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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Größtes Abenteuer ihres Lebens

03.06.2014

Oldenburg Wenn alle Welt in diesem Sommer Fußball guckt, treten Christov Plötner und Bernd Ruthenberg gerade aufs Gas. Denn wenn alle Welt sich um die Titelkämpfe in Brasilien kümmert, starten die beiden Oldenburger zum vielleicht größten Abenteuer ihres Lebens. „Abenteuerlust? Aber ganz sicher“, lacht Ruthenberg. Am 14. Juni gehören die beiden mit ihrem Mercedes Benz 230 Coupé zu den Teams der Rallye „Baltic Sea Circle“. Bis zum 29. Juni geht es dabei einmal rund um die Ostsee.

Start ist in Hamburg

Was sich im Grunde eher einfach anhört, ist in der Realität der 7500 Kilometer langen Strecke eine extreme Nagelprobe für Mensch und Material. Die in Hamburg beginnende Reise durch Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Russland, Estland, Lettland und Polen zum Zielpunkt Berlin verlangt von den Teilnehmern Verzicht auf Navi-Geräte und GPS-Systeme. Autobahnen sind ebenfalls tabu. „Wir erhalten kurz vorher eine Roadmap mit den Tageszielen. Welchen Weg wir dorthin wählen, ist nicht vorgegeben“, erläutert der 62-jährige Ruthenberg. Bekannt seien bis jetzt nur einige Zwischenstationen (unter anderem Stockholm, Hammerfest/Nordkap, Murmansk, St. Petersburg) sowie das Tagespensum im Auto: 535 Kilometer. Die fehlenden Meter zur Gesamtstrecke werden per Fähre zurückgelegt.

Eine mithin strapaziöse Fahrt steht den Oldenburgern bevor, zumal sie alles andere als professionelle Rallyefahrer sind. Plötner (45) ist von Beruf Bauingenieur, sein Partner Ruthenberg Projektentwickler. „Aus Spaß an der Freude“ habe man sich zur Teilnahme an der Fernfahrt, auf die sie per Zufall im Internet gestoßen waren, entschieden. „Doch da wir es nun machen, machen wir es auch mit aller Verantwortung“, betont Ruthenberg. „Fürs Abenteuer und fürs gute Gewissen.“

Ihn hat nämlich nicht nur die Strecke, sondern auch das Grundprinzip der Rallye fasziniert. Die Fahrt, organisiert von dem Hamburger Unternehmen SAC, ist als Benefizveranstaltung ausgelegt; 50 Prozent der Teilnahmegebühr von mindestens 750 Euro gehen an gemeinnützige Organisationen wie Deepwave e.V., Autonome Jugendwerkstätten Hamburg, Deutsche Lebensbrücke oder Arche e.V.

Der Charity-Gedanke ist das eine, die sportliche Herausforderung das andere, was die Oldenburger antreibt. Denn der „Baltic Sea Circle“ darf nicht ganz gemütlich im hypermodernen SUV abgetuckert werden, sondern mit Oldtimer-Fahrzeugen. 20 Jahre sollten die Autos schon auf dem Buckel haben; in „Old-School-Traumwagen“, wie sie die Veranstalter bezeichnen. Und der riesige Mercedes Benz 230 Coupé (Baujahr 1988) ist mit seinem nachgerüsteten Abgasreinigungssystem – ein verminderter CO²-Ausstoß der alten Fahrzeuge ist ebenfalls erwünscht – ein Traumauto für die beiden. „Mehr als 2500 Euro durfte die Anschaffung übrigens nicht gekostet haben“, ergänzt Ruthenberg. „Wer einen teureren Wagen mitbringt, muss auch ein höheres Startgeld zahlen.“ Am wichtigsten sei für jeden Teilnehmer ohnehin, „materialschonend“ zu fahren. „Bleifuß bringt nix!“

Auf Stress vorbereitet

Die beiden Bürgerfelder, die zusammen mit Nachbarn für ihre Häuser ein kleines Blockheizkraftwerk der Saterländer Firma RMB betreiben und dadurch auch im Alltag fest miteinander verbunden sind, sind auf Stress vorbereitet. „Man muss gute Wege finden in Gegenden, die kaum Wege haben, und man muss Aufgaben für die Rallye erledigen“, weiß der 62-Jährige. „Trotzdem werden wir auch die Landschaft des Nordens erleben können. Es ist ja die Mittsommerzeit, da wird es in Skandinavien kaum einmal dunkel.“ Im Campingzelt der Rallyefahrer übrigens auch nicht …


     www.balticrally.com 
Klaus Fricke

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