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Coronavirus: „Ich bin nicht ängstlich – aber vorsichtig“

25.03.2020
Frage: Herr Jung, wie geht es Ihnen angesichts der Coronavirus-Krise? Mit 70 Jahren gehören Sie ja zu den besonders gefährdeten Personen.
Wolfgang Jung: Ich denke, das trifft auf mich nicht voll zu. Da ich Leichtathletik als Leistungssport betreibe, ist mein allgemeiner Gesundheitszustand recht gut. Vor allem mein Kreislauf und meine Lungen sind überdurchschnittlich belastbar.
Frage: Ist das Coronavirus für Sie ein Thema?
Jung: Dem Thema kann sich niemand entziehen. Doch es beschäftigt mich nicht ständig. Ich bin da für mich nicht ängstlich – aber vorsichtig.
Frage: Laufen dürfen Sie ja noch? Wie halten Sie sich fit?
Jung: Im Moment hänge ich an der Algarve im Süden Portugals fest. Hier festzusitzen, hat für mich jedoch den Vorteil, dass ich viel radeln und laufen kann, da hier das Wetter richtig gut ist.
Frage: Warum hängen Sie dort fest?
Jung: Der geplante Rückflug Anfang April wurde gestrichen. Ich kann aber in meiner Ferienwohnung in der Nähe von Faro bleiben, da aktuell keine neuen Gäste kommen.
Frage: 2019 war Ihre bisher erfolgreichste Saison. Was bedeutet Ihnen die Leichtathletik?
Jung: Für mich ist die Leichtathletik eine Sportart, die gezielt auf Wettkämpfe vorbereitet, sowohl im Sommer als auch im Winter. Das ist für mich ein Anreiz, ganzjährig zu trainieren und durchgängig fit zu bleiben. Die Wettkämpfe bis hin zu Deutschen Meisterschaften sind dann spannende Höhepunkte.
Frage: Die Fußball-EM 2020 findet aufgrund der Coronavirus-Krise erst 2021 statt, jetzt wurden auch die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio ins nächste Jahr verlegt. Sie wollten gerade bei der Hallen-EM der Senioren in Braga im Norden Portugals starten...
Jung: Beim Seniorensport sind die Athletinnen und Athleten genauso betroffen. Die Freude auf Wettkämpfe ist sehr groß und somit auch die Enttäuschung, wenn sie ausfallen. Finanziell kann sich das auch auswirken, da Reisekosten und Hotels selbst getragen werden müssen und nicht unbedingt storniert werden können. Über die Jahre habe ich viele Senioren kennengelernt und leide auch mit ihnen, für viele hat die Leichtathletik einen hohen Stellenwert.
Frage: Politiker sprechen von der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurden 1949 geboren. Wie sehen Sie das?
Jung: In den vergangenen Jahrzehnten wurden immer wieder Krisen angekündigt, die Angst aufbauten, aber dann doch nicht oder in kleiner Form kamen. Doch diese Krise geht nicht spurlos an uns vorbei und wird für viele schlimme Folgen haben. Das ist konkret eine Bedrohung.
Frage: In Supermärkten soll es zu Hamsterkäufen und damit zu leeren Regalen kommen. Was denken Sie darüber?
Jung: Mit der Angst geht jeder anders um – und da sind dann auch diese Extreme vorhanden. Doch das wird meiner Meinung nach nicht unser Problem werden, sondern die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen.
Frage: Was kann irgendwann eine Lehre aus der Coronavirus-Krise sein: mehr Rücksicht, mehr Zusammenhalt?
Jung: Einige werden schon nachdenklicher werden – für viele wird es irgendwann wieder wie gehabt weitergehen. Verbesserungen könnte es bei der Vorsorge geben.
Frage: Wie geht es für Sie weiter? Wie lange bleiben Sie in Portugal, wo am 19. März der Ausnahmezustand ausgerufen wurde?
Jung: Ich gehe davon aus, dass ich bis Ende April hier in Portugal bleiben werde und dann schaue, wie die Lage und ob eine Heimreise möglich ist.
Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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