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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

84-Jähriger bleibt die Nr. 1 im Motorsportclub

22.02.2018

Ofenerdiek Die Nummer Eins war er oft: Rolf Kühne, der im Juni 85 Jahre alt wird, hat für den Motor-Sport-Club Oldenburg (MSCO) so manchen ersten Platz eingefahren. Er hat es schwarz auf weiß, dass er sogar im Club an der Spitze steht: Sein Mitliedsausweiß trägt die Nummer 1.

Am 3. April 1952 ist Kühne in den Verein eingetreten, der im Oktober 1951 seine Gründungsversammlung hatte. Da war er Lehrling. Zimmermann wollte er werden. „Einen Beruf musste ich ja haben“, sagt er. Den Beruf als Zimmermann hängte er dann aber an den Nagel und widmete sich neben seinen beruflichen Tätigkeiten (er war u.a. als Versicherungskaufmann erfolgreich) dem Motorsport.

Eigentlich sei er ein Autonarr, so der 84-Jährige. Aber sein Hobby waren zunächst gar nicht so sehr die Autos – vielmehr Motorräder. Den Führerschein der damaligen Klasse 4, der für ein kleines Kraftrad reichte, hatte Kühne mit 18 Jahren in der Tasche. Drei Jahre später machte er den Lkw-Führerschein und damit auch den für Pkws, sowie auch noch den „Einser“ für schwere Motorräder.

Mit einem geliehenen Motorrad startete Rolf Kühne seine unglaubliche Motorsport-Karriere. Sie begann 1953 mit Geschicklichkeitsturnieren und Kradvorführungen in Oldenburg mit dem Clubkameraden Günther Bouda, der vor drei Jahren verstorben ist. Mit seinem ersten eigenen Motorrad (einer NSU Max), das Kühne sich 1953 anschaffte, fuhr er weitere große Erfolge ein. Er holte in dem Jahr als Solofahrer viele Pokale und Urkunden.

Seiner NSU Max folgte eine BMW 500 mit Seitenwagen. 3050 DM hatte das Motorrad gekostet, damals fast soviel wie ein VW. Es war eine Maschine, die Aufsehen erregte: „Damit wurdest du anerkannt“, so Kühne. Und die BMW 500 war schnell. Das Gespann Kühne mit Heinz Küper als Beifahrer war in den Jahren 1954 bis 1960 sehr erfolgreich. Goldmedaillen gab es zum Beispiel für „Rund ums Pestruper Moor“, „7. Burgdorfer Gelände-Fahrt“ „Rund um die Krummhörn“, „5. Rhön-Ring-Fahrt“ und „Rund um Westerstede“.

Im Jahr 1960 stellte Rolf Kühne seine motorsportlichen Aktivitäten auf Autos um. Zuerst fuhr er einen Rallye Kadett (1968), dann einen Opel Commodore GS (1969 bis 1973) und zum Schluss einen Datsun Cherry (1974 bis 1976).

Es folgten Rundstreckenrennen zum Beispiel auf dem Nürburgring und vielen anderen Rennstrecken in Deutschland, Holland, Österreich und Belgien. Beim „20. ADAC-2-Stunden-Rennen in Zandvoort“, beim „Flugplatzrennen Wunstorf’, bei der „AVD Nürburg Trophäe“, dem „Rundstreckenrennen auf Sylt“ und auf dem „Hockenheimring“ gab Kühne Gas.

Die größten Erfolge erzielte er im  Jahr 1969 mit dem Commodore GS. In dem Jahr fuhr er 18 Rundstrecken- und Bergrennen. Neunmal erzielte Kühne den ersten, fünfmal den zweiten, dreimal den dritten Platz. Einmal ist er ausgefallen.

Das schlimmste Erlebnis seiner Karriere war ein schwerer Unfall am 1. August 1970 auf dem Nürburgring. Er hatte sich mit seinem Commodore GS überschlagen und sich den Halswirbel gebrochen. Diese Verletzung spürt Rolf Kühne nach vielen Operationen heute noch. 1976 beendete er den aktiven Motorsport. In seinem Haus stehen unzählige Pokale und hängen Unmengen von Urkunden. Alle Zeugen einer rasanten Ära.

Heute ist der 84-Jährige bis auf einige Wehwehchen noch ziemlich fit und nimmt rege am Clubleben teil. Er und Hermann Dittmann sind die ältesten Mitglieder im MSCO und gehören zum Ehrenrat. Für den Verein hat Kühne auch sein umfangreiches privates Fotoalbum geöffnet. Einsehen kann man es unter


     www.msc-oldenburg.de/fotogalerie-2 
Susanne Gloger
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2108

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