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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Königin Fußball führt Schattendasein in Oldenburg

05.06.2019

Oldenburg Keine Autofähnchen, kein Public Viewing, keine schwarz-rot-güldenen Blumenketten: Dass die Fußball-WM der Frauen am Freitag startet, geht an vielen notizlos vorbei. Das ganze öffentliche Brimborium fehlt. Und selbst wer wollte, hätte in Oldenburg ein Problem, sich entsprechend zu wanden. In den großen Kaufhäusern ist das Trikot nicht zu bekommen. Weder bei Galeria Kaufhof noch bei Intersport hängen die weißen Leibchen. Auch Sport Duwe hat sie aktuell nicht im Programm. Während bei Duwe laut Mitarbeiter Christian Thölking in der Vergangenheit das eine oder andere Trikot über den Ladentisch gegangen ist, bleibt bei Galeria die Nachfrage laut Mitarbeiter Erik Schmidt eher aus. Platz für Staubfänger hat heute kein Einzelhändler mehr übrig.

Doch dass es in einem fußballverrückten Land mehr Reaktionen hervorruft, wenn Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool in einem rein englischen Finale die Champions League gewinnt, ist schon nachdenkenswert. Aber vielleicht liegt da auch der Hund begraben, in dem ständigen Vergleich mit den Männern. Eine Theorie, die zumindest Frank Wronski, Trainer der Landesligistinnen vom FC Ohmstede nicht ganz von der Hand weisen will. „Wir sprechen natürlich über die WM, aber weniger über die Frage, ob die Spiele gemeinsam geguckt werden als vielmehr, warum die WM kein Thema ist.“

Ein möglicher Ansatz sei, dass die spielerischen Leistungen in jüngster Zeit nicht so prickelnd waren. Die Jahre, in denen Deutschland seinen WM-Titel verteidigte oder Jahr um Jahr aufs neue Europameister-Titel einheimste, liegen nun ja schon etwas zurück. Bei der EM 2017 war nach dem Viertelfinale Schluss. Bei der WM in Kanada im Jahr 2015 reichte es noch für Platz 4, die Mannschaft musste sich den späteren Weltmeisterinnen aus den USA geschlagen geben. Die im übrigen – nicht nur, weil sie erfolgreicher spielen als ihre männlichen Kollegen – derzeit gegen die ungleiche Bezahlung gerichtlich vorgehen.

„Vielleicht ist die Begeisterung dadurch ein bisschen zurückgegangen“, mutmaßt Wronski. Und dann sei es etwas unglücklich, dass zu sehr versucht worden sei, „die Männer zu kopieren“. Dabei sei es im Frauenfußball „ein ganz anderes, aber ebenso spannendes Spiel“, mehr Taktik und tolle Technik.

Dem schließt sich auch Kollege Stephan Moorlampen, Co-Trainer der 1. Damenmannschaft beim GVO, an. Er selbst sei vor zwei Jahren als Trainer zu den Damen gewechselt, und es mache ihm mega Spaß: „Frauenfußball fristet immer noch ein Schattendasein“, sagt Moorlampen, dabei sei es „toller, technischer Fußball“. Der GVO betreibt viel Außenwerbung, veranstaltet den Tag des Mädchenfußballs und sucht aktiv nach Spielerinnen. Auch Anfängerinnen seien gerngesehen, derzeit bemühe man sich um eine eigene C-Jugend.

Doch so richtig will der Funke nicht überspringen. Das hat mittlerweile auch die Marketing-Industrie erkannt und kokettiert mit eben diesem Problem. „Wir spielen“, heißt es in einem aktuellen Werbespot mit den Fußballerinnen, „für eine Nation, die unsere Namen nicht kennt“.

Ein Schicksal, das die Sportlerinnen mit zahlreichen anderen erfolgreichen Athletinnen und Athleten verschiedener Sportarten teilen, die – vielleicht durch die überragende Dominanz des Männerfußballs – es nicht aus ihrer Nische herausschaffen.

Abhilfe könnte da ein gemeinsames Schauen der Spiele schaffen, doch so etwas ist in Oldenburg bislang nicht geplant. Zumindest liegen der Stadt derzeit keine Anfragen vor. Bleibt also das gemeinsame Fernseherlebnis im Freundeskreis. So wie beim GVO: „Wir haben gerade eine anstrengende Saison hinter uns. Da haben wir zwar keine große gemeinsame Aktion geplant, es gibt sicherlich Gespanne, die sich zusammentun, um die Übertragung zu schauen, aber nicht als offizielle Veranstaltung.“  Das erste Spiel trägt die Mannschaft in der Gruppenphase am Samstag, 8. Juni, um 15 Uhr gegen China aus. Weitere Gruppengegner sind Spanien (12. Juni/18 Uhr) und Südafrika (17. Juni/ 18 Uhr)

Mareike Weberink Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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