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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

„Laufen ist der Dialog mit sich selbst“

12.10.2010

FRAGE: Das Laufen fasziniert immer mehr Menschen. Dieses Jahr gibt es zehn Volks- und Straßenläufe in Oldenburg. Wie sehen Sie die Entwicklung des Laufsports?

DIECKERT: Insgesamt sehr positiv. Was heute selbstverständlich ist, auf Wegen und Straßen zu laufen, hat es vor 40 Jahren nicht gegeben. Wir sind damals belächelt worden, wenn wir liefen, mussten uns Sprüche anhören. Im Rahmen der Trimm-Aktion haben wir die Losung ausgegeben „Lauf mal wieder“. Wir wollten das Laufen anstoßen, die Eroberung der Natur durch den Lauf. Heute ist Laufen selbstverständlich, es wird überall gelaufen, in der Stadt, auf den Straßen und im Wald. Es ist gut, dass Laufen eine Volksbewegung geworden ist. Ich finde es großartig, dass so viele Menschen laufen, auch an Volksläufen teilnehmen.

FRAGE: Was bewirkte den Aufschwung des Laufsports?

DIECKERT: Zunächst ist das Bedürfnis gewachsen, etwas für sich zu tun. Und dann wirkte natürlich das Beispiel. Man muss sich überwinden, ehe man sich traut, auf die Straße zu gehen und zu laufen. Es fängt im Kopf an, im Kopf muss man die Grenze überschreiten, den „inneren Schweinehund“, wie es auf einem Trimmplakat hieß, besiegen. Heute fällt es leichter zu laufen. Laufen wird als selbstverständlich angesehen, man macht sich nicht mehr lächerlich, wenn man läuft. Laufen ist auch der Dialog des Menschen mit sich selbst, mit dem eigenen Körper. Man horcht in sich hinein. Laufen verbessert die Einstellung zum eigenen Körper. Man fühlt sich besser, man lernt, Grenzen zu überschreiten, ist stolz auf das Erreichte. Und man bekommt Anerkennung von anderen Menschen für die Leistung nach einem langen Lauf oder einer guten Zeit.

FRAGE: Wie sehen Sie das Laufen im Verhältnis zu anderer sportlicher Aktivität?

DIECKERT: Die Hauptsache ist, die Menschen bewegen sich. Laufen ist dabei die grundlegende Bewegungsform des Menschen. In der Steinzeit mussten die Menschen viele Kilometer gehen und laufen, um Nahrung zu finden. Heute in der Superzivilisation verkümmern wir, wenn wir uns nicht bewegen. Unsere Trimm-Pfade waren immer eine Kombination aus Laufen und anderen Übungen. Laufen ist fundamental.

FRAGE: Sie sind regelmäßig Gast beim Everstener Brunnenlauf. Viele Kinder und Jugendliche starten dort. Wie sehen Sie den Zulauf?

DIECKERT: Ich vermute, dass Kinder und Jugendliche mehr Spaß am Spielerischen haben und lernen wollen: einen Handstand zu machen, ein Tau hochzuklettern oder einen Ball ins Tor zu schießen. Zum Laufen müssen sie ein Ziel haben, die Medaille, die Gruppe, die Schule, die Anerkennung. Auch Sponsorenläufe zeigen: Für etwas zu Laufen erhöht die Motivation.

FRAGE: Was sagen Sie zu 25 Jahre City-Lauf?

DIECKERT: Ich habe die Anfänge gar nicht so mitbekommen, ich war zu der Zeit viel zu Forschungsreisen in Brasilien. Ich freue mich, dass es diesen Lauf schon so lange gibt und wünsche den Läuferinnen und Läufern sowie den Organisatoren viel Erfolg.

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