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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Fachsimpeleien über Bikes und alte Böcke

05.02.2018

Oldenburg Das Knarzen der Stoßdämpfer beim Probesitzen, dazu Gerüche von Leder, Reifen und Kraftstoff, und das allgegenwärtige Gemurmel der Fachgespräche „über den Bock“ – die Atmosphäre der Motorrad-Show 2018 in den Weser-Ems-Hallen am Sonntag brachte die Herzen von vieler Biker und Motorradfreunde auf hohe Umdrehungszahlen.

Die Aussteller präsentierten den Besuchern eine breite Palette aktueller Marken, aber auch Oldtimer waren zu bestaunen. Der seit Jahren anhaltende Trend der nostalgischen Rückbesinnung auf vergangene Jahrzehnte war auf der Show jedoch allgegenwärtig. Sogenannte Retro-Bikes sehen aus „wie früher“, verwenden aber moderne Technik. Durch Verzicht auf Extras und Schnickschnack begeistern sie nicht nur Puristen, sondern machen auch individuelle Umbauten möglich.

Weit vorne beim Retro-Trend fährt die Marke Indian. „Indian war einst der größte Motorradhersteller der Welt. Wir fühlen uns der Geschichte verpflichtet“, sagte Vertragshändler Thomas Nee aus Papenburg. Die Maschinen an seinem Stand luden mit ihren geschwungenen Kurven und großen V-Motoren dann auch ein zum Träumen von Fahrten auf unendlichen Highways. Laut Nee zeigten Besucher besonderes Interesse am Modell Scout Bobber, deren gedrungene schwarze Form jede Menge Coolness ausstrahlte.

Eine andere Bobber mit Anziehungskraft gab es bei Triumph: die Bonneville Bobber Black mit dezent-schwarzem Auspuff und massiven Bremsen war nach Angaben von Udo Kölle, Triumph Bremen-Süd, „ein echtes Highlight. ,Back to the Roots‘ – das gilt nach wie vor“, erklärte er. „Nicht nur bei den älteren Jahrgängen, vor allem auch bei jungen Leuten, die jetzt in die Szene kommen.“

Insgesamt war er sehr zufrieden mit dem Verlauf – speziell, was das Publikum anging. „Wir haben hier qualitativ sehr hochwertige Gespräche mit den Besuchern in Oldenburg“, so Kölle. „Das ist nicht überall so.“

Neben Serienrädern gab es auch das eine oder andere Sondermodell zu bestaunen. Die Motorrad-Diele aus Südbrookmerland zeigte zum Beispiel eine Horex VR6. „Das ist noch die erste Serie, davon gibt es in Deutschland nur 230 Stück“, erklärte ein Mitarbeiter das Interesse seitens der Besucher, die immer wieder in Grüppchen um die Maschine standen und diskutierten.

Viele alte Maschinen aus längst vergangenen Tagen zeigten die Oldtimerfreunde Klein Scharrel, sowohl am Stand als auch in Aktion in der kleinen EWE-Arena. Knatternde Auspuffe gehörten genauso dazu wie der eine oder andere Aussetzer: Heinz Effmert, der auf einer 1940er Triumph 98 mit Sachs Motor vorfahren wollte, brauchte dann doch Anschub von zwei freundlichen BMX-Fahrern der „Freestyle Family“ Oldenburg, bevor der Zündfunke überspringen wollte. „Man kommt ja auch gar nicht dazu, jedes Motorrad wirklich laufen zu lassen“, gab er vor dem Publikum zu. Der Jäger- und Sammlertrieb gehört im Oldtimerbereich, der sich laut Effmert einem steigenden Interesse erfreut, aber sicher genauso dazu wie das Fahren selbst.

Neu in diesem Jahr auf der Show war die Marke Honda, vertreten durch die Bikerdiele Ocholt. „Wir haben letztes Jahr erst eröffnet, nach nur zwei Monaten Umbauzeit“, berichtete Sebastian Behrends. „Der Zulauf hier auf der Messe ist hoch. Wir haben ein volles Haus und sind wirklich sehr zufrieden.“

Besonderer Publikumsmagnet waren laut Behrends eine umgebaute CB 650 F, sowie die neue CB 1000 R im sogenannten „Neo Sport Café“ Stil mit hohem Rahmen und viel Echtmetall von außen.

Auf der Motorrad-Show gab es aber nicht nur Präsentation, sondern auch handfeste Beratung. „Ich suche etwas mit zwei Zylindern und luftgekühlt“, wandte sich ein Besucher auf dem Harley-Davidson-Stand an Klaus Börjes von Börjes American Bikes aus Augustfehn. Der nahm den Interessenten dann mit auf eine intensive Beratungstour – inklusive Probesitzen auf diversen Harley-Modellen.

Profis mit fachkundigem Rat fanden sich auch im Publikum. An vielen Ständen sammelten sich Grüppchen, um über Details zu fachsimpeln („Kette oder Kardan?“) oder auch, um konkrete Hilfestellung zu leisten. Rahmengewichte, Federungshärten, Zündungseinstellungen, Reifenwahl und vieles mehr wurden diskutiert. Da die Optik aber trotz allen inneren Werten wichtig ist, wurden die ausgestellten Modelle immer wieder in Sachen Aussehen bewertet. „Schwarz sieht doch viel besser aus“, entschied eine Besucherin zwischen zwei Maschinen, als ihr Mann sich hilfesuchend an sie wandte. Gut zu wissen, dass die Suche nach dem richtigen Motorrad so einfach sein kann.

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