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Jetzt alle: Oldenburg, Rio, Tokio

22.02.2017

Oldenburg Für viele Sportler war 2016 ein Hit, doch für Elke Seeliger und Ruth Spelmeyer hatte das Jahr einen besonderen Klang. VfL-Leichtathletin Spelmeyer erlebte im August in Rio ihre ersten Olympischen Spiele, ehe Schützin Seeliger im September ihr Paralympics-Debüt in der brasilianischen Metropole feierte. Doch die Träume gehen weiter: Angelehnt an den 80er­-Chartstürmer „New York, Rio, Tokyo“ von „Trio Rio“ haben beide das Ziel Tokio 2020 im Hinterkopf. Vielleicht wird für sie „Oldenburg, Rio, Tokio“ ein Riesen-Hit.

Jugendtraum

„In nicht einmal einer Minute ist alles in Erfüllung gegangen, was ich mir als Sportlerin immer gewünscht habe“, sagte Ruth Spelmeyer im Rückblick auf das Erlebnis Olympia, von dem sie schon als Kind geträumt hatte. Im Nachhinein wirkt ihr Weg nach Rio wie vorbestimmt: Nach Erfolgen in der Jugend über 100 und 200 Meter wechselte die VfLerin vor sechs Jahren auf die Stadionrunde.

Nach schwierigen Jahren stellten sich 2012 erste Erfolge ein: Spelmeyer wurde Deutsche U-23-Meisterin. 2013 folgten die erste Teilnahme mit der deutschen Staffel an einem internationalen Event, der Team-EM im englischen Gateshead, 2014 DM-Silber und erneut die Team-EM sowie 2015 der DM-Titel. Zudem erreichte Spelmeyer den vierten Platz bei der Universiade in Südkorea – quasi den Olympischen Spielen der Studenten.

Dazu steigerte die Oldenburgerin ihre Bestzeit von Jahr zu Jahr, um sie im Juni 2016 unter 52 Sekunden zu schrauben und damit das Olympia-Ticket zu lösen. Als Deutsche Meisterin erreichte sie in Rio mit neuer Bestzeit (51,43 Sekunden) in starker Manier sogar das Halbfinale der 24 besten 400-Meter-Sprinterinnen der Welt und belegte dort Rang 16. „Ein überwältigendes Erlebnis“, sagte sie.

Bis zur EM 2018 in Berlin will die 26-Jährige in jedem Fall weitermachen und ihre Bestzeit unter 51 Sekunden drücken: „Ich bin noch nicht am Limit“, meinte Spelmeyer – und hat die Spiele 2020 im Hinterkopf.

Spiele 2020 im Visier

Die Spiele in Tokio hat auch Elke Seeliger im Visier. Die Sportschützin vom SV Etzhorn brauchte zunächst ein wenig, um die vielen Eindrücke von Rio zu verarbeiten. „Eigentlich habe ich jetzt erst begriffen, was da alles passiert ist. Die vergangenen eineinhalb Jahre waren für mich nur Vollgas“, erzählt die 44-Jährige, die 2016 neben der Paralympics-Teilnahme beim Weltcup in Bangkok Gold und Silber absahnte.

Erst ein Jahr zuvor sei sie „so reingeschlittert“ in den Spitzensport mit Handicap. Aufgrund einer Nervenerkrankung im Rückenmark ist sie seit 2014 auf einen Rollstuhl angewiesen. Schnell war ihr klar, dass sie sich davon nicht aufhalten lassen und weiter im Sportschießen aktiv sein würde. „Ich wollte den Leuten beweisen, dass ich es schaffen kann – und habe es auch geschafft“, sagt Seeliger.

Auch wenn in Rio keine Medaille drin war, spricht die Mutter von zwei Kindern von einem „Highlight. Jeder Sportler – ob gesund oder mit Handicap – hat doch dieses Ziel. Auch wenn ich wusste, dass ich nicht ganz oben landen würde“, meint Seeliger, die in den Disziplinen Gewehr (50-Meter-Distanz) und Luftgewehr (10-Meter-Distanz) jeweils das Finale verpasste.

Ihr Mann hatte sie zwar nach Brasilien begleitet, durfte sie aber bei den Wettkämpfen nicht unterstützen. „Das ist gegen die Regularien“, erklärt Seeliger. So war sie auf sich allein gestellt: „Dann kann man nicht 110 Prozent geben wie bei Wettkämpfen in Deutschland. Die Kraft ist irgendwann weg.“

Das sei dann auch schon mal ein Moment, „in dem man das Gewehr in die Ecke schmeißen möchte“, sagt die Sportschützin: „Aber ich kann es gut und mache es gern, deshalb bleibe ich dabei.“ Bei einer erneuten Qualifikation wolle sie Tokio 2020 mit einer besseren Vorbereitung angehen, um mehr „Hits“ auf der Zielscheibe zu landen.

Arne Jürgens
Volontär, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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