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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Rudern zwischen Pelikan und Pinguin

11.05.2018

Oldenburg /Kapstadt Das Zauberwort heißt Wanderrudern. Und das Ziel: Südafrika. Zwei Wochen lang waren 15 Ruderfans vom Oldenburger Ruderverein (ORVO) gerade mit Meeresruderbooten am Fuß des Tafelbergs in Kapstadt und Simon’s Town unterwegs, auf dem Atlantik, in Küstenruderbooten als Vierer, Doppel-Zweier und Einer.

Einer von ihnen ist Dr. Jörg Dickbertel (58), der auch einen Teil der Familie dabeihatte. Der Oldenburger hat die Sparte Wanderrudern beim ORVO in den 90er-Jahren geleitet und organisiert bis heute vier Touren im Jahr: auf dem Lot und dem Doubs in Frankreich, auf Themse und Shannon und auf vielen deutschen Flüssen wie dem Main und der Mosel, auf der Moldau und in den Niederlanden. Seit 13 Jahren nehmen 5 bis 6 südafrikanische Ruderer an den Sommerwanderfahrten des ORVO teil. „Gepennt wird auf Isomatten, in Schlafsäcken, in den Rudervereinen, damit sich jeder das leisten kann.“ An Himmelfahrt waren die Ruderer auf der Ems unterwegs.

Dickbertel sagt: „Man nimmt die Gegend vom Wasser ganz anders wahr als vom Land aus.“ Seit 35 Jahren macht der Zahnarzt, der von der Weinstraße stammt, Wandertouren. Angefangen hat es an der Universität: „Eigentlich wollte ich beim Hochschulsport Kanu fahren, aber es gab nur Rudern – was sich schnell aus Glücksfall herausstellte, zumal ich dort meine heutige Frau kennengelernt habe.“ Natürlich sind die Kinder von Geburt an ORVO-Mitglieder: „Die sind im Maxi-Cosi vorm Steuermann groß geworden.“

Von der jüngsten Alpenseetour kehrten die Oldenburger zurück mit einer Einladung des Cape Coastal Rowing Club aus Simon’s Town – und machten sofort Nägel mit Köpfen. Die ersten Tage ging’s ans Western Cape, dann ins gemütliche Mariner Guesthouse in Simon’s Town, das einem der Ruderer gehört.

Dass Südafrikaner den Weg zum Wanderrudern gefunden haben, ist eher untypisch. „Sie betreiben das eher angelsächsisch, als Leistungssport, aber sie haben auch nur wenig Wanderrudergewässer.“

Die Oldenburger waren „von der Gastfreundschaft überwältigt“, sagt Jörg Dickbertel. „Sie haben sich irre Mühe gegeben, uns das schön zu machen.“ In ihren Meeresruderbooten ging es in die Mündung des „Berg River“ mit seinen Salzwiesen, den Flamingos, Pelikanen und Robben. Bei rauen Bedingungen ruderten die Freunde aus Oldenburg und Simon’s Town in der Saldanha Bay von Langebaan zum West Coast National Park. Dickbertel: „Hier erhielten wir zum ersten Mal einen Eindruck vom Rudern auf dem Meer.“ Natürlich durfte auch ein traditionelles Braai nicht fehlen: „Im Port Owen Yacht Club wurden wir mit Bergen von gegrilltem Fleisch und hervorragendem südafrikanischem Wein verköstigt, während wir den Sonnenuntergang in den Salzwiesen beobachteten.“ An Land warteten Wildtierreservat, Weingüter, Kapstadt, Cape Point National Park und viele andere Höhepunkte. „Der ruderische Höhepunkt war aber mit Sicherheit die Fahrt von Blouberg-strand nach Robben Island“, berichtet Dickbertel. „Bei traumhaftem Wetter konnten wir vor der Kulisse des Tafelberges, von Robben begleitet, den Weg zur ehemaligen Gefängnisinsel von Nelson Mandela zurücklegen.“

Bei einer gemeinsamen Ausfahrt zum Millers Point mit allen Booten des Clubs konnten die ORVO-Ruderer die Pinguinkolonie am Boulders Beach beobachten: „Die Pinguine tauchten neben und unter unseren Booten und ließen sich nicht von uns stören.“ Auf dem Rückweg vom Millers Point zeigte sich die False Bay zum ersten Mal unruhig: „Hier konnten sich die Meeresruderboote als wellengängig bewähren und unsere Armada erreichte sicher den Hafen.“ Immerhin haben die Boote elf Meter offene Fläche. Dickbertel: „Wenn da drei große Wellen reinschwappen, ist das ein U-Boot.“

Nach elf Tagen mit vielen unvergesslichen Eindrücken wurde der Aufenthalt mit einem Abschiedsdinner im Simon’s Town Yachtclub und einer Gegeneinladung nach Oldenburg abgerundet. Jörg Dickbertel sagt: „Selbstverständlich darf man neben all diesen wundervollen Erlebnissen nicht vergessen, dass wir nur einen kleinen Ausschnitt Südafrikas erlebt haben. Im Vergleich mit unseren Verhältnissen ist das soziale Gefälle immens und die Lebensbedingungen vieler Farbiger sehr schlecht. Trotzdem – Südafrika ist eine Reise wert, nicht nur zum Rudern!“
 Der ORVO hat fast 600 Mitglieder und eine der größten und aktivsten Wanderruder-Abteilungen in Deutschland (Leitung Kai Basedow). Deren Programm reicht von 11-Stunden-Regatten und Langstreckenregatten über 24 Stunden – etwa auf dem Genfer See – bis zu zahlreichen touristischen Wandertouren.


Mehr Infos unter   www.orvo.de 
Karsten Röhr
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2110

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Oldenburger Ruderverein | Yachtclub

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