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Wandern: Fast 2000 Liebesgrüße ans Bergland

17.01.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-01-17T05:12:40Z 280 158

Wandern:
Fast 2000 Liebesgrüße ans Bergland

Oldenburg Werner Kaltenborn (67) hat es 2004 erwischt. Seitdem liebt der frühere Hobbyläufer das Wandern in den Bergen, am liebsten hochalpin oberhalb von 3000 Metern, im Stubaital und im Ötztal. Ein Kollege aus seiner Sportgruppe hat ihn darauf gebracht. Seitdem hat er vor allem eine Frage an seinen Freund: „Warum hast du das nicht 30 Jahre eher gesagt?“

Was den Vorsitzenden der Sektion Oldenburg des Deutschen Alpenvereins daran am meisten begeistert? „Die Befreiung vom Alltag und die tolle Natur, allein die Bergwiesen mit ihren unglaublich vielen Blumen, herrlich.“

Kaltenborn befindet sich in bester Gesellschaft. „Wandern ist ,in’“, sagt er. Der Deutsche Alpenverein hat zurzeit jedes Jahr einen Mitglieder-Anstieg von 4 bis 5 Prozent, in der Sektion Oldenburg liegt er doppelt so hoch: bei durchschnittlich zehn Prozent, 2015 sogar bei 15 Prozent. „Wir werden dieses Jahr die 2000 überschreiten“, sagt Kaltenborn – die höchste Zahl in der über 100-jährigen Geschichte des 1912 gegründeten Vereins. Am 1. Januar waren es 1840 Mitglieder, zwei Wochen später sind es jetzt schon wieder 1860 Bergfreunde. „Der Zulauf in den letzten vier Jahren ist enorm.“ Darunter sind auch „viele junge Pärchen und viele Familien mit Kindern. Zwei Jugendgruppen konnten bereits gebildet werden, eine gemischte und eine Mädchengruppe. Die größte Gruppe ist 45 bis 60 Jahre alt, aber der Nachwuchs ist riesig.

Das liegt an den zahlreichen Aktivitäten des Vereins, an den vielen Vorteilen bei geringer Jahresgebühr (siehe Infokasten), an den wichtigen Hilfen für eine gute Tour-Vorbereitung, aber auch an einem gesellschaftlichen Trend: „Der Drang ist groß, in die Natur zu gehen, zu wandern, den Kopf freizukriegen.“ Der Vorsitzende glaubt, dass das auch „an der Leistungsdichte im Arbeitsprozess liegt, auch, dass man immer erreichbar sein muss. Da ist es schön, mal keinen Empfang zu haben, einfach mal einige Tage nicht erreichbar zu sein.“ Außerdem „ist es einfach schön draußen in der Natur, man beschäftigt sich mit ganz anderen Dingen, mit dem Weg, unbekannten Blumen und Tieren, der Alltag ist sofort verschwunden“.

Beim jüngsten Vortrag vor wenigen Tagen im PFL über die Dolomiten gab es einen neuen Rekordbesuch. Organisiert hat ihn Vortragswart Dr. Gerd-Peter Zauke (69). 1963 stand Zauke schon auf dem Großglockner, seitdem hat ihn das Wandern nicht mehr losgelassen, „vor allem in den Bayerische Alpen, im Chiemgau, in Garmisch und im Allgäu, in Vorarlberg und natürlich in Südtirol.“

Das Wandern ist das eine Vergnügen, der Abschluss des Tages ein mindestens ebenso großes. „Ich liebe die Hüttentouren, das Gemütliche und das Sich-gut-gehen-lassen, weil man es sich verdient hat. Unterwegs fragt man sich manchmal: „Warum mache ich das eigentlich? Alles tut weh. Aber abends in der Hütte, bei Rotwein und Kaiserschmarrn, unter lauter Gleichgesinnten in guter Stimmung, da tut mir nichts mehr weh.“

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