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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Abstieg – Fußballer verhakeln sich im TSV-Dilemma

24.07.2018

Oldenburg Nach einem langen Hickhack durch die Unregelmäßigkeiten beim TSV Oldenburg haben die Fußballer aus der Region jetzt wohl Planungssicherheit. Der Abstieg des Clubs, der in der vergangenen Landesliga-Saison – wohlwollend ausgedrückt – regelmäßig geschummelt hat, steht seit Freitag endgültig fest. Die Bezirksligisten, die es in der neuen Saison mit dem TSV zu tun bekommen, können jetzt ihren Spielplan finalisieren. Auch der Landesliga-Spielbetrieb steht damit fest.

Was sagt das Oberste Verbandssportgericht?

Das Oberste Verbandssportgericht des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) unter dem Vorsitz von Ralph-Uwe Schaffert wies die Revision des TSV gegen die vorinstanzlichen Urteile zurück. Schon das Sportgericht des Bezirks Weser-Ems hatte am 26. Mai zwei Spiele des TSV umgewertet, weil ein nicht spielberechtigter Torwart mit dem Pass eines anderen Akteurs eingesetzt wurde.

Dadurch verlor der TSV die Punkte aus dem Spiel gegen BV Essen (3:0). Am letzten Spieltag unterlag das Team 1:2 beim SV Holthausen-Biene, der die Oldenburger damit auf einen Abstiegsplatz verdrängte. Bei dem Berufungsverfahren stellte das Verbandssportgericht bei der Überprüfung der Spielberichte noch weitere Regelverstöße des TSV fest, die aber nicht Gegenstand des Verfahrens waren und deshalb nicht rechtlich bewertet wurden.

Wie lief der Staffeltag
der Bezirksliga II
?

TSV-Manager Karl-Heinz Bohn war beim Staffeltag der Bezirksliga II am vergangenen Mittwoch davon ausgegangen, dass seine Mannschaft weiter in der Landesliga auflaufen würde. Das Verhalten des TSV-Offiziellen sorgte bei den Vertretern der anderen 16 Bezirksligisten ohnehin für Unmut. Bohn erschien erst rund eine halbe Stunde nach Veranstaltungsbeginn und beantwortete dann keine Fragen seiner Kollegen.

„Eigentlich war die ganze Veranstaltung umsonst, denn wir sind ohne den Spielplan für die kommende Saison wieder nach Hause gefahren“, ärgerte sich nicht nur Nils Reckemeier, Trainer von Aufsteiger TuS Eversten.

Gibt es Änderungen für die Bezirksliga-Saison?

Die Bezirksligisten müssen sich auf eine Saison mit 34 Spieltagen einstellen, wegen der beiden Absteiger aus der Landesliga, neben dem TSV auch der Heidmühler FC, muss Staffelleiter Frank Schulte einen Spielplan für 17 Mannschaften erstellen.

Einige Ergebnisse konnten die Vereine beim Staffeltag doch mitnehmen. In dieser Saison soll es im August, September und im Mai Koppelspieltage (Freitag/Sonntag) geben. „Wenn man an die vielen Spielausfälle der vergangenen Saison denkt, war das eine überfällige Entscheidung“, meinte Reckemeier.

Startet der TSV Oldenburg wirklich in der Bezirksliga?

Die Frage, ob es in der Tat in der kommenden Saison 17 Mannschaften in der Bezirksliga gibt, ist zum jetzigen Zeitpunkt wohl völlig offen. Der TSV hat zwei Männermannschaften gemeldet. Die erste muss jetzt in der Bezirksliga spielen, die zweite soll in der 2. Kreisklasse an den Start gehen. Bei den ersten Einheiten der Vorbereitung, die beide Mannschaften anscheinend zusammen absolvierten, sollen nur sieben bis 13 Spieler dabei gewesen sein. Eine solche Zahl reicht natürlich nicht für einen ordentlichen Spielbetrieb.

Was ist über Zu- und
Abgänge bekannt
?

Bisher wurden nur Spieler-Abgänge bekannt, wenn die neuen Vereine diese Spieler als Zugänge vermeldeten. Zu den Spielern, die einen Schlussstrich unter das Kapitel TSV gezogen haben, sollen auch die langjährigen Stützen Marten Niemeyer und Johannes Wiels­pütz gehören.

Vor einer Woche hatte Vladimir Liutyi, der im vergangenen Winter den Trainerjob beim TSV übernommen hatte, einen neuen Posten als sportlicher Leiter des Nachwuchsleistungszentrums von Drittligist Hansa Rostock gefunden.

Informationen über einen Nachfolger oder neue Spieler gibt’s nicht. „Wir sind sehr gespannt, ob der TSV die Bezirksligasaison ohne Verstöße gegen die Spielordnung über die Bühne bringen kann“, sagten mehrere Teilnehmer des Staffeltages. Schulte wäre gut beraten, noch einen zweiten Spielplan für 16 Mannschaften auszuarbeiten.

Ist ein TSV-Ausschluss aus dem Verband möglich?

Hinter vorgehaltener Hand wünschen sich einige Vertreter von Oldenburger Vereinen einen Ausschluss des TSV aus dem Niedersächsischen Fußballverband. Dieser ist nach den Strafbestimmungen des NFV möglich, wenn der Verein sich in der Öffentlichkeit verbandsschädigend verhält.

„Eine derartige Sanktion sollte nur in einem extremen Sonderfall verhängt werden. Die fortgesetzten Verstöße des TSV Oldenburg in den beiden letzten Spielzeiten gegen die Spielordnung reichen dafür nicht aus“, erklärte Marian Kobus von der Rechtsstelle des NFV: „Der TSV hat zwar immer wieder betrogen, dafür ist der Verein jetzt ja auch mit dem Abstieg in die Bezirksliga bestraft worden.“

Auch das Erschleichen einer Spielerlaubnis für einen Nicht-EU-Ausländer mit einer gefälschten Meldeadresse, wie im Fall des Stürmers Peter Godfrey seitens des TSV in der Hinrunde der vergangenen Saison geschehen, ist laut Kobus kein ausreichender Grund für ein Ausschlussverfahren.

Was sagt der neue
Fußballkreis dazu
?

„In der Vergangenheit kam einmal ein Vereinsvertreter auf den Vorstand des Kreises Oldenburg-Stadt zu, der über einen Ausschlussantrag diskutieren wollte“, erläuterte Manfred Walde, der dieses Gremium bislang geführt hatte und jüngst zum Vorsitzenden des neuen Fußballkreises Jade-Weser-Hunte gekürt worden war, und ergänzte: „Im Augenblick ist so ein Antrag für uns aber kein Thema.“

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