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Bootsverleih: Als auf der Mühlenhunte gerudert wurde

27.04.2018

Oldenburg Eines ärgert Wolfgang Stiehler: Wenn in diesen Tagen von dem Bootsverleih an der Mühlenhunte die Rede ist, wird stets über Tretboote gesprochen. „Dabei waren es Ruderboote, die den Bootsverleih groß gemacht haben.“

Der pensionierte Physik- und Mathematiklehrer vom Friesoyther Albertus-Magnus-Gymnasium muss es wissen. Seinen Eltern, Heinz und Elfriede Stiehler, gehörte der Verleih von 1954 bis 1969. Elfriede Stiehler stammt aus der Familie von Holzbau Suhr am Grenadierweg, ist eine Tochter von Hans-Johannes Suhr, der das Unternehmen im Jahr 1921 gemeinsam mit Herrmann Vogel gegründet hatte. Schwiegersohn Heinz Stiehler wurde häufiger für Reparaturarbeiten zur Mühlenhunte geschickt. Die in Oldenburg nach Ende des Zweiten Weltkriegs stationierten britischen Soldaten liehen sich dort oft Boote aus und ruderten über die Mühlenhunte. Auf der Themse, in Cambridge oder Oxford hat das Rudern eine große Tradition, die in der Fremde gepflegt wurde.

Damals war das Rudern auf der Mühlenhunte noch bis zum Küstenkanal möglich. Durch die Reparaturarbeiten seines Vaters entstand der Kontakt zum Bootsverleiher Klusmann, erzählt Wolfgang Stiehler. Zum 1. August 1954 gab Klusmann auf und verkaufte den Verleih an die Stiehlers. „Für ein Heidengeld“, fügt der Edewechter hinzu.

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Doch der Verleih war eine Goldgrube, das Geld kam schnell wieder hierein. „Wir hatten ein eigenes Haus und schnell ein eigenes Auto“, erinnert sich Stiehler, der heute in Edewecht wohnt. Doch die Arbeit hatte eine Kehrseite. Stiehler: „Meine Eltern hatten praktisch nie Urlaub, tagsüber sahen sie sich kaum. Meine Mutter versorgte den Haushalt und ich brachte meinem Vater oft das Mittagessen in einem Topf zum Verleih.“

Familie Stiehler war stadtbekannt und Wolfgang sowie seine Schwester Doris die Kinder vom Bootsverleih. „Wir machten natürlich auch Blödsinn“, erinnert sich der 71-Jährige. Die Boote waren aus Metall gebaut. Im Krieg war Heinz Stiehler technischer Zeichner beim Flugzeugbau in Bremen. Diese Fertigkeiten setzte er beim Bootsbau ein. Rund 16 Paddelboote, die alle Namen von Kindern, Nichten oder Neffen der Familie wie Stefan, Christian, Mathias, Jutta oder Beate trugen, gehörten zum Verleih. Die fünf Ruderboote waren nach Seen wie Wolfgangsee oder Wannsee benannt. Im Winter wurden sie in den Anfangsjahren mit einer Handkarre von der Mühlenhunte zum Grenadierweg gezogen – später dann auf einem Autoanhänger. In Haarentor wurden die Boote in der beheizten Halle repariert und frisch gestrichen. Sie wurden von Heinz Stiehler beschriftet, auch die Paddel stellte er selbst her. Die Fahnen am Bootssteg wurden mit der Nähmaschine von Ehefrau Elfriede angefertigt.

Im Winter lief der Betrieb an der Mühlenhunte auf Sparflamme und im Kiosk wurden hauptsächlich Zeitungen und Tabakwaren verkauft. Dennoch: Elfriede und Heinz Stiehler wurde die Arbeit und die ständige Präsenz zu viel, am 30. Juli 1969 verkauften sie den Verleih an Dieter Schmidt, dessen Nachfahren der Bootsverleih bis Mitte vergangenen Jahres gehörte. Mittlerweile ist Anja Wiehl Eigentümerin des Verleihs, der nach längerer Schließung Mitte Mai provisorisch wieder öffnen soll. Demnächst wird auch der alte und nicht mehr sanierungsfähige Kiosk abgerissen und durch einen Neubau aus Holz ersetzt – mit kleiner Gastronomie.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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