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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Corona-Krise Im Oldenburger Handball: Wie Silke Prante die Unentschlossenheit der Funktionäre erlebt hat

16.03.2020

Oldenburg Inzwischen steht die Sport-Welt nahezu still, nachdem sich vor dem Wochenende die Entwicklungen in der Coronavirus-Krise überschlagen haben. Wie viel Unsicherheit, Unwissenheit und Unentschlossenheit es in der Phase auch bei vielen Verantwortlichen aus dem Handball-Sektor gab, zeigen die Erfahrungen von Silke Prante mehr als deutlich. Die Trainerin des in der 3. Liga um den Klassenerhalt kämpfenden VfL II hatte sich frühzeitig, aber lange erfolglos um eine Absage des am Samstag geplanten Heimspiels gegen die Spitzenreiterinnen vom TV Hannover-Badenstedt bemüht.

Viel Zeit am Telefon

„Als ich bei den Verantwortlichen der Liga angerufen habe, bekam ich zu hören, dass da viel Panikmache bei ist und dass dies noch kein Grund sei, ein Spiel abzusagen“, berichtet Prante und ergänzt: „Da müsste ich mit einer Anordnung des Gesundheitsamtes kommen.“

Die 53-Jährige hat wie ihr Kollege Andreas Lampe (neben seiner Tätigkeit als Co-Trainer der ersten Mannschaft auch für die Talente in der Jugend-Bundesliga zuständig) am Donnerstag viel Zeit am Telefon verbracht, um jemanden zu finden, der eine klare Entscheidung treffen würde.

„Keiner verantwortlich“

„Einigen Funktionären ist, glaube ich, nicht ganz klar, dass Handball nur ein Sport ist und es Wichtigeres gibt. Wir haben schließlich auch Verantwortung gegenüber anderen Menschen. Schließlich haben wir nicht nur ein Dasein in der Halle“, meint Prante, die wie einige ihrer Spielerinnen als Physiotherapeutin tätig ist und in ihrem Beruf regelmäßig mit alten und kranken Menschen arbeitet. „Ich habe auch beim Gesundheitsamt und bei der Ärztekammer angerufen, aber da fühlte sich keiner verantwortlich“, erzählt die Trainerin. Der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) habe „nur zurückgeschrieben, dass man das selbst klären müsste. Keiner wollte hier eine Entscheidung treffen.“

Verdacht in Badenstedt?

Während es zuvor zumindest schon Komplettabsagen der Spiele in der 1. und 2. Bundesliga am Wochenende gegeben hatte, war zunächst länger unklar, wie es in der 3. Liga, in den unteren Spielklassen und auch in der Jugend-Bundesliga weitergehen würde.

Der von Lampe und Mirco Neunzig betreute VfL-Nachwuchs ist in der Eliteliga mit weißer Weste durch Vor- und Zwischenrunde marschiert und sollte bald im Viertelfinale gegen den VfL Bad Schwartau (Hinspiel am 28. März in Schleswig-Holstein, Rückspiel am 5. April in Oldenburg) um den Einzug ins Final-Four-Turnier (30./31. Mai) kämpfen.

Nachdem der HVN in Abstimmung mit den anderen Landesverbänden später am Donnerstag den Spielbetrieb für die Zeit vom 13. März bis 19. April ausgesetzt hatte, gab es für Prante & Co. erst am Abend Gewissheit – aber auch zunächst nur für dieses Wochenende. Der Spieltag wurde komplett ausgesetzt, als mehrere Partien wegen Coronavirus-Kontakten abgesagt worden waren. Auch im Umfeld von Gegner Baden­stedt soll es einen möglichen Verdachtsfall gegeben haben.

Richtig gestoppt wurde der Spielbetrieb bis 19. April auch in den oberen Ligen erst am Freitag durch den Deutschen Handballbund (DHB). „Eine gute Entscheidung. Ich hätte mir nur gewünscht, dass wir nicht erst stundenlang hinterhertelefonieren gemusst hätten“, moniert Prante.

Zukunft fraglich

Wie es sportlich weitergeht, ist noch nicht abzusehen. Eine übergreifende Arbeitsgruppe werde sich in der Zwischenzeit „mit spieltechnischen Konsequenzen sowie Rahmenbedingungen des Spielbetriebs in der Saison 2020/21 beschäftigen“, hieß es seitens des DHB.

Nach dem Ablauf der nun genannten Frist steht für den VfL II nur noch das Heimspiel am 26. April gegen den Hannoverschen SC auf dem Plan. Das Duell mit Badenstedt ist erst einmal auf dem 30. Juni „geparkt“. Drei weitere Spiele müssten nachgeholt werden. Prante ist recht skeptisch, ob die Saison noch regulär beendet werden kann: „Ich weiß nicht, wie das gehen soll.“

Auch kein Kicken

Die Empfehlung vom Handball-Verband Niedersachsen (HVN) am Donnerstag, bis zum 19. April auch den Trainingsbetrieb einzustellen, wurde beim VfL sofort umgesetzt. Peter Görgen, Geschäftsführer der VfL-Bundesliga-GmbH, untersagte allen Mannschaften, in der Zeit die Hallen zu betreten: „Und kommt bitte nicht auf die Idee, wenn sich ein paar Freiwillige finden, mal eben ein wenig in der Halle zu kicken.“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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