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Freizeit: Mit Paddel in der Hand über See brettern

09.07.2018

Oldenburg Sportler duzen sich, beginnt Martin (Schlifski) die Unterhaltung. Treffpunkt ist der Bornhorster See. Seinen Transporter hat er auf dem kleinen Parkplatz am ersten der beiden Seen an der Grenze zum Landkreis Wesermarsch abgestellt. Wir sind verabredet zum Stehpaddeln. Auf der Messe „Caravan Freizeit Reisen“ hatte ich mitten im Winter in einem langen Becken in der Weser-Ems-Halle die ersten Stehversuche auf dem wackeligen Brett erfolgreich unternommen. Der Ehrgeiz war angestachelt.

Bretter in Säcken

Nun ist Sommer, doch wo sind die Bretter, frage ich Martin. Gut verstaut in großen Rucksäcken. Zwei Stück hat der 54-jährige Geschäftsführer vom Tauchertreff Dekostop mitgebracht. Wir tragen sie auf den Rücken geschnallt zum Ufer des Sees. Martin rollt sie dort aus und wirft eine elektrisch betriebene Luftpumpe an. Bis zwei PSI bläst sie das Brett auf, zwölf PSI sollte der Luftdruck mindestens sein, der Rest wird mit einer Luftpumpe hereingepresst. Handbetrieben, Aufwärmphase nennt Martin die schweißtreibende allerdings nicht allzu lange währende Arbeit.

Ist die erledigt, wird das Brett umgedreht und eine kleine Finne eingesetzt und verschraubt. Das gibt dem Brett Stabilität, erklärt Martin weiter. Dann geht’s an das Paddel. Sie bestehen aus Aluminium, Fiberglas oder in der teuereren Variante aus Carbon – die sind entsprechend leicht. Bei längeren Touren macht sich das bezahlt, gibt Martin seine Erfahrungen weiter. Die beiden Teile der höhenverstellbaren Paddel müssen zusammengesteckt und auf die Größe des jeweiligen Paddlers eingestellt werden. Mehr als 120 Kilogramm trägt das Brett, die großen Varianten sogar bis zu 300 Kilogramm – da kann in zwei Netzen sogar Gepäck mitgenommen werden. Am Bornhorster See verstaut Martin seine Wertsachen und die seiner Kursteilnehmer in einem wasserdichten Sack – sicher ist sicher.

Neun Kilo Gewicht

Neun Kilo wiegt mein Stehpaddel-Brett, ich halte es an einer Schlaufe und trage es mühelos zum See und lasse es  an einer seichten Stelle zu Wasser. Martin: „Zunächst musst Du Dich aufs Brett hocken, das Paddel ablegen aber in der Hand festhalten und dann in etwa in der Mitte des Brettes aus der Hocke mit beiden Beinen gleichzeitig aufspringen.“ Kein Problem das Gleichgewicht zu finden, in meiner Jugend habe ich gesurft, allerdings mit einem Segel auf dem Bord, Mast und Gabelbaum, an dem man sich festhalten konnte. Andere tun sich da schwerer, erklärt Martin. In den Kursen nehmen die Start- und Stehübungen einen breiteren Raum ein. Apropos festhalten – das ist der große Unterschied zum Surfen mit Segel, man steht mit dem Paddel in der Hand freihändig auf dem Brett.

Paddel vorn einstechen

Weiter geht’s: Das Paddel muss möglichst weit vorne am Bug ins Wasser gestochen und senkrecht am Brett vorbeigezogen werden. Ein Stich links, einer rechts, das Brett nimmt Fahrt auf, dann zwei Stiche links und zwei Stiche rechts. Für eine Kurve wird das Paddel in die Gegenrichtung gezogen, dann geht’s schnell. Oder man sticht es nur an einer Seite ein, dann dauert es allerdings länger mit der Drehung, der Radius wird deutlich größer.

Nach wenigen Minuten stellt sich größere Sicherheit ein. Das wackelige Brett unter den Füßen gewinnt scheinbar an Stabilität. Martin ist Profi und zieht mit ein paar kraftvollen Zügen locker davon. Mit den Kursteilnehmern würde er nun den See umrunden, dabei den naturgeschützten und gesperrten Bereich natürlich auslassen. Martin hat vor vielen Jahren eine schweren Motorradunfall gehabt und seitdem Probleme mit dem Rücken. „Seitdem ich vor zwei Jahren mit dem Stehpaddeln angefangen habe, sind die Probleme verschwunden“, freut sich der 54-Jährige. Auch sein Physiotherapeut spürt deutliche Verbesserungen an der Rückenmuskulatur seines Patienten – die Verspannungen und Muskelverhärtungen sind quasi verschwunden.

Ich muss zurück ins Büro und an den Schreibtisch. Martin nutzt die Gelegenheit, in seiner Mittagspause noch ein wenig über den See zu fahren. Der Vorteil für mich: Der Abbau des Brettes und der Rücktransport zum Bulli bleiben mir erspart.

Das Naturerlebnis ist überwältigend, das hat viel Spaß gemacht. Man kann sich gut vorstellen, auf der Hunte zu paddeln oder Touren auf anderen Seen zu unternehmen. Martin mahnt aber auch zur Vorsicht. Nicht überall ist die Wasseroberfläche so glatt wie auf dem Bornhorster See an diesem Tag. Wenn’s zu kabbelig wird, muss man sich hinhocken, rät er.

Längere Ausflüge

Kurse bieten neben dem Tauchertreff der WSMFunsport (Beachclub Nethen), Aviango (Hunte und Zwischenahner Meer) an, berichtet Martin. Es gibt Einsteigerkurse, Ausflüge zur Feier eines Geburtstags aber auch organisierte ganz- oder mehrtägige Ausfahrten. Die Bretter sind recht günstig zu haben. „Ein gutes kostet zwischen 800 und 900 Euro“, sagt Martin, rät aber dazu, nicht an der falschen Stelle zu sparen. Wer’s bequemer mag, kann sich noch eine Elektropumpe plus Batterie für rund 160 Euro dazukaufen – nur der Rest Luft wird von Hand gepumpt.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
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