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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Große Erfolge gegen kleine Sprücheklopfer

11.02.2017

Rastede „Reitsport – das ist doch nur was für Mädchen“ – dieses Vorurteil oder ähnliche Sprüche bekam ich in der Vergangenheit oft um die Ohren gepfeffert. Als Junge ist es, vor allem in jüngeren Jahren, nicht immer ganz einfach in diesem Sport. Auch ich musste mir von meinen Freunden viel anhören – aber nach einer Zeit merkten sie, zum Teil durch meine Erfolge, wie viel Energie und Zeit ich in dieses Hobby stecke und welchen Spaß es mir bereitet. Nun kommen meine Kumpels manchmal sogar zu größeren Turnieren mit und freuen sich mit mir über gute Leistungen und Platzierungen.

Fantastische Atmosphäre

Einer meiner größten Erfolge in meiner elfjährigen Reitkarriere war der Landesmeistertitel mit meinen Teamkolleginnen vom Ammerländer Reitclub in der Wertung der Vereinsmannschaften beim 68. Oldenburger Landesturnier.

Es war im vergangenen Juli meine erste Teilnahme auf der Anlage in Rastede – und das ganze Umfeld hat mich sehr beeindruckt. Ich hatte zuvor viel darüber gehört, alle schwärmten von diesem Reit-Highlight.

Und das war es dann auch wirklich. Nicht nur wegen unseres Erfolges war es ein tolles Reitspektakel. Die Stimmung war so unfassbar gut. Es war fantastisch, so eine atemberaubende Atmosphäre und Kulisse im Sattel erleben zu dürfen. Dafür noch einmal ein riesiges Lob an alle Helfer, die Tag für Tag alles für einen reibungslosen Verlauf des Turniers getan haben.

Meine Teamkolleginnen Sophie Bolze mit ihrem Pony Cabrina, Kerstin Heider-Stieg mit Sassolino, Madita Kirchner mit Nowhere Radio und Kira Meyer mit Tullibards Always Brave sowie ich mit meinem Pony Kenneth haben uns mächtig über den Erfolg gefreut. Unsere zweite Mannschaft (Greta Brahms mit Bambola, Mareike Weise mit Farlo, Jule Ehlers mit Futji, Johanna Wetjen mit Wild West Charly und Miriam Müller mit Crazy little casy) landete mit dem RC Hude auf Platz zwei.

Als Ehrenpreis für den Sieg gab es einen Pferdeanhänger. Unsere Mannschaftsführerin Silke Meyer brachte es auf den Punkt: „Das wir nicht nur den Landesmeistertitel, sondern auch einen neuen Anhänger für unseren Verein gewinnen konnten, ist klasse.“

Unsere Pferde beziehungsweise Ponys haben alle super mitgearbeitet, alles gegeben, mit und manchmal auch für uns gekämpft. So konnten wir in der Mannschafts- als auch in der Einzelwertung sehr erfolgreich sein. Ich glaube, dass alle sehr zufrieden waren.

Die unbekannten Stärken

Eigentlich wollte ich im ersten Jahr in Rastede nur ein schönes Turnier bei tollem Wetter genießen – ganz nach dem Motto: „Dabei sein ist alles.“ Dass ich auch noch gleich den vierten Platz in der Einzelwertung schaffe, hätte ich nicht erwartet. Natürlich ist diese Platzierung ein bisschen undankbar, weil Jelde Kohlschein vom RV Ganderkesee nur knapp vor mir lag – aber ich war trotzdem sehr zufrieden.

Als Team waren wir eine starke Einheit, obwohl ich meine Mitstreiterinnen vor dem Turnier noch gar nicht persönlich kannte, da wir erst Anfang 2016 aus dem Münsterland hier ins Ammerland nach Edewecht gezogen sind. Umso schöner ist es natürlich, als Mannschaft für den Verein einen so großen Erfolg geschafft zu haben. Erst beim Empfang für alle Landesmeister im Schloss habe ich meine Teamkolleginnen richtig kennengelernt.

Die Siegerehrung am Sonntag mit allen Mannschaften und Landesmeistern vor vielen Zuschauern war etwas Besonderes. Ich habe es sehr genossen. Vom ersten Springen am Dienstag bis zum Empfang am Sonntagabend war es eines meiner schönsten Wochenenden. In diesem Jahr wollen wir unseren Titel bei der 69. Auflage des Turniers (18. bis 23. Juli) natürlich verteidigen.

Ursprünglich war das Reiten nur ein kleines Hobby, zwischendurch hatte ich sogar schon einmal aufgehört. Dass es sich für mich inzwischen schon zu einem Leistungsport entwickelt hat, war nicht zu erwarten – aber umso schöner ist es, dass ich es geschafft habe, dort hinzukommen, wo ich jetzt bin.

Ich habe es mit meinem mittlerweile schon 15-jährigen deutschen Ponywallach Kenneth im Springen bis zur Klasse M geschafft – höher geht es nicht im Ponysport. In der Dressur ging es bis zur Klasse L. Wir haben gemeinsam viele schöne Turniere, Erfolge und Momente erlebt. Aber nach dem Landesturnier war es leider an der Zeit, mein Pony zu verkaufen, da man im Turniersport nur bis zum 16. Lebensjahr Pony reiten darf.

Nun möchte ich mit meinem neuen Großpferd, einem neunjährigen rheinländischen Wallach namens Seven UP, an die Zeit mit Kenneth anknüpfen. Das Ziel ist es, bald in Richtung der schweren Klasse zu kommen. Seitdem ich mit dem Reiten angefangen habe, war es immer ein Traum, einmal ein S-Springen zu reiten. Ich hoffe, mit Seven UP diesen Wunsch irgendwann in die Realität umsetzen zu können – das Potenzial hat mein Pferd auf jeden Fall.

Tägliches Training

Zudem sind die Trainingsbedingungen am Gestüt Woldsee in der Gemeinde Bad Zwischenahn optimal, wo mein Pferd steht und wir täglich trainieren. Meine ganze Familie, mein alter Trainer Mario Maintz in Münster wie auch meine neue Trainerin Mareike Weise und viele Freunde unterstützen mich.

Besonders dankbar bin ich meinen Eltern – ohne sie wäre ich nicht ansatzweise so weit gekommen. Auf kleine Sprücheklopfer und ihre blöden Vorurteile kann ich dagegen absolut verzichten.

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