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Als Rudi Assauer dem VfB Oldenburg letztmals die Daumen drückte

08.02.2019

Oldenburg Als großer Macher mit dicker Zigarre hatte Rudi Assauer mir schon vor rund 15 Jahren im Bremer Weserstadion gegenübergestanden. Als ich ihm letztmals in einem Fußballstadion begegnete, war seine Alzheimer-Erkrankung bereits mehr als ein Jahr bekannt. Mit kleinem Pils vor sich auf dem Tisch, aber immer noch großer Strahlkraft saß er am 18. November 2013 in den zur tristen Witterung passenden Katakomben der Arena des SV Meppen. Dort hatte er gerade wohl letztmals ein Spiel des VfB Oldenburg verfolgt, den er Anfang der 90er Jahre als Manager durch Freud und Leid geführt hatte.

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„Ich hatte am Ende des Abends den Eindruck, dass es Rudi den Umständen seiner Alzheimer-Erkrankung entsprechend gut ging und er bei der Verabschiedung zufrieden war mit dem Verlauf des Abends“, sagte VfB-Ehrenpräsident Klaus Berster mir damals. Er hatte Assauer zu dem Stadionbesuch eingeladen, und der ehemalige Bundesliga-Spieler und -Manager war der Einladung mit seiner Tochter Bettina Michel gefolgt.

In Bersters erster Amtszeit als Vereinspräsident hatten er und Trainer Wolfgang Sidka den damals 46-jährigen Assauer nach Oldenburg gelotst, um den Traditionsclub nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga zu professionalisieren. Assauer blieb drei Jahre beim VfB, die Freundschaft zu Berster bis zu seinem Tod an diesem Mittwoch.

Das Treffen vor etwas mehr als fünf Jahren an der Stätte, wo die einstigen VfB-Weggefährten im Mai 1992 trotz eines 2:0 den Aufstieg in die 1. Bundesliga knapp verpasst hatten, war nur eins von vielen in den vergangenen Jahren. An dem nasskalten November-Abend im Emsland habe Assauer auf ihn „einen sehr fitten Eindruck“ gemacht, sagte Berster.

Assauer verfolgte das Duell der Erzrivalen aufmerksam, kommentierte einige Aktionen und ließ sich zeitweise bereitwillig mit Fans fotografieren. „Seine Tochter erzählte mir, dass die Ärzte derartige Unternehmungen durchaus begrüßen und diese als Bekämpfung einer gewissen Lethargie ansehen“, berichtete Berster.

Den Wunsch von TV-Sender Sport 1, der das Montagsspiel damals live übertrug, ein Interview mit ihr zu führen, lehnte Michel damals übrigens ab. Als Schiedsrichter Sven Jablonski das Duell der Erzrivalen damals beim Stand von 2:2 nach 92 Minuten abpfiff, waren sie, Assauer und Berster schon in den Katakomben verschwunden.

Die „Rudi, Rudi ...“-Rufe der Zuschauer beim Abgang aus der Arena hätten bei ihm „eine Gänsehaut“ hervorgerufen, verriet Berster und ergänzte mit Blick auf Assauers Gemütslage: „Das hat er sehr wohlwollend registriert.“ Der heute 82-Jährige, der aktuell zum dritten Mal beim VfB am Ruder sitzt, hatte natürlich schon bemerkt, dass mit seinem einst so wortgewandten wie charismatischen Freund längere Dialoge nicht mehr geführt werden konnten.

Weiteren Einladungen zu großen Runden wie 2015 zum Jubiläumstreffen der Aufstiegsmannschaft von 1990 konnte Assauer wohl wegen der fortschreitenden Erkrankung nicht mehr folgen. Die gesellige Runde im ungemütlichen Presseraum des alten Hindenburg-Stadions hatten er und Berster im November 2013 allerdings noch sichtlich genossen – zwar ohne dicke Zigarre, aber mit kleinem Pils und in großer Freundschaft.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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