• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Freizeit: Große Liebe zu knatternden Zweitaktern

09.08.2014

Nadorst Schon als junger Mann träumte Kurt Puschkarski von einem Vélosolex – selbstverständlich von dem französischen Original dieses Mofas mit dem Motor über dem Vorderrad. Seine Frau Ilona, damals noch seine Freundin, war es, die alles ins Rollen brachte. „Sie hatte so ein Ding und fuhr damit immer von Bürgerfelde nach Kreyenbrück zu ihrer Arbeitsstelle“, erinnert sich der 63-Jährige. Er fand nicht nur Ilona toll, sondern auch deren Vélosolex. Während die Ehe der beiden Oldenburger schon seit Jahrzehnten besteht, ließ sich der Traum vom französischen Mofa erst 2008 verwirklichen.

Damals arbeitete Puschkarski noch als Betriebsschlosser im WE-Druckhaus. Als er im NWZ -Kleinanzeiger das Verkaufsangebot eines Vélosolex (Baujahr 1981) entdeckte, schlug er zu. Für 200 Euro holte er sich das begehrte Gefährt in seine kleine Hobbywerkstatt neben dem Eigenheim in Nadorst. Er baute es komplett auseinander, stellte beim Zerlegen des Motors einen Kolbenfresser fest, kaufte für 40 Euro einen Teilmotor und musste schließlich doch in eine Fachwerkstatt, weil die Solex nicht anspringen wollte.

Premiere mit Panne

400 Euro hatte er am Ende in das Mofa reingesteckt, bis er endlich auf die erste Tour gehen konnte. Doch auch die 150 Kilometer verliefen nicht ohne Panne: „Einer meiner Reifen hatte einen Platten.“ Über seine vielen weiteren Erlebnisse mit dem Mofa führt Kurt Puschkarski seither akribisch Tagebuch.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Daten und Fakten zum „Nasenwärmer-Moped“

Der Prototyp des Vélosolex entstand 1940. Das Mofa wurde vom französischen Vergaserhersteller Solex von Marcel Mennesson, einem der beiden Firmengründer, entwickelt und von 1946 bis 1988 hergestellt. In Lizenz wird das Mofa von unterschiedlichen Firmen in verschiedenen Ländern auch heute noch – allerdings in modifizierter Form – produziert.

Der Erfolg des Gefährts lässt sich auf dessen Einfachheit, Robustheit und geringen Kraftstoffverbrauch (etwa 1,4 Liter Normalbenzin-Zweitaktöl-Mischung auf 100 Kilometer) zurückführen. Auch war der Anschaffungspreis gering: Die letzten Serienexemplare in Deutschland kosteten rund 800 DM, als man für Mofas deutscher Hersteller schon über 1500 DM zahlen musste.

Typisch für das Original ist der Motor über dem Vorderrad, der dem Vélosolex auch den Spitznamen „Nasenwärmer-Moped“ einbrachte. Der Zweitakt-Motor des meistverbreiteten französischen Modells 3800 (ab 1966) ist klappbar an der Gabel befestigt. Ungedrosselt beträgt die Höchstgeschwindigkeit 30 bis maximal 35 Km/h.

Als er dann Anfang 2011 in den Ruhestand ging, konzentrierte sich der Nadorster ganz auf sein Hobby. Und dabei blieb er nicht allein. Mit anderen Solex-Fans hat er mittlerweile einen Club gegründet. „Wir sind eine lockere Runde, die sich zu Ausfahrten trifft“, erzählt er. Man hilft sich, wenn das Mofa mal nicht läuft. Und da der gelernte Autoschlosser zu den Fachleuten der Materie gehört, ist er ein besonders begehrter Mann in der Szene. „Vélo-Kurt“ prangt auf einem Schild in seiner Werkstatt, in der er nicht nur an seinem Mofa schraubt, sondern auch an denen anderer Fahrer. Da reisen dann auch welche aus Hamburg an, um den Nadorster um Hilfe zu bitten.

Zum großen Kreis der Solex-Freunde gehören längst nicht nur Rentner. Auch die Altersgruppe zwischen 30 und Anfang 50 Jahren ist hier stark vertreten. „Die früheren Puch-Fahrer sind heute Solex-Fans“, weiß Puschkarski.

Beim typischen Knattergeräusch des Zweitaktmotors geht ihnen das Herz auf. Sie genießen „das schöne Langsamfahren“, denn zum Jagen eignet sich das Mofa nicht. „So um die 25 Stundenkilometer kann man damit fahren“, sagt der Fachmann.

Im Laufe der Jahre sind schon viele Mofas durch seine Werkstatt gegangen. Immer wieder hat sich der 63-Jährige – oft über Anzeigen in der NWZ  – ein neues altes Gefährt gekauft, es überholt und wieder zum Laufen gebracht. Manche Mofas braucht er auch nur, um sie auszuschlachten – wenn bei einem Clubmitglied mal wieder etwas am Vélosolex kaputt gegangen ist und ersetzt werden muss.

Schätze in Kellern

Gern fährt Puschkarski auch zu Oldtimertreffen, um dort nach originalen Ersatzteilen Ausschau zu halten. „Da und auch wenn man sonst mit der Solex unterwegs ist, wird man oft auf das Mofa angesprochen“, erzählt er. Und auch über diese Gespräche kommt er oft an „Schätze, die in Kellern stehen.“

Für die Nachbauten der Originale interessieren sich Kurt Puschkarski und seine Mitstreiter nicht. „Die haben mit der ursprünglichen Solex nichts zu tun“, sagt der 63-Jährige. Die hätten ja sogar Elektrostarter.

Und so bastelt der Nadorster in seiner Hobbywerkstatt emsig vor sich hin. Oft knattert’s auf seinem Hof. Dann naht mit großer Sicherheit ein Clubmitglied – weil es Probleme mit seinem Mofa hat und den Profi braucht. Oder um gemeinsam auf Tour zu gehen. Dann winkt Ilona Puschkarski hinterher. Das Fahren mit dem Vélosolex ist heute nicht mehr ihre Sache. Sie bevorzugt das Fahrrad.

Susanne Gloger Redakteurin / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2108
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.