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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Mädchen geben Basketball (k)einen Korb

17.11.2016

Oldenburg „Basketball kann von Jungen und Mädchen gleichermaßen betrieben werden.“ So wirbt der Deutsche Basketball Bund (DBB) auf seiner Internetseite vor allem um den weiblichen Nachwuchs. Denn für die Ballsportart begeistern sich eher die Jungen.

Die Mädchen der U-17-Mannschaft des Bürgerfelder Turnerbunds (BTB) und ihre Trainerinnen Elin Groschang und Lisa Kayser sind jedoch mit großer Begeisterung bei der Sache. Das Training macht den Spielerinnen viel Spaß, ist aber meistens ziemlich anstrengend. Spätestens wenn es heißt: „Bälle weg und alle an die Baseline“, hört man das ein oder andere Stöhnen in der Halle. Auch wenn die Erschöpfung nach dem anstrengenden Lauf- und Krafttraining relativ groß ist, freuen sich die Talente aber über ihre Fortschritte. Ohne Fleiß kein Preis.

Das eigentliche Basketballspielen haben die Übungsleiterinnen dieses Mal ans Ende des Trainings gesetzt. Nun wollen sie sehen, wie die Spielerinnen die Theorie in die Praxis umsetzen, die gelernten Techniken anwenden und natürlich den Korb treffen. Doch das ist nicht immer so einfach.

Einerseits ist das Niveau innerhalb der Mannschaft unterschiedlich. Die Mädchen, die am längsten Basketball spielen und somit auch die meisten Erfahrungen sammeln konnten, sind schon bis zu fünf Jahre dabei, die Neueren spielen erst seit etwa zehn Monaten. Andererseits besteht das Team derzeit aus nur sieben Spielerinnen, was sich daraus ergeben hat, dass die Basketballmannschaften meist aus zwei Jahrgängen zusammengesetzt sind.

Zu Beginn jeder Saison rückt der ältere Jahrgang eine Altersklasse auf, der jüngere verweilt in der jeweiligen Altersstufe. Die knappe Besetzung spiegelt das Grundproblem des Mädchenbasketballs auch in Oldenburg gut wider: Immer weniger Mädchen gehen auf Korbjagd, wodurch sich die Mannschaften verkleinern.

„Der Mädchenbasketball erlahmt“, sagt Henning Haseleu, der unter anderem als Trainer beim BTB tätig ist. Er war neben Sebastian Brunnert grundlegend am Aufbau von Mädchenmannschaften in Oldenburg beteiligt.

Als Grundschullehrer startete er mit dem Einrichten von Basketball-AGs und förderte damit den Nachwuchs. Eher per Zufall wurde er dann Anfang 2000 von seiner Nachbarin gefragt, ob er als Trainer im OTB aktiv werden wolle. Er nahm das Angebot an und hatte Erfolg. Schon zwei Jahre später gab es mehr als 20 begeisterte Spielerinnen in dem Verein, und weitere Mannschaften entstanden.

Auch Haseleus Mädchenteam, das er seit gut zehn Jahren trainiert und das nun in der Frauenliga spielt, hat eine besondere Entwicklung durchlaufen. Als Haseleu so beispielsweise seinen Vereinswechsel vom OTB zum BTB ankündigte, zog seine gesamte Mannschaft mit. Zudem führte sein Konzept, jedes einzelne Talent zu fördern und den Teamgeist aufrechtzuerhalten, dazu, dass die Gruppe nicht nach Jahrgängen aufgeteilt wurde und es bis jetzt so weit gebracht hat.

So wurden die damaligen U-17-Mädchen bei den Norddeutschen Meisterschaften im Mai Dritte. Allerdings ist dieses Jahr das letzte für die Mannschaft. Es ist ein „Abschiedsjahr“, sagt Haseleu. Die Spielerinnen stecken in den Abiturvorbereitungen und werden danach ihre Wege gehen, was das Ende des langjährigen gemeinsamen Basketballspielens bedeutet.

Schade ist das allemal, nicht nur, weil es die Mannschaft so nicht mehr geben wird, sondern auch, weil es in anderen Mannschaften ähnlich aussieht und es kaum Nachfolgerinnen gibt. Und nicht nur die Zahl der Basketballerinnen ist gering, es mangelt in Oldenburg ebenso an Organisationen und erfahrenen Trainerinnen und Trainern, die den Mädchen die Möglichkeit geben könnten, sich der Ballsportart zuzuwenden. Zudem gibt es keine Förderung von Mädchenbasketball, die mit der des Jungenbasketballs vergleichbar wäre.

So bieten beispielsweise die EWE Baskets ihren jungen Talenten Perspektiven in den Kadern der Nachwuchsligen. Ähnliche Angebote für Mädchen gibt es in Oldenburg allerdings nicht. Eine mögliche Ursache ist, dass der Männerbasketball zum Beispiel durch spektakuläre Dunkings, die man bei den Frauen eher nicht sieht, mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht und damit auch mehr Interesse erregt. „Mädchen müssen mehr kämpfen und sehr zu ihrer Sache stehen, wenn sie erfolgreiche Basketballerinnen werden möchten“, berichtet Haseleu.

Es ist zu hoffen, dass sich wieder mehr Mädchen finden, die sich für die attraktive Ballsportart interessieren und ihre Begeisterung für das Basketballspielen entdecken. So wie die U 17 des Bürgerfelder TB. Denn wie heißt es beim DBB: Basketball kann von Jungen und Mädchen gleichermaßen betrieben werden.

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