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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Oldenburger TB trauert um „Mister Basketball“

15.02.2019

Oldenburg Dass sich Oldenburg im Basketball – 1954 im OTB vereinsmäßig auf den Weg gebracht – in den vergangenen 65 Jahren zu einer Hochburg entwickelt hat und die Baskets heute in der Bundesliga zu den Spitzenteams gehören, wäre ohne einen Mann so nicht möglich gewesen. Hans-Dieter Niedlich war einer der bedeutendsten und markantesten Wegbereiter dieses Basketball-Booms in der Stadt und ist nun leider im Alter von 79 Jahren gestorben.

Als überragender Spieler und Trainer hat er nicht nur den OTB bis in die Bundesliga geführt, sondern war auch von 1959 und 1967 Nationalspieler. Oldenburg hat Hans-Dieter Niedlich unendlich viel zu verdanken.

Als talentierter und ehrgeiziger Spieler machte er bereits in der Jugend auf sich aufmerksam. Noch bemerkenswerter war sein Engagement als Trainer. Als Autodidakt eignete er sich aus Lehrbüchern, meist in Englisch, das Basketball-ABC an und setzte es mit seinen gleichaltrigen Mannschaftskameraden um.

Benno Bünnemeyer – Oldenburger bis heute geblieben – und Bernd Schiphorst – heute in Hamburg und Berlin, unter anderem war er Präsident von Hertha BSC – erinnern sich gern an diese Zeit.

Hans-Dieter, in Basketball-Kreisen nur „Nudel“ genannt, führte vollkommen neue Methoden ein: Er ließ mit Bleiwesten trainieren, um das Sprungvermögen zu verbessern, und kreierte Spielsysteme, die jeden Gegner verblüfften. Bezeichnungen dafür wie „Ohio 1“, „Ohio 2“ und „Alter Stiefel“ sind den Akteuren von damals noch bestens vertraut.

Mit dieser Trainingsintensität, die in Deutschland damals ihresgleichen suchte, stieg der OTB im Jahr 1959 in die höchste deutsche Spielklasse auf, die Oberliga-Nord. 1964 gelang die Norddeutsche Meisterschaft mit Endrundenspielen – heute Playoff-Spielen – in der Weser-Ems-Halle. Und 1966 gehörte der OTB mit zu den Vereinen der neu gegründeten Basketball-Bundesliga, damals zweigeteilt in Nord und Süd. Der VfL Osnabrück und der MTV Wolfenbüttel waren damals die schwierigsten Gegner.

Die Bundesliga-Ära des OTB endete 1967, als sich die Erfolgsgeneration altersbedingt zurückzog und Hans-Dieter Niedlich nach Hamburg wechselte. Dort hatte er Sport studiert. Es folgten sein Diplomsportlehrer, sein „Dr.“ und sein „Prof.“ in Sportwissenschaften. Folgerichtig übernahm er das renommierte Sportinstitut an der Hamburger Universität, was er bis zu seiner Emeritierung erfolgreich leitete.

Besonders herauszustellen ist aber über das Kapitel Oldenburg hinaus seine Karriere als Basketball-Nationalspieler: Mit 19 Jahren wurde er von dem damaligen Bundestrainer Yakovos Bilek entdeckt. Trotz einer Körpergröße von nur 1,80 Metern wurde er schnell Anspieler Nummer eins, Stammspieler und auch Mannschaftsführer. Über acht Jahre lang bestritt er insgesamt 50 Länderspiele, unter anderem 1967 in Oldenburg in der damals nagelneuen Haarenuferhalle beim Europameisterschafts-Qualifikationsturnier, und war als Kapitän rechte Hand von Bilek.

Er galt damals in Oldenburg zu Recht als „Mister Basketball“. Er gehörte – wie Schip­horst als damaliger Basketball-Abteilungsleiter heute sagt – mit Oldenburger Sportidolen der damaligen Zeit in eine Reihe: Den Schwimmerinnen Helga Schmidt und Uta Frommater, dem Boxer Hein ten Hoff und dem Fußballer Felix „Fiffi“ Gerritzen.

Hans-Dieter verfolgte die Basketball-Szene in Oldenburg mit großem Interesse und Stolz. Zwar war er selten hier zu sehen, aber dank TV-Liveübertragungen fieberte er mit, wenn die EWE Baskets in der Bundesliga (wieder seit 2000) und auch im Europapokal mitmischten.

In Hans-Dieter Niedlich verliert Oldenburg einen seiner wichtigsten und leidenschaftlichsten Basketball-Spieler und -Trainer seiner Zeit. Er wird in Hamburg, seiner zweiten Heimat, beerdigt.


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