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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Mit wenig Kraft und ganz viel Technik

31.08.2018

Oldenburg Rudern wie die Wikinger, das Ruderblatt senkrecht tief ins Wasser stoßen und dann kräftig am Riemen reißen. Das ist doppelt falsch, erklärt mir Rudertrainer Steffen Oldewurtel beim Probetraining auf der Hunte. Doppelt falsch deshalb, weil man die Blätter nur bis knapp unter die Oberfläche ins Wasser taucht und weil in unserem Boot, ein Gig-Zweier, jeder zwei Skulls und nicht Riemen bedient.

So weit die Theorie, hier die Praxis: Das Boot liegt schon abfahrbereit am Steg des Oldenburger Rudervereins Oldenburg (ORVO). „Die Hände bleiben immer an den Skulls, wenn wir halten, ein- oder aussteigen liegen die Ruderblätter flach auf dem Wasser. Das verleiht dem Boot Stabilität – quasi wie Stützräder“, erklärt der 36 Jahre alte Lehramtsreferendar die Grundregeln. Das linke Skull ist grün markiert , das rechte rot – das linke bleibt beim Rudern immer über der rechten Hand.

Das schmale Boot ist längst nicht so kibbelig wie befürchtet. Aber Achtung, die hellen Stellen dürfen nicht betreten werden, die Carbonhaut des Bootes ist nur wenige Millimeter dick, warnt Oldewurtel vor Fehltritten. Beim Rudern muss man der Bewegung des Bootes und der Skulls folgen, sie jeweils um 90 Grad drehen, senkrecht ins Wasser eintauchen und in waagerechter Position über das Wasser hinweg zurückziehen. Der Ruderer sitzt dabei auf einem Rollsitz mit Kugellager und bewegt sich vor und zurück. Fürs Einstudieren der Technik ist für mich relativ wenig Kraftaufwand notwendig. Das schmale Boot gleitet scheinbar widerstandlos durchs Huntewasser, das nach der langen Trockenperiode nur noch träge Richtung Kraftwerk strömt.

Mit Steffen Oldewurtel an Bord, der das Boot auf Kurs hält, häufig nach hinten schaut (man fährt ja rückwärts) und fürs nötige Gleichgewicht sorgt, ist das Rudern ein wunderbares Erlebnis. Das Boot gleitet an den grünen Ufern vorbei durch die Huntewiesen, der Fahrtwind sorgt für Kühlung, man ist eins mit sich und der Natur – eine tolle Erfahrung. Rudern hat einen hohen Suchtfaktor.

Bis zur ersten Huntebrücke in Hundsmühlen führt unsere Tour, knapp drei Kilometer haben wir in dieser Trainingseinheit zurückgelegt, die Zeit ist wie im Flug vergangen. Bis zur Autobahnbrücke bei der Raststätte Huntetal an der A 29 sind es zehn Kilometer, zeigt Oldewurtel längere Tourvarianten auf.

Der ORVO hat auch Vierer oder Achter im Bestand, insgesamt knapp 70 Boote – manche sind aber den Leistungssportler vorbehalten, die auf dem benachbarten Küstenkanal trainieren. Die Freizeitsportler treffen sich hinter dem Vereinsheim und der Bootshalle am Achterdiek am Ufer der Hunte und stellen zwanglos die Teams zusammen. Rudern ist vor allem ein geselliger Mannschaftssport.


Mehr Infos unter   www.orvo.de 
Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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