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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Wenn der Laufsport zur Zeitreise wird

09.11.2019

Oldenburg Wenn der „Lop dwasch dörn Wildenloh“ an diesem Sonntag seine 38. Auflage erlebt, fühlt sich Michael Freitag wieder ein wenig wie ein Zeitreisender. „Der Lop ist einfach einzigartig. Es ist eine Art Flashmob, den das Team Laufrausch da alljährlich inszeniert: nur ein paar Zelte im Wald, dazu gute Stimmung, heißer Tee und kleine Steine als Erinnerungspreise. Die Zeitnahme erfolgt wie vor 37 Jahren manuell, wo gibt es das noch?“, schwärmt der 48-Jährige, für den die urige Veranstaltung an der Grenze zwischen Stadt und Ammerland der Favorit unter den Laufveranstaltungen ist.

„Tolle Laufcommunity“

„Vor zwei Jahren habe ich am Halbmarathon in Berlin mit mehreren 1000 Teilnehmern teilgenommen. Das hatte auch seinen Reiz“, kann der Mann von den Laufsportfreunden aber auch modernen Veranstaltungen etwas abgewinnen.

Laufspektakel komplett Ausgebucht

Großer Beliebtheit erfreut sich der „Lop dwasch dörn Wildenloh“ auch bei seiner 38. Auflage. „Alle drei Leistungsläufe sind ausgebucht. Am Sonntag sind keine Nachmeldungen mehr möglich“, erklärt Eilert Hustede vom Team Laufrausch. Es gibt aber um 10 Uhr einen Jedermannlauf ohne Platz- und Zeitwertung, wahlweise über 3000, 6000 oder 9000 Meter.

Start und Ziel befinden sich am Trimm-Dich-Pfad an der Edewechter Landstraße. Die Leistungsläufe beginnen um 10.45 Uhr (1600 Meter, Jahrgänge 2004 bis 2013), um 11.10 Uhr (3200, 2007 und älter) und 11.45 Uhr (9000, 2001 und älter).

Fast alle Läufe in und um Oldenburg hat Freitag schon abgehakt. Einzig die Sandkruger Schleife steht beim Professor der Allgemeinmedizin an der Carl-von-Ossietzky-Universität noch nicht in der sportlichen Vita. Das soll sich aber bald ändern.

Die Lust auf einen richtigen Marathon verspürt Freitag jedoch nicht. „Ab und an einen Halbmarathon – aber ich habe keinen Drang, länger zu laufen“, sagt der 48-Jährige: „Mein Wunsch wäre es, auch mit 70 noch ohne große Wehwehchen laufen zu können – ich glaube, auf Dauer ist Marathon nicht gesund.“ Die Lust auf einen Triathlon habe sich zeitmäßig bisher nicht verwirklichen lassen.

Erste Erfahrung als Läufer sammelte der gebürtige Mainzer als 16-Jähriger bei Waldläufen im Rahmen des Schulsports. Auch während seines Studiums in Heidelberg schnürte er immer wieder die Laufschuhe, aber es sollte noch bis 2002 dauern, ehe er sich bei einem Halbmarathon in Regensburg erstmals eine Startnummer an die Brust heftete. „Ich bin damals mit dem Babyjogger häufig an der Donau langgelaufen“, sagt Freitag: „Meistens morgens vor der Arbeit – allerdings eher sporadisch.“

Das sollte sich ändern, als er Ostern 2015 nach Oldenburg zog und hier den laufsportbegeisterten Hausarzt Marc Falkenstein kennenlernte. Gemeinsam ging und geht es noch immer zu Gewässern in der Umgebung wie den Woldsee oder den Baggersee in Westerholt. „Wir laufen hin, schwimmen dort und laufen dann wieder zurück“, erklärt Freitag.

„Ich habe auch schnell festgestellt, welch tolle Laufcommunity es in Oldenburg gibt“, erzählt der 48-Jährige, der sich unbedingt einem Verein anschließen wollte, „auch wenn ich wusste, dass ich es zeitmäßig nicht schaffen würde, regelmäßig zum Training zu gehen“. Bei den Laufsportfreunden Oldenburg nimmt er immer wieder an Bahneinheiten wie am gemeinsamen Training im Bürgerbusch teil.

Er liebt es allerdings auch, alleine laufen zu gehen. „Dabei kann man sehr gut nachdenken. Hier habe ich dann auch schon Artikel im Kopf vorformuliert“, erzählt Freitag und ergänzt: „Eigentlich müsste ich ein Diktiergerät dabeihaben, um meine Gedanken festzuhalten.“

Seit 2017 gehört der Uni-Professor zu den treibenden Kräften beim „Lauf der Allgemeinmedizin“ im Rahmen des Oldenburg-Marathons gehört. Waren es vor drei Jahren noch 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, gingen in diesem Jahr schon knapp 90 an den Start – mit 19 Teams stellte man die meisten beim Staffellauf.

Studenten begeistern

Mit dabei waren auch zwei Dutzend Medizinstudenten. „Schon in der Einführungsveranstaltung bieten wir den Erstsemestern die Teilnahme an unserem Lauftreff an – und einige von ihnen sind dann auch schon beim Oldenburg-Marathon mitgelaufen“, erzählt Freitag, der auch bei Dienstreisen immer seine Laufschuhe im Gepäck hat. Dass die nun im Wildenloh ein bisschen schmutziger als sonst werden dürften, ist ihm egal – er steht einfach auf diese herrliche Zeitreise an der Stadtgrenze.

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