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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Erschüttert bis ins Brückenmark

20.03.2017

Oldenburg Voll im Zeitplan? Von wegen. Der Teilabriss der Autobahnbrücke in Bürgerfelde war in weniger als 24 Stunden erledigt. Auch die Aufräumarbeiten kamen trotz widriger Wetterverhältnisse so gut voran, dass die Vollsperrung auf der A293 schon am Sonntagabend aufgehoben wurde. Was bleibt, sind jede Menge Staub und Fotos in den Archiven Tausender, die das Spektakel am Wochenende live vor Ort verfolgten.

Scharenweise kamen sie zur Alexanderstraße – dem offenbar neuralgischen Punkt Oldenburgs an diesem Wochenende. Viele mit dem Rad, die meisten zu Fuß, und einige Unverbesserliche auch mit dem Auto, direkt bis vor die Absperrung. Nachts um zwei, morgens um sieben, mittags, nachmittags und abends.

„Schon beeindruckend“, frohlockte da Helge Halbach bei fiesem Fieselregen. Gemeinsam mit Saskia Hartje und zwei Hunden war er für den Gassigang extra aus Donnerschwee hergekommen. Nachts um halb vier. Ganz egal, so etwas „erlebt man ja nur einmal!“

Es dröhnte, es knallte, es brummte, es knackte. Rund um die Uhr. Erschütterungen – ausgelöst durch hydraulische Meißel und Bohrer, die sich durchs Brückenmark arbeiteten – waren bis tief in die Straße hinein zu spüren. Der Boden vibrierte, die nun um den üblichen Verkehr beruhigte Stille der Nacht sorgte für eine ganz besonders eindringliche Akustik.

Klar, dass da kaum ein Anlieger im Bett bleiben wollte. Brigitte und Joachim Kramer beispielsweise hatten sich also ein gelbes Sicherheitswestchen übergeworfen, die Kameras aufgeladen und waren für die normalerweise zwei Minuten Fußweg einen riesigen Umweg mit dem Rad gefahren – nur um den Abriss „ihrer“ Brücke auf der anderen, weil richtigen Seite verfolgen zu können. Was sie sahen, beeindruckte. Auf den knapp meterhohen dämpfenden Teppich aus Sand wurden tonnenschwere Stütz-Fundamente gelegt. Stück für Stück knabberten Bagger oberhalb die Außenwände ab, Stück für Stück wurden die riesigen Teile unterhalb von hydraulischen Zangen zerlegt. Szenenapplaus gab es da von wackeren Beobachtern, wenn ein besonders großes Element zu Fall gebracht wurde.

Rico Gredig gefiel’s. Er und seine orangefarben gewandeten Kollegen waren im 12-Stunden-Dienst eingeteilt, hatten jetzt die Nachtschicht erwischt. Gredig hatte dennoch Spaß. „Läuft doch super“, sagte er, während er sich mit seiner Zange durchs Gebälk schnitt.

Nachts der Regen, morgens der Staub: Als abschnittsweise die einzelnen Brückenelemente fielen, musste die immer größer werdende Zahl an Zaungästen einiges aushalten – dichte Wolken aus 47 Jahre alter Bauwerkskunst zogen fortwährend stadteinwärts, begleitet von steten dumpfen Klängen. Auch nachdem am Samstag um 17.02 Uhr das letzte Bein des Brückenteilstücks Süd unter Beifall fiel, blieb es noch einige Stündchen laut. Die großen Teile mussten schließlich für den Abtransport in handlichere Päckchen geschnürt werden. Das geschah hier freilich mit großem Erfolg. Schon am Sonntagmorgen war die Alexanderstraße weitestgehend frei geräumt, auch den Sand hatten die Baustellenprofis schon wieder eingetütet. Die für den überörtlichen, aber auch innerstädtischen Verkehr überaus positiven Auswirkungen durch die Freigabe sind ja mittlerweile bekannt.

Marc Geschonke Redakteur / Redaktion Oldenburg
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