 16. August) vorzubereiten.

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