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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Christian Held hält Oldenburger auf Trab

24.12.2015

Oldenburg Scharf knallen die zackigen Signale von Christian Held wie Peitschenhiebe durch die Halle. Neben den mit tiefer Stimme gedonnerten Anweisungen „pass, pass“ oder „quick, quick“ ist nur das Quietschen der Turnschuhe auf dem Parkett im Baskets-Trainingscenter zu hören. Unter dem Rhythmus des omnipräsenten Coaches nimmt die ProB-Mannschaft der Baskets Akademie/OTB im Training Fahrt auf.

„Wir wollen die Jungs hier auf den Profibereich vorbereiten. Das ist eben auch mit einem gewissen Anspruch verbunden“, sagt der 27-jährige Basketball-Lehrer. Und die Arbeit trägt Früchte: In den vergangenen zwei Jahren haben die Oldenburger jeweils die Meisterschaft in der dritten Liga geholt. Auch als Held vor den Playoffs in der vorigen Saison kurzfristig den Cheftrainer-Posten von Mladen Drijencic übernahm, der fortan die EWE Baskets in der Bundesliga betreut, tat dies dem Erfolg keinen Abbruch. Aus diesem Grund behielt der junge Coach in diesem Sommer auch seinen Posten.

Es sei beeindruckend, wie die Jungs seitdem mitgezogen haben, meint Held und fügt selbstkritisch hinzu: „Auch wenn ich sie anfangs ein bisschen zu sehr gefordert habe.“ Er stellt an sich und sein Team hohe Ansprüche. „Die Arbeit als Trainer ist nicht so chillig, wie man denken könnte“, lacht Held. Zwar sei die erste Einheit des Tages um 10 Uhr angesetzt, zur Vorbereitung müsse er aber trotzdem ab 6 Uhr aufstehen, „wie jeder normale Arbeitnehmer auch“.

Jede Einheit wird akribisch vorbereitet – dort, wo andere Trainer ständig Übungen wiederholen lassen, arbeitet Held immer wieder neue Drills aus, „auch wenn es aufwendig ist“. Diese Herangehensweise hat er von seinem Mentor Drijencic übernommen. „Es ist ganz wichtig, neue Situationen zu schaffen und alte Muster aufzubrechen. Das habe ich von Mladen gelernt“, sagt Held.

Der 27-Jährige ist der Spross einer echten Basketball-Familie. Sein Vater Ralph Held war im Sommer 2002 mit seiner Familie aus Trier nach Oldenburg gekommen, stand dort innerhalb von 13 Jahren insgesamt vier Headcoaches als Assistenztrainer zur Seite und gewann unter anderem 2009 die deutsche Meisterschaft sowie im vergangenen Jahr den deutschen Pokal. Inzwischen arbeitet der 57-Jährige beim Deutschen Basketball Bund (DBB) als Sportdirektor. Die von ihm konzeptionierte Trainerausbildung schloss sein Sohn Christian im Jahr 2013 erfolgreich mit der A-Lizenz ab. Danach kehrte auch das familiäre Glück ein: Seit Juli 2014 ist der gebürtige Aachener mit seiner Frau Svenja verheiratet. Im August dieses Jahr kam Sohn Noah zur Welt.

Im Training braucht Held keine Pfeife. Wenn die Konzentration seiner Spieler nachlässt, schallt ein Mundpfiff durch die Halle. Der 27-Jährige ist unzufrieden damit, dass einige Korbleger danebengehen und macht seinem Unmut Luft. Danach geht es mit vollem Tempo weiter. Held kann auch mal ungemütlich werden, denn er ist Perfektionist.

Nach den Partien der Baskets Akademie/OTB verbringt der Trainer etwa fünf Stunden mit der Spielauswertung, sichtet Videomaterial und schneidet Clips, um jedem Akteur aufzuzeigen, wo er noch Potenzial hat, sich individuell zu verbessern. „Wir arbeiten immer auf etwas hin“, erklärt Held und hält sich und seine Mannschaft so auf Trab.

Arne Jürgens
Volontär, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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