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Handball: Freiwillige schüren Begeisterung am Kap

30.09.2014

Oldenburg /Kapstadt Ein Jahr ist es nun her, dass die ehemalige VfL-Spielerin Nicola Scholl in Südafrika ihre gemeinnützige Organisation „Play Handball ZA“ ins Leben gerufen hat. Es folgten Monate, in denen die 33-Jährige ihr Netzwerk ausbaute und erste Projekte auf den Weg brachte. So weilte zum Beispiel im Frühjahr mit Unterstützung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Handballlehrer Klaus Feldmann mehrere Wochen in Südafrika, um im Rahmen einer „Roadshow“ die Ausbildung von Trainern zu fördern und die Begeisterung für Handball weiter zu schüren.

Ein Projekt das Scholl, die 2012 nach Südafrika gegangen war, besonders am Herzen liegt, ist „Coach Abroad“. Zweimal im Jahr, jeweils im Februar und August, gibt es die Möglichkeit, für drei oder sechs Monate als freiwilliger Handballtrainer nach Kapstadt zu gehen. In diesem August war es erstmals soweit – vier Freiwillige aus ganz Deutschland machten sich auf den Weg ans Kap der Guten Hoffnung – unter ihnen eine weitere ehemalige VfL-Spielerin: Merle Osterthun.

„Ist ein schönes Gefühl“

„Es gefällt mir hier richtig gut. Meine Gastfamilie hat mich super aufgenommen. Die Kinder haben sehr viel Spaß beim Handballspielen. Es ist einfach die perfekte Ergänzung zu Rugby und Netball“, sagt Osterthun mit Blick auf zwei in Südafrika beliebte Sportarten. „Die größte Freude bereitet mir selbst, wenn ich sehe, wie schnell die Kinder dazulernen. Auch, dass sie mir langsam vertrauen und ihre Scheu überwinden. Das ist ein schönes Gefühl“, meint Osterthun, die ihre Karriere beim VfL nach langer Zeit als 24-Jährige im Frühjahr 2013 beendet hatte. Monatelang hatte sie da verletzungsbedingt zuschauen müssen, als ihre Kolleginnen aus der zweiten Mannschaft Drittliga-Vizemeister wurden.

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Unterstützung

Weitere Infos gibt es im Internet sowie auch am Sonntag, 19. Oktober, an einem Stand von „Play Handball ZA“ zum Bundesliga-Siel des VfL gegen Bietigheim in der kleinen EWE-Arena. Hier besteht die Chance, das Projekt mit Ball- oder Geldspende zu unterstützen. Direkt geht das auch: Playhandball, Landessparkasse zu Oldenburg, IBAN: DE45 2805 0100 0090 9883 46. Mit dem Geld werden u. a. Workshops, Events und Ausrüstung finanziert.

    www.play-handball.org/volunteer

Nach einer gemeinsamen Orientierungswoche, in der den Sportvolontären die Kultur, die Lebensweise und die Geschichte Südafrikas näher gebracht wurde, ging es für Osterthun und ihre drei Mitstreiter in die jeweilige Gastfamilie. Diese soll für die nächsten Monate ein Zuhause sein. Viermal in der Woche trainieren die handballbegeisterten Deutschen an den örtlichen Schulen 32 bis 40 Kinder unterschiedlichen Alters und bieten zusätzlich Nachmittagsprogramme an. „Neben der reinen Trainertätigkeit geht es auch darum, eigene Ideen zu entwickeln, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und Handball zu leben und erleben“, erklärt Scholl. „Hierfür benötigt man keine Trainerlizenz, sondern sollte offen sein für Neues, den Mut besitzen, auf andere Menschen zuzugehen, und die Grundzüge des Sports kennen“, weiß sie aus eigener Erfahrung.

Tief in Kultur eintauchen

„Man muss nicht fehlerfrei die englische Sprache beherrschen, das kommt nach und nach“, erklärt die Ex-Bundesliga-Spielerin, die mit „Play Handball“ das Programm in Südafrika koordiniert und den Volontären vor und während des Aufenthalts als Ansprechpartner dient. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung beim Beantragen des Visums, die Vermittlung des Einsatzortes bei einem der Partner sowie der Gastfamilie.

Derzeit gibt es noch keine finanzielle Unterstützung seitens „Play Handball“, so dass der Volontär selbst aktiv werden muss. Das dreimonatige Programm kostet aktuell 1750 €Euro, das doppelt so lange 2550 Euro€. Das deckt die Kosten des ganzen Aufenthalts.

„Als Gegenleistung gewinnen unsere Volontäre einmalige Erfahrungen, tauchen tiefer in die südafrikanische Kultur ein als gewöhnliche Touristen, genießen die wundervolle Landschaft und lernen neue Fähigkeiten an sich kennen“, meint Scholl: „In Bewerbungsunterlagen sieht solch ein Auslandsaufenthalt zudem auch nicht schlecht aus.“

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