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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

So wurden die Stromans zu Stars

07.11.2018

Eversten Der „Star“ der South-Coast-Baltic-Rally entlang der rund 1400 Seemeilen langen Ostseeküste Polens, Russlands und Litauens war Marianne Stroman aus Oldenburg – konkreter aus dem Stadtteil Eversten. Sie begleitete ihren Mann Hero-Jan von Danzig aus mit ihrem Segelboot in die russische Enklave Kaliningrad bis nach Litauen. „Wir kamen abends ziemlich kaputt in Kaliningrad an und plötzlich hatte ich ein Mikrofon vor dem Gesicht und die Kameras surrten“, erzählt sie heute. Das russische Fernsehen hatte sie entdeckt und brachte auf dem Sender 2 ein Interview mit der Oldenburgerin.

In jedem Hafen, den ihre „Floreana“ anlief, wurden die Oldenburger mit Jubel empfangen. „Auch das Ein- und Ausklarieren in den Häfen lief danach wesentlich zügiger ab als sonst“, sagt Marianne Stroman. Knapp eine Woche waren die beiden 72-Jährigen und weitere 22 Segelbooten unterwegs. „Es war keine Regatta im Sinne von Sieger und Verlierer“, sagt der Ostfriese Stroman. „Es ging vielmehr darum, gemeinsam mit Segelfreunden die südliche Küstenlandschaft der Ostsee als durchaus schwieriges Segelgebiet zu entdecken.“

Die Rallye wurde von der Europäischen Union gefördert. Alle Liegeplätze in den Häfen waren reserviert. Es gab Sightseeing-Programme mit regionalen „Verspeisungen“, an denen alle kostenlos teilnehmen konnten. „Es war schön und anstrengend“, stellen die beiden Oldenburger im Nachhinein fest.

Wunderbares Danzig

Danzig hätte sich architektonisch wunderbar entwickelt und die Menschen seien sehr freundlich und zuvorkommend, sind beide der Meinung. Auch in Russland haben sie sich sehr wohl gefühlt. Häufig kam man spät abends bei stockfinsterer Nach in den Häfen an. In Danzig mussten sie bereits um vier Uhr morgens unter die Zugbrücke in der Altstadt sein, weil sie zu diesem Zeitpunkt extra für die Rallye-Boote geöffnet wurde.

In Gdingen (Polen) wurde das Segelschulschiff „Princess Eitel Friedrich“ besichtigt, benannt nach Sophie Charlotte von Oldenburg, der Frau des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen. Ein Foto vom „Duke of Oldenburg“ hängt an Bord. Nach vielen Eigentümerwechsel und Umbenennungen liegt das Schiff, das 1909 bei Bloom & Voß in Hamburg vom Stapel lief, als Museumsschiff „Dar Pomorza“ im Hafen von Gdingen.

An der Bernsteinküste bei Kaliningrad war man fasziniert, wie dieses „braune Gold“ im Tagebau geschürft wird. Ein Foto in einer riesigen Bernsteinpyramide musste sein. Die Stromans sind der Meinung, dass Putin viel für die Infrastruktur getan hat. „Davon zeugen moderne Autobahnen mit heller Beleuchtung und zeitgemäßer Ausstattung“, sagen sie. In Kaliningrad konnten sie das Spiel Spanien gegen Marokko während der Fußballweltmeisterschaft bei einem Public Viewing verfolgen. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich war noch nie auf einer Fanmeile“, sagt Marianne Stroman.

Bei Thomas Mann

Auf der Busfahrt entlang der Kurischen Nehrung nach Nida waren beide fasziniert von der Landschaft, umgeben von hohen Sanddünen. Das Thomas-Mann-Museum in Nida war selbstverständlich auch Ziel der beiden Segler. Dieses Haus (kurz Thomo Manno namas) ist seit 1996 ein litauisch-deutsches Kulturzentrum, das sich im ehemaligen Ferienhaus des deutschen Schriftstellers Thomas Mann befindet und ihm gewidmet ist.

Nida war dann auch das Ende der Reise, die allen Teilnehmern wohl viel Kraft gekostet hat, denn nur acht von den 23 Segelbooten sind dort angekommen. „Für viele war es vielleicht zu anstrengend, einige mussten oder wollten aus anderen Gründen aufhören“, meint Stroman. In Nida ist dann die Tochter „zugestiegen“ und die Reise ging über Bornholm und anderen Stationen zurück nach Rügen. Hier ist der Ankerplatz der „Floreana“.

Das von Marianne Stroman peinlich genau geführte Logbuch lässt immer wieder Erinnerungen aufkommen. Eintrittskarten von Sehenswürdigkeiten, Restaurantquittungen, Ein- und Ausklarungsformulare geben Zeugnis über jede Seemeile an der südlichen Ostseeküste ab.

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