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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Erfolgreiche Sportler visieren neue Ziele an

03.02.2018

Oldenburg Ein 27-jähriger Tennisspieler, der von Jahr zu Jahr besser wird, ein 35-jähriger Basketballer, der einfach nicht müde wird, und ein Armbrustschütze, der mit 47 Jahren seinen sportlichen Höhepunkt erlebt. Die Nominierten der Wahl zum Oldenburger Sportler des JahresMichel Dornbusch, Rickey Paulding und Michael Becker – zeigen eindrucksvoll, welche sportliche Vielfalt es in dieser Stadt gibt.

In England ungeschlagen

Für Michel Dornbusch endete das Jahr 2017 dabei mit gemischten Gefühlen. Einerseits erreichte er bei den deutschen Tennis-Meisterschaften Mitte Dezember erstmals das Viertelfinale. Andererseits hatten Ärzte kurz zuvor einen fortgeschrittenen Knorpelschaden in seinem Knie festgestellt. Der 27-Jährige muss sich operieren lassen.

Im Sommer stieg sein Club, der Oldenburger TeV, aus der 2. Bundesliga Nord ab. Für ihn persönlich lief es jedoch hervorragend. „Sportlich hat er eines seiner erfolgreichsten Jahre gespielt. In England an der Uni war er ungeschlagen und hat den Team-, Einzel- und Doppeltitel geholt“, sagt Mattis Wetzel. Er und Dornbusch belegten im britischen Durham einen Master-Studiengang. Vor zehn Jahren bestritten sie ihr erstes gemeinsames Doppel für die erste Mannschaft des OTeV.

Beide haben als Erwachsene nie für einen anderen Verein gespielt. „Als Teamkollege und Kapitän ist er ein echter Leader, der den Erfolg des Teams immer in den Vordergrund stellt, dafür alles gibt und Teamspirit verkörpert“, sagt Wetzel.

Mitte Juni wurde Dornbusch zum wiederholten Male Niedersachsen-Meister. Im Zweitliga-Sommer gewann er drei seiner vier Einzel, bevor ihn ein Muskelfaserriss ausbremste.

Nachdem er in den Punktspielen mehrere Akteure aus den Top 400 der Welt geschlagen hatte, war dieses Ergebnis eine echte Überraschung: Im Achtelfinale der deutschen Meisterschaften besiegte er Yannick Hanfmann 4:6, 7:6, 6:3. Hanfmann steht aktuell auf Platz 112 der Weltrangliste. „Die Sommersaison und die Deutschen Meisterschaften haben mir gezeigt, dass ich an guten Tagen auf allerhöchstem Niveau mithalten kann“, sagt Dornbusch.

Wie genau es für ihn weitergeht und ob er in der laufenden Regionalligasaison noch mal zum Einsatz kommt, ist offen.

Auf dem WM-Podest

Dass er an guten Tagen mit der Weltspitze seiner Disziplin mithalten kann, hat Michael Becker im vergangenen Jahr bewiesen. Der Sportschütze vom SV Etzhorn nahm mit der deutschen Nationalmannschaft an der WM im Armbrustschießen im kroatischen Osijek teil. „Allein die Qualifikation war schon etwas Besonderes“, sagt der 48-Jährige: „Und dann das Umfeld dort, mit dem Team, die Atmosphäre, wie es auf einer WM zugeht – das hat mein sportliches Leben echt bereichert“, berichtet Becker nahezu euphorisch.

Doch es kam noch besser: Sie holten Gold. „Dann auch noch mit dem Team zu gewinnen, war überragend. Da lagen wir uns in den Armen“, berichtet Becker.

Doch es kam noch besser: Er schaffte es anschließend auch noch ins Einzelfinale. Und noch besser: Er gewann dort sogar die Bronzemedaille. „Ich habe mich auf den dritten Platz gerettet“, erzählt der Oldenburger und erinnert sich an den emotionalen Moment bei der Siegerehrung: „Deutschland zu vertreten und dann auf dem Podest zu stehen – da kommen auch einem 48-Jährigen die Tränen.“

Und es kam noch besser: Mit seinem zweiten Verein, der Schützenbruderschaft Rheinbach, gewann er mit dem Kleinkaliber-Gewehr erstmals die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. „Vorher waren wir immer knapp vorbeigeschrammt“, meint Becker, der nach diesem zweiten Jahres-Highlight dachte: „Das nimmt ja gar kein Ende.“

Doch 2017 ist vorbei, und 2018? „Die EM in Estland fällt leider aus“, bedauert Becker, der deshalb schon auf die WM 2019 in Moskau zielt. In diesem Jahr steht mit dem Nordwestdeutschen Verband die „Austria Open“ auf dem Plan – die er 2017 ebenfalls gewann.

Körbe wie Kunstwerke

Rickey Paulding ist in seiner langen Karriere bei den EWE Baskets schon mit jedem erdenklichen Superlativ bedacht worden. Andrea Trinchieri, Trainer-Star von Brose Bamberg, fand dennoch einen Weg, seine Bewunderung für Oldenburgs Basketball-Legende auf noch nie gehörte Weise auszudrücken. „Paulding war wie Picasso. Jeder Korb war ein Meisterwerk“, sagte der wortgewandte Italiener in der vergangenen Saison nach dem Gastspiel seiner Bamberger bei den Baskets.

Es war ein besonders schönes Lob für Paulding – und ein verdientes noch dazu. Was der inzwischen 35-Jährige noch Spiel für Spiel aufs Parkett zaubert, verschlägt dem Zuschauer bisweilen die Sprache. Sportbiologische Gesetzmäßigkeiten scheinen für Paulding nicht zu gelten, der Baskets-Kapitän lässt seine zum Teil erheblich jüngeren Gegenspieler regelmäßig ganz alt aussehen.

In der vergangenen Spielzeit hatten die Donnervögel den Final-Einzug vor allem ihrem Kapitän zu verdanken – in der dramatischen Halbfinalserie gegen Ulm war Paulding der überragende Akteur.

Allen Lobeshymnen zum Trotz ist der Flügelspieler bescheiden geblieben. Ligaweit schätzten die Basketball-Fans den Mann mit dem Zahnpasta-Lachen vor allem deshalb, weil er eben kein Aufhebens um seine Person macht.

Der US-Amerikaner lässt lieber Taten auf dem Parkett sprechen – seit fast elf Jahren tut er das für Oldenburg, das für ihn längst zu mehr als einer zweiten Heimat geworden ist.

Mathias Freese
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2032
Christopher Deeken
Redakteur
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2031

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