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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Juniorteam stiehlt Rivalinnen die Show

20.09.2019

Oldenburg /Krumke Am Ende flossen die Tränen – vor Stolz, Erleichterung und Freude: Denn das Juniorteam Oldenburg erkämpfte sich bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften im Voltigieren im sachsen-anhaltischen Krumke in einem starken Teilnehmerfeld einen sensationellen fünften Platz. Insgesamt 26 Mannschaften hatten das Ticket für die Titelkämpfe gelöst und ihre Startbereitschaft erklärt. Die Auswahl von der Reit- und Fahrschule Oldenburg (RFO) musste sich auch mit ehemaligen wie amtierenden Weltmeistern aus Nordheim oder Neuss auseinandersetzen – und schaffte das mit großem Erfolg.

Pikante Dopplung

Bereits am ersten Wettkampftag präsentierte das Team um Sven Henze, Imke zur Brügge und Maike Zielinski eine solide Pflicht und sicherte sich mit einer Note von 6,439 knapp vor dem Team Krumke (6,435) den fünften Platz. „Da hat sich unser intensives Pflichttraining in den vergangenen Wochen gelohnt“, resümierte Henze, der immer wieder betont, wie wichtig eine Pflicht ist, um am Ende weit vorn zu laden.

Tags darauf stand dann am Nachmittag die „Greatest Showman“-Kür auf dem Programm – mit jeder Stunde Richtung Start wuchs die Aufregung bei den Mädchen. Das Pikante: Ausgerechnet das Juniorteam aus Krumke, die direkt hinter den Oldenburgerinnen lagen, gingen mit demselben Thema an den Start – und die Lokalmatadorinnen präsentierten eine ausdrucksstarke wie sichere Runde: 8,204 gab es als Wertnote.

Direkt im Anschluss liefen die RFO-Voltigiererinnen Mia Bury, Emily Nienaber, Anna-Maria Stagge, Pauline Eyhusen sowie Milla und Lily Warren in den Longierzirkel. Während Erfolgspferd Capitano sicher seine Runden galoppierte, merkte man den Sportlerinnen die Nervosität leicht an. Die Souveränität, die sie bei vorangegangenen Turnieren gezeigt hatten, fehlte in dieser Vorstellung.

Ein leichter Wackler hier, eine unsaubere Bodenlandung dort – solche Fehler fließen in die Bewertung der Kür mit ein. Mit einer Wertung von 7,9 fiel das Team auf Position sechs zurück. Und auch in der Gesamtwertung aus Pflicht und Kür zog Krumke an den Oldenburgerinnen vorbei. „Wir waren schon ein bisschen enttäuscht, wenngleich es eine gute Wertnote war“, erzählte Lily Warren.

Jubel und Rührung

Bemerkenswert: Über die Tatsache, dass sie sich mit dem sechsten Rang für das Finale qualifiziert hatten, wurde gar nicht weiter gesprochen – offensichtlich inzwischen eine Selbstverständlichkeit. So war das Trainerteam gefragt, die Mädchen für das Finale am folgenden Tag noch einmal aufzubauen und mental zu stärken: „Heute haben die Krumker die ,Greatest Show’ gezeigt, morgen seid Ihr dran“, motivierte Co-Trainerin Maike Zielinski.

Das zeigte offensichtlich Wirkung. Hochkonzentriert ging das Team in die Finalrunde und zog noch einmal alle Register – keine Wackler, keine Unsauberkeiten, Platz vier. Mitstreiter Krumke hatte größere Probleme und landete abgeschlagen auf Position zwölf. Endstand für die Oldenburgerinnen nach einer Pflicht und zwei Küren in der Gesamtwertung: Rang fünf. Jubelnd fielen sich die Mädchen in die Arme, das Trainerteam war genauso gerührt wie die mitgereisten Mütter. „Ein Riesenerfolg, mit dem wir nicht gerechnet haben“, meinte Imke zur Brügge.

Eine besonders große Last fiel Lily Warren von den Schultern: Das Kraftpaket im Juniorteam war auf der DJM an den drei Tagen insgesamt siebenmal in den Wettkampfzirkel eingelaufen – dreimal mit dem Team, viermal im Einzel. Bei ihrem Auftritt als „Mary Poppins“ gelang ihr ebenfalls der Einzug ins Finale – gemeinsam mit Longenführerin Laura Schumacher aus Großenkneten und Pferd „Duncan“, liebevoll Anneliese genannt. Die Unterstützung der Voltigierfreunde aus dem Landkreis Oldenburg, die durch ihre Hilfe erst möglich gemacht hatten, dass die 14-Jährige auch im Einzel starten konnte, hatte sich ausgezahlt.

„Ich war noch nie so aufgeregt, schließlich hatten wir als Trio nur wenig Trainingseinheiten, und im Voltigieren sind Zusammenarbeit und Vertrauen zwischen Longenführer, Pferd und Voltigierer entscheidend für den Erfolg“, erzählt die Spitzenathletin.

Schlimmes Zuschauen

Im Feld der insgesamt 47 Mitstreiter zwischen 14 und 18 Jahren gehörte die Oldenburgerin zu den jüngsten Voltigiererinnen. Nach Pflicht und Kür durfte sie am Samstag als 13. in die Siegerehrung einlaufen. Am Sonntag verzauberte sie noch einmal das Publikum, landete in der Gesamtwertung auf Rang zwölf und war damit die beste Einzelvoltigiererin für den Pferdesportverband Weser-Ems sowie für Norddeutschland.

„Da ist bei Lily in den nächsten vier Jahren als Einzelvoltigiererin noch viel Luft nach oben“, meinte Sven Henze, der dieses Mal vom Rand aus mitfiebern musste: „Das ist schlimmer, als selbst in der Mitte zu longieren.“

Noch am Abend machte sich das Team auf den Heimweg: Für einige standen tags darauf bereits Klassenarbeiten an, andere Lehrerinnen hatten Rücksicht auf die sportliche Leistung genommen und Tests verschoben.

„Es war eine unvergessliche und fantastische Zeit“, sagte Mia Bury (11), aber das Juniorteam hat schon das nächste Turnier im Blick: Am 28. September beginnen im ostfriesischen Timmel die Norddeutschen Meisterschaften. Mit dabei: „The Greatest Showman“ – präsentiert sowohl vom Juniorteam Oldenburg als auch von den Rivalinnen aus Krumke. Und: Mary Poppins fliegt wieder – dieses Mal auf Capitano.

Katja Lüers Redakteurin / Redaktion Westerstede
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Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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