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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Kutschfahrt-Angriff „völlig überzogen“

01.10.2019

Oldenburg Den Angriff der Tierrechts-Aktivisten von „Peta“ auf Kutschfahrten in Deutschland – die NWZ berichtete am Montag – kann der Vorsitzende des Stadtsportbundes, Gero Büsselmann, nicht nachvollziehen. Als ehemaligem Zweispännerfahrer auf Turnieren „schwillt mir der Kamm“, sagte Büsselmann. Unter anderem auf den Inseln sei zwar manches „weit davon weg, was wir bei der reiterlichen Vereinigung dazu lernen“. Peta wolle aber den kompletten Fahrsport verhindern, was völlig falsch sei: „Fahrsport ist die ideale Form des Pferdesports, weil es den Tieren am meisten entgegenkommt.“ Peta arbeite bewusst mit Übertreibungen und Rechtsverstößen. Es gebe seriöse Tierschutz-Organisationen, zu denen Peta nicht zähle.

Auch der Oldenburger Helmut Fokkena, der schon als Kind auf dem Bauernhof seiner Großeltern in Kreyenbrück mit Kutschen und Kutschpferden aufgewachsen ist, die Fahrprüfung hat und heute 20 historische Kutschen besitzt, äußerte sich kritisch. Fokkena sagte: „Der Artikel hat mich sehr erstaunt. Ich habe eine ganz andere Meinung dazu. Die Forderung, alle Kutschfahrten auf Straßen und Wegen zu verbieten, ist völlig überzogen, das passt aber zu Peta.“ Die Organisation, deren US-Chefin jegliche Sonderrechte des Menschen „gegenüber anderen Säugetieren“ bestreitet, sei maßlos. Fokkena: „Es gibt bestimmte Kriterien, die beachtet werden müssen. Das heißt: Die Kutschen müssen Bremsen haben, man darf nicht ohne Fahrprüfung fahren, die Kutsche muss TÜV-abgenommen sein und man darf Pferde nicht einfach anspannen, sondern muss sie langsam auf die Aufgabe vorbereiten, gerade auch an Geräusche.“

Pferde seien Fluchttiere. Sie müssten am besten schon als Fohlen das Muttertier als gewöhntes Fahrpferd an ihrer Seite haben: Fokkena: „Man muss sie erst mal auf dem eigenen Gelände eingewöhnen, und langsam anfahren, mit Ruhe. Man muss als Fahrer ganz viel Vertrauen aufbauen, die Stimme ist sehr wichtig, die Hände, die Beobachtung des Ohrenspiels.“

Fokkena, Organisator nicht nur des Weidenfestes, sondern zahlreicher prominenter Kutschfahrten („Bonn-Berlin“ und viele andere), erinnerte auch an die Geschichte der Pferdefuhrwerke in Oldenburg: von Kartoffel- und Heuernte über die Umzüge mit Wollering und Deus bis zur Beerdigung von Horst Janßen, der – wie im Testament gewünscht – vierspännig (und ausschließlich mit Rappen) von der Lambertikirche zum Gertrudenkirchhof gefahren wurde. Fokkena: „Die Bilder sind um die Welt gegangen.“

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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