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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Fleißige Talente feilen an ihrer Form

15.03.2017

Oldenburg Zuschauen, reinkommen, dranbleiben: Die Kandidatinnen zur Wahl zu Oldenburgs Nachwuchssportlerin des Jahres überzeugen mit Spitzenleistungen. Inwiefern sie diese im Moment abliefern können, unterscheidet sich aber: Handballerin Laura Kannegießer muss wegen einer Verletzung den Rest der Saison zuschauen, Fußballerin Jana Paul steigt nach langer Leidenszeit wieder in den Spielbetrieb ein – und Ruderin Patricia Schwarzhuber ist zwar von Verletzungen verschont geblieben, kämpft aber um den Anschluss.

Wurfstarke Linksaußen

Seit wann sie bei den Spielen der Drittliga-Handballfrauen und A-Juniorinnen des VfL Oldenburg nur noch am Spielfeldrand sitzt, weiß Laura Kannegießer ganz genau. „Am 26. November habe ich mich verletzt“, antwortet die 18-Jährige sofort auf die entsprechende Frage. In der hitzigen Schlussphase der Drittligapartie gegen Wismar verdrehte sie sich nach einem Foul das Knie. Zunächst sah es nicht so schlimm aus, doch beim Arzt folgte die schlimme Diagnose: Kreuz- und Innenbandriss – Saisonende.

„Das war ein harter Moment, ich habe geweint und stand voll unter Schock. Damit hatte ich nicht gerechnet“, berichtet die Linksaußen. Die harte Bremse kam für sie zur Unzeit. In ihrer ersten Saison im Frauenbereich hatte Kannegießer voll überzeugt. Als beste VfL-Werferin standen nach neun Spielen 44 Tore für die 1,69-Meter-Frau zu Buche, auch gegen Wismar spielte sie stark – bis die Verletzung sie stoppte.

„Ich brauchte Zeit, das zu verarbeiten. Es war die erste schlimme Verletzung für mich. Da muss man es hinbekommen, den Kopf auszuschalten“, meint Kannegießer. Aufgeben ist aber keine Option für das Kämpferherz. Die Operation im Januar hat sie gut überstanden, jetzt arbeitet sie an ihrem Comeback. „Ich muss mich etwas zurückhalten“, sagt die Schülerin, die sich gerade auf ihre Abiturprüfungen vorbereitet.

Danach möchte Kannegießer noch mindestens ein Jahr beim VfL ihr Können zeigen. „Hoffentlich kann ich im Sommer wieder spielen. Seit zwei Wochen laufe ich ohne Krücken – das ist sehr befreiend“, erzählt das Talent: „Es hat mich stolz gemacht, schon so viele Einsatzzeiten zu bekommen.“ Mit ihrer Einstellung wird sie bald wieder für Furore sorgen können.

Treffsichere Technikerin

Vorgemacht hat das Jana Paul: Die 13-jährige Fußballerin hat ebenfalls eine schwere Verletzung erlitten – und sich erfolgreich zurückgekämpft. Bei einem Lehrgang mit der Landesauswahl des Niedersächsischen Fußballverbandes brach sie sich im Dezember den Fuß und musste drei Monate pausieren. „Ich bin beim Endspiel in einen Zweikampf gegangen und habe den Ball abgewehrt. Dabei ist mir eine andere Spielerin auf den Fuß gesprungen – und ich bin umgeknickt“, erinnert sich das Ausnahmetalent.

Seit zwei Wochen ist Paul nun wieder voll im Training. Auch ihre Verletzung änderte nichts daran, dass sie inzwischen für das U-15-Bezirksligateam von Werder Bremen aufläuft. „Ich wurde im vergangenen Jahr gesichtet und konnte bei zwei Terminen überzeugen“, sagt die Oldenburgerin. Sie begeisterte die Werder-Trainer mit ihrer Technik und Treffsicherheit. Zwar brauche Paul erstmal wieder etwas Zeit, um ihr Spitzenniveau zu erreichen, sie befinde sich aber auf einem guten Weg. „Manchmal schmerzt es noch ein wenig“, berichtet die 13-Jährige, die trotzdem auf die Zähne beißt.

Dreimal die Woche fährt Vater Gordon die Schülerin zum Training nach Bremen – noch möglichst lange, wenn es nach der Tochter geht. „Mein Ziel ist es, bei Werder zu bleiben und im nächsten Jahr den Sprung in die U 17 zu schaffen“, erklärt Paul. Zudem spielt sie bei ihrem Stammverein SV Eintracht in der Kreisliga mit den Jungs zusammen. Die lässt die 13-Jährige inzwischen reihenweise stehen und verdiente sich damit die Nominierung als Oldenburgs Nachwuchssportlerin. „Ich war sehr überrascht. Das hatte ich nicht erwartet“, meint sie.

Nerven aus Stahl

Im Gegensatz zu ihren beiden Mitstreiterinnen hatte Patricia Schwarzhuber noch nie mit einer größeren Verletzung zu kämpfen. „Glücklicherweise“, sagt die 16-Jährige vom Oldenburger Ruderverein (ORVO), die weiß, dass es dafür beim Training und im Wettkampf auf die richtige Vorbereitung und Technik ankommt.

Zudem bewies Schwarzhuber 2016 Nerven aus Stahl. Mit der niedersächsischen U-17-Auswahl feierte sie bei den deutschen Meisterschaften zwei große Erfolge. Im Riemenvierer ohne Steuerfrau holte sie auf der 1500 Meter langen Strecke mit ihren Kameradinnen die Goldmedaille. Dazu errangen sie im Doppelvierer Platz zwei.

Ehrungen ist die 16-Jährige also gewöhnt. „Aber die Sportlerwahl ist was ganz anderes. Ich finde das toll, habe mir aber nicht groß was dabei versprochen“, sagt Schwarzhuber. Ob sie in diesem Jahr ihre Erfolge wiederholen kann, weiß sie allerdings noch nicht. „Ich war vier Monate in Kanada“, berichtet Schwarzhuber, die von September bis Januar an einem Schüleraustausch teilnahm und ebenfalls eine Zwangspause vom Leistungssport einlegte: „Ich konnte da zwar weiterrudern, aber nicht auf dem hohen Niveau.“

Die 16-Jährige hat also einiges aufzuholen. „Ich weiß nicht genau, wo ich stehe. Es sieht aber gut aus“, meint Schwarzhuber. Ein großes Ziel hat die Ruderin für dieses Jahr nämlich noch: „Die Europameisterschaft wäre ein Traum.“ Dafür holt sie alles aus sich heraus.

Arne Jürgens
Volontär, 1. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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