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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Konkurrenzkampf macht Talente stärker

30.10.2013

Oldenburg Im Juli traf es dann ihn. Testspiel in Niendorf. Muskelfaserriss. „Beim Sprinten habe ich gemerkt, dass irgendwas gezogen hat“, sagt der 15-jährige Loic Schröder. Kurz darauf bestätigte die Diagnose des Arztes die Vermutung. So eine Verletzung kann einen jungen Fußballer wie Loic zurückwerfen. Sechs Wochen später, am fünften Regionalliga-Spieltag, gab er sein Comeback für die U 16 des VfL Wolfsburg: 40 Minuten, eine B-Jugend-Halbzeit, spielte er beim 3:3 in Niendorf, wo er sich verletzt hatte.

Langzeitbeobachtung von zwei Oldenburger Talenten

Zwei Jungen, zwei Vereine, ein Traum: Über mehrere Jahre verfolgt die NWZ die Entwicklung der Freunde Loic und Jann. Wie verläuft ihr sportlicher Werdegang? Was wird aus ihrem Traum vom Profisport? Jann Schlötke (16) ist fester Bestandteil des Abwehrzentrums der in der Regionalliga spielenden U 17 des JFV Nordwest. Er kommt vom VfL Oldenburg. In seiner Kindheit lief er für den TuS Bloherfelde und BW Bümmerstede auf. Jann geht in die zehnte Klasse des Alten Gymnasiums in Oldenburg. Loic Schröder (15) ist zehn Monate jünger und spielt seit August 2012 beim VfL Wolfsburg. Zurzeit stürmt er für die U 16 der Wölfe, die in der Regionalliga auch auf Janns Mannschaft trifft. Loic besucht die Eichendorffschule, die direkt am Internat der Wolfsburger liegt. Vor seinem Wechsel erzielte der Stürmer Tor um Tor für den VfB Oldenburg. Zuvor war er für GVO aktiv.

Die bisherigen Teile der Serie gibt es im Internet:

Teil eins („Zwei Jungen, ein Fußball-Traum“, 1. September 2011) unter Teil zwei („Fußball ist mehr als ein 1:0“, 8. März 2012) unter Teil drei („Traum vom Profi-Fußball rückt näher“, 18. August 2012) unter Teil vier („Zwischen Fußball-Frust und Glücksgefühlen“, 21. März 2013) unter

Teil eins („Zwei Jungen, ein Fußball-Traum“, 1. September 2011) unterwww.nwzonline.de/fussball-talente1

Teil zwei („Fußball ist mehr als ein 1:0“, 8. März 2012) unterwww.nwzonline.de/fussball-talente2

Teil drei („Traum vom rofi-Fußball rückt näher“, 18. August 2012) unterwww.nwzonline.de/fussball-talente3

Teil vier („Zwischen Fußball-Frust und Glücksgefühlen“, 21. März 2013) unterwww.nwzonline.de/fussball-talente4

„Ich musste erst mal wieder reinkommen, aber es wird“, sagt Loic, der im Sommer 2012 vom Jugendleistungszentrum des VfB zu den Wölfen gewechselt war, nach sechs Einsätzen und einem Tor. Der Stürmer der U 16 kämpft dafür, wieder von Beginn an zu spielen. Loic steht unter Druck.

Professionelles Umfeld

Das Aufeinandertreffen mit seinem Freund Jann Schlötke hatte Loic noch verpasst. Am vierten Spieltag gewann Wolfsburg mit 5:1 gegen die U 17 des JFV Nordwest, für die Jann Gegentore verhindern soll. Mit 17 Zählern steht Janns Team zwei Punkte hinter dem fünftplatzierten VfL Wolfsburg auf Rang sieben.

In der vergangenen Spielzeit schwebte der 16-Jährige zuweilen zwischen Bundesliga- (U 17) und Bezirksligamannschaft (U 16) des VfL Oldenburg. „Das kann man auf jeden Fall so sagen, dass es für mich jetzt besser läuft. Der überwiegend ältere Jahrgang hat es mir schwer gemacht, einen festen Platz in der Bundesliga zu bekommen“, blickt Jann zurück. In dieser Saison hat er noch keine Minute verpasst. Trainer Wolfgang Horn hatte zuletzt viele Ausfälle zu beklagen. Jann steht nicht ganz so unter Druck.

Loic gehört zur Niedersachsenauswahl. Er lebt in einem hochprofessionellen, finanziell liquiden Umfeld. Betreuer, Physiotherapeuten, Athletik- und Rehatrainer, Pädagogen, Sekretärinnen und Köche kümmern sich um die Internatsmitglieder in Wolfsburg – und nehmen ihnen Arbeit ab. Es geht um Fußball.

Um den Abstand der Oldenburger Nachwuchsarbeit zu diesen Talentschmieden zu verringern, wurde der JFV Nordwest gegründet. Einen Autobauer gibt es hier nicht. Leistung fordern die Verantwortlichen dennoch ein. „Die Jungs haben schon Druck, gerade im Training. Für das Spiel versuchen wir, ihnen den aber zu nehmen, damit sie ihre Aufgaben gut umsetzen“, sagt Horn.

Wie gehen die Talente mit diesem Druck um? Können Eltern Unterstützung leisten? „Ich lasse mich nicht von anderen verunsichern“, sagt Jann. Selbst mache er sich aber schon Druck. „Man kann auch schnell auf der Bank sitzen, wenn man die ganze Sache nicht ernst nimmt.“ Bei Loic klingt es noch eine Nummer größer: „Fast bei jedem Spiel kommen viele Zuschauer, viele Sichter, Berater... Man will sich natürlich zeigen und vermeiden, viele Fehler zu machen. Das ist sehr schwer.“

Unterstützung der Eltern

Loics Mutter sieht ihren Sohn etwa einmal im Monat. Anfang Oktober ist Diane Schröder zum Spitzenspiel beim Hamburger SV (1:2) gereist. „Am Anfang war es echt schwierig“, sagt sie über die Zeit vor gut einem Jahr, als Loic gerade ausgezogen war. Sie findet, er spiele in dieser Saison befreiter, trotz des gestiegenen Konkurrenzkampfes. In der U 15 war er sich seines Platzes in der Startformation sicher, sagt der 15-Jährige.

Der Unterstützung durch seine Eltern ist sich Jann bewusst. „Alleine dass sie versuchen, bei jedem meiner Spiele dabei zu sein, zeigt mir, dass ich nicht alleine dastehe“, sagt er. Oft werde er gefahren, weil es sonst aufgrund der Schule zeitig eng werde. „Das hilft mir schon immer, seit ich angefangen habe, zu spielen.“

Es gibt aber auch andere Eltern (und nicht nur Eltern), die logistische und fürsorgliche Unterstützung mit übertriebenem Ehrgeiz verwechseln, die auf dem Sportplatz pöbeln und manchmal sogar handgreiflich werden. In Hessen wurde vor wenigen Wochen eine E-Jugend-Partie wegen eines wildgewordenen Co-Trainers abgebrochen. In den DFB-Anstandsregeln werden Sperrbereiche für Zuschauer am Spielfeldrand thematisiert. „Fünf, sechs Meter reichen da manchmal gar nicht aus“, sagt JFV-Trainer Horn. Im Umfeld seines Teams sei aber „alles in Ordnung. Sie pushen natürlich zur Motivation, das ja.“

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