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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Reisebericht: Mit dem Liegerad nach Portugal

17.08.2010

OLDENBURG 40 Kilometer hinter Oldenburg war der erste Reifen platt. Kein guter Start: noch fast 9600 Kilometer vor sich, Luftlinie 2000 Kilometer weiter als nach Peking. Da wollten der Oldenburger Uwe Groeber (52) und der Hamburger Carsten Böttcher (40) nämlich eigentlich hin, vier Monate. Aber weil der Beruf dann doch nur acht Wochen zuließ, nahmen sie Portugal ins Visier, ihr Lieblingsland, mit dem Liegerad: von Oldenburg über die Alpen durch Spanien nach Porto und Caminha, dann runter nach Granada und durch die Sierra Nevada. So weit der Plan.

Nordportugal hatten die Freunde in bester Erinnerung: die Landschaft, das Meer, die Menschen, Essen und Trinken: galao, bacalhau, borrego und vinho verde. Vor 17 Jahren hatten sie eine ähnliche Tour schon mal gemacht. Nun also wieder, nur weiter, in kürzerer Zeit. Am Ende werden sie im Schnitt jeden Tag 171 Kilometer gefahren sein – 56 Tage lang. Denn beide sind leidenschaftliche Radsportler, der Sozialwissenschaftler Groeber außerdem Ju-Jutsu-Trainer beim TuS Bloherfelde und VfL Rastede, sehnig und durchtrainiert.

Als Reisemittel ist das Rad für ihn ideal. „Da nehme ich auch auf, was am Wegesrand liegt.“ Die Radgeschwindigkeit biete einen guten Kompromiss zwischen großer Entfernung und hoher Intensität.

Über Egge- und Fichtelgebirge, Moldau und Donau, Pilsen und Linz, Hohe Tauern, Po-Ebene und Turin ging’s in die Westalpen, hoch auf diverse Tour-de-France-Berge wie den kahlen Mont Ventoux, jeder mit vollem Gepäck. Und mit bis zu 89 km/h hinab, Richtung Provence und wieder hinauf in die Pyrenäen, durch den auf 1800 Meter Höhe liegenden Tunnel von „de Bielsa“ über die Grenze, quer durch Nordspanien und dann die letzten 250 Kilometer von Braganca nach Porto in einem Rutsch. Zwischendurch begleiten sie spontan eine Aktion der spanischen Stiftung „Sport ohne Barrieren“ (deporte sin barreras) und fahren mit Rollstuhlsportlern über den Jakobsweg. Uwe Groeber sagt: „Das war ein toller Tag mit einer tollen Truppe.“

Für beide war „der schönste Teil der Norden von Portugal, eine herrliche Gegend mit der Atlantikküste und den nahen Bergen, dazu grün ohne Ende“. Weil die Gegend so schön war und aus der eingeplanten Sierra Nevada 45 Grad gemeldet wurden, kurvten die Radfahrer stattdessen kreuz und quer durch Nordportugal, dann ging’s zurück.

„Das Faszinierende ist der permanente Wechsel von Landschaft und Kultur“, sagt Groebel. Dabei habe aber auch eine große Weite ihre Faszination, etwa „wenn die Sonnenblumenfelder bis zum Horizont reichen“. Die letzte große Weite, zwischen Wesel und Oldenburg, müssen sie sich dann aber nicht mehr so genau anschauen: die 270 Kilometer fahren sie einfach durch, ohne Panne – die Bilanz: ein platter Reifen, 40 Kilometer hinter Oldenburg.

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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