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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Faszinierende Momente im Niemandsland

10.03.2017

Oldenburg Früher sei er ein Schönwetterläufer gewesen, gesteht Till Luhmann, doch heute packt ihn bei jeder Witterung der Ehrgeiz. Wind und Wetter können den 53-Jährigen vom Team Laufrausch nicht davon abhalten, an diesem Sonntag (10.30 Uhr, Marschwegstadion) beim 47. Straßenlauf des VfL Oldenburg zum zehnten Mal über 25 Kilometer anzutreten.

„Mein erster Start war 2007. Danach habe ich jedes Mal mitgemacht. Außer 2013 – da musste ich erkältungsbedingt verzichten“, erklärt Luhmann, der auf seinen siebten Platz in 2009 und seine Zeit von 1:40:49 Stunden in 2011 stolz ist.

Der „puristische“ 25-Kilometer-Wettbewerb mit Start und Ziel im Stadion ist Luhmanns Lieblingslauf. „Wenn du gestartet bist, kannst du ihm nicht entrinnen. Es gibt keine Zuschauer, du bist komplett auf dich gestellt“, schwärmt er.

Wind und Wetter dürfe man hier nicht nicht unterschätzen. „Auf keinen Fall darfst du dich zu warm anziehen, denn meist wird es im Verlauf des Vormittags warm“, meint Luhmann: „Dann kommen dir schon hinter der Wendemarke die nach Luft ringenden, zu dick verpackten Läufer mit roten Köpfen entgegen.“

Ein besonderer Höhepunkt ist für ihn immer die Wendemarke. „Du rennst auf diesem unscheinbaren Fahrradweg ins Niemandsland. Dann steht da auf einmal dieser Mann mit einem Stuhl mitten auf dem Weg und sagt dir mit stoischer Ruhe die Zeit an“, erzählt der Laufrauschler mit einem Schmunzeln: „Ein kurzes Nicken, die Wende – und auf einmal siehst du wie an einer Perlenschnur aufgereiht die Läufer, die du zuvor hinter dir hergezogen hattest. Für die nächsten 200 Meter setzt du nach Möglichkeit einen entspannten Blick auf. Die Botschaft: Bleibt hinter mir, es lohnt die Mühe nicht ranzulaufen.“

Ab der Halbmarathon-Marke kurz vor Wöbken zeige sich, ob man das Tempo weitere vier Kilometer hochhalten kann. Die Steigung hoch zur Küstenkanalbrücke, die vielen Abbiegungen und der wechselnde Untergrund würden den Aktiven auf diesem Streckenteil alles abverlangen. „Dann die Erlösung, das Stadion, die weiche Tartanbahn. Endspurt. Ziel. Fantastisch!“, beschreibt Luhmann.

Der gebürtige Bremer kam als 18-Jähriger zum Laufen. Richtig los ging es bei ihm aber erst 2003. Ein Berglauf in Österreich weckte die Leidenschaft. Ein Jahr später nahm ihn Arnold Frerichs unter seine Fittiche. „Vorher habe ich ohne System trainiert, das machte aber keinen Spaß. Strukturiert trainieren ist deutlich stressfreier und dadurch angenehmer. So habe ich dann auch den Zugang zu diesem Sport gefunden“, erzählt Luhmann, der inzwischen zu den bekanntesten Läufern in Oldenburg gehört und regelmäßig in seiner Altersklasse ganz weit oben auf dem Treppchen landet.

„Das Faszinierende an diesem Sport ist, das man dabei die Einheit zwischen Körper und Geist spürt. Es liegt an einem selbst, dies zu erleben und zu steuern. Bei einem lockeren Dauerlauf kann ich richtig gut entspannen“, sagt der 53-Jährige, der seine Frau Lisa mittlerweile auch mit dem Laufvirus infiziert hat. „Sie flucht zwar vor dem VfL-Lauf über die grausame Strecke, aber ich bringe ihr vom Meldebüro am Samstag dann einfach eine Startnummer mit“, sagt Luhmann und ergänzt grinsend: „Sie ist zu geizig, diese verfallen zu lassen.“

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