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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Oldenburger fliegt für Deutschland

14.09.2019

Oldenburg „Nur Fliegen ist schöner“, sagen viele, wenn sie gerade richtig von etwas begeistert sind. Wenn Oliver Springer diesen Spruch benutzt, hat er eine etwas andere Bedeutung. Der Oldenburger erfüllt sich den alten Menschheitstraum als Segelflieger schon seit mehreren Jahrzehnten. Was der Vorsitzende des Luftsportvereins Oldenburg-Bad Zwischenahn jetzt im Saarland erlebte, war aber nicht normal. Bei der Deutschen Meisterschaft der 15-Meter-Klasse landete Springer auf Rang vier, qualifizierte sich so für die nächste EM 2021 in Litauen und ist damit jetzt Mitglied der Nationalmannschaft.

„Das ist 28 Jahre her“

„Das letzte Mal, dass ich das war, war von 1989 bis 1991 bei den Junioren – das ist nun fast unglaubliche 28 Jahre her“, sagt Springer: „Segelfliegen bietet einen besonderen Reiz, sich mit den Kräften der Natur viele Stunden von Thermik zu Thermik zu bewegen und dabei viele 100 Kilometer zurückzulegen.“

Bei den Titelkämpfen über der Region um den etwa 50 Kilometer südwestlich von Trier gelegenen DM-Austragungsort Marpingen standen für die Segelflieger zehn Wertungstage auf dem Plan. Dabei wurden von den 27 Startern jeweils im Schnitt 350 Kilometer in etwa vier Stunden Flugzeit zurückgelegt.

Die Ergebnisse wurden in Punkte umgerechnet. Am Ende lag Springer mit 8010 Zählern nur 25 hinter dem drittplatzierten Georg Theisinger (8035, DJK-Segelfluggemeinschaft Landau). Davor sicherte sich Steffen Schwarzer (8190, Luftsportring Aalen) den DM-Titel vor David Bauder (8183, SFG Donauwörth-Monheim).

„Während der zehn Wertungstage lag ich drei in Führung, ansonsten immer zwischen dem zweiten und fünften Platz“, erklärt Springer.

Ein Fauxpas am fünften Tag brachte den Oldenburger Unternehmer aber wohl um eine Medaille. „Wegen eines ärgerlichen Fehlers habe ich 100 Punkte verloren. Ich dachte, ich wäre in einen verbotenen Luftraum eingeflogen. Dies hätte eine virtuelle Außenlandung bedeutet, mit einem uneinholbaren Abzug von 500 Punkten“, erklärt Springer und ergänzt: „In dieser Aufregung bin ich zunächst 20 Minuten relativ kopflos unterwegs gewesen, bis ich wusste, dass ich nicht ganz sicher in diesem verbotenen Luftraum war. Jedenfalls bin ich letztlich zu früh zur Ziellinie geflogen und 10 Minuten unter der zu fliegenden Mindestzeit angekommen.“ Der Fehler kostete ihn 10 km/h und somit etwas über 100 Punkte.

Taktische Maßnahmen

„Taktisch habe ich zwei Dinge anders gemacht als bei früheren Meisterschaften: Bei Blauthermik – wolkenloser Himmel – bin ich in der Gruppe geblieben, um Aufwinde leichter zu finden“, erläutert Springer einen Punkt. Der andere war die Herangehensweise am letzten Wertungstag. „Ich lag auf Rang drei – mit der Gewissheit, dass Platz eins bis vier in die Nationalmannschaft berufen werden“, blickt der Oldenburger zurück: „Ich hatte drei Verfolger, die nur 70 bis 100 Punkte hinter mir lagen. Völlig allein zu fliegen hätte bedeutet, das Risiko einzugehen, dass mich eventuell alle überholen.“

Somit flog Springer einem Duo hinterher, um dieses im direkten Duell möglichst hinter sich zu lassen. Theisinger, der bis dahin auf Rang sechs gelegen hatte, nutzte jedoch die Chancen und eroberte noch Bronze. „Der dritte Platz war für mich weg, dafür aber der Nationalmannschaftsplatz gesichert“, sagt Springer. Oder anders ausgedrückt: Nur eine Medaille ist schöner.

Schnupperwochenende beim Zweitligisten

Die Segelflieger vom Luftsportverein Oldenburg-Bad Zwischenahn gehören als Zweitligist derzeit zu den Top 60 der 560 Vereine in Deutschland. 2015 und 2018 flog die Mannschaft in der 1. Bundesliga (Top 30).

Wer Lust hat, selbst das Steuer in die Hand zu nehmen, kann sich ein Schnupperwochenende gönnen und beim Flugplatz unweit des Zwischenahner Meeres in Rostrup die Ausbildung zum Segelflugpiloten unverbindlich testen.

Mehr Infos unter www.segelfliegen-am-meer.de/fliegen.html

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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