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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Frauen stürmen Fußballplätze

12.06.2013

Oldenburg „Im Kampf um den Ball verschwindet die weibliche Anmut“ ließ der Deutsche Fußballbund (DFB) 1955 verlautbaren und verbot den Frauenfußball im offiziellen Spielbetrieb.

Thomas Alkemeyer, Sportprofessor an der Uni Oldenburg, gab den Zuhörern am Montagabend im Schlauen Haus einen kleinen Einblick in die Geschichte des Frauenfußballs und stellte heutige gesellschaftliche Veränderungen des „klassischen“ Männersports vor.

Seit der Weltmeisterschaft 2007, bei der die deutschen Frauen das zweite Mal in Folge den Titel holten, ist der Frauenfußball ein Stück in Richtung allgemeine Anerkennung gerückt. „Trotzdem ist oft noch die Rede von zwei unvergleichbaren Sportarten“, so Alkemeyer.

Die Bundesligaspiele der Frauen werden im Schnitt von eintausend Zuschauern besucht, die der Männer von 25 bis 80 tausend. Nach der Wiedereinführung der Frauenligen im Jahr 1970 waren die Zahlen vermutlich weitaus niedriger, denn wie Alkemeyer bestätigt, werde der Frauenfußball seit den Neunzigern stärker vermarktet.

In anderen Ländern wie den USA ist, so der Sportprofessor weiter, Frauenfußball populärer als in Deutschland. „Dort gibt es aber auch Football, Basketball, Baseball und Eishockey, die Bilder von Männlichkeit transportieren“, so Alkemeyer. Der beliebte Ballsport spiegele nämlich auch soziale Konstruktionen von Geschlechterrollen wider.

„Fußball ist immer noch der Sport unserer Jungs. Er wird mit Kraft, Kampfgeist und mit dem Eingehen von Risiken verbunden“, erklärt Alkemeyer. Unter anderem deshalb sei auch ein Outing im Profifußball schier unmöglich. Allerdings ändere sich dieses Klima allmählich. Einige Fan-Initiativen sprechen sich zum Beispiel offen gegen Homophobie aus, wie etwa der Oldenburger Verein „VfB für alle“.

„In der Popkultur ist Homosexualität schon lange akzeptiert. Der Männerfußball scheint dagegen eine homophobe Enklave zu sein“, so der Sportwissenschaftler. Einige Fußballer brechen bereits das „klassische“, archaische Männlichkeitsbild auf – Günther Netzer in den Siebzigern etwa oder heute David Beckham. Ob die Fankultur nachziehen wird, bleibt abzuwarten.

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