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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Lokalsport

Durchbeißen mit der Kraft der Banane

22.10.2018

Oldenburg Als ich am Sonntag in den Tag startete, verriet mir ein Blick auf die Uhr: Es ist 7.30 Uhr. Die Marathonläufer waren nun schon in den Schlosshöfen, um ihre Startunterlagen abholen und sich dann auf den Weg nach Bad Zwischenahn zu machen. Dort würde ab 9 Uhr dann ihre Zeit für die vor ihnen liegenden 42,195 km laufen. Ich dagegen hatte spontan den Startplatz einer Bekannten für den Zehn-Kilometer-Volkslauf übernommen. Nach einem knappen dreiviertel Jahr, das ich gesundheitlich bedingt aussetzen musste, war ich allerdings erst wieder seit neun Wochen im Training – war das genug Vorbereitung?

Als ich um 9 Uhr die Schlosshöfe betrat, vernahm ich direkt das Stimmengewirr, das von innen bis zu den Türen drang. Es herrschte reges Treiben. Dank der guten Beschilderung war die Ausgabe der Startunterlagen für den Lauf dann aber schnell gefunden. Die Helfer gaben sich alle Mühe, neben der Ausgabe der Unterlagen auch bei allen aufkommenden Fragen und Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Die Stimmung rund um die Ausgabe war gut. Viele der Läufer standen in Grüppchen zusammen und unterhielten sich über ihren Plan für den bevorstehenden Lauf.

Zusammen mit zwei Freunden ging es für mich um 9:45 Uhr zum Start. Nun stand ich vor der Frage, vor der ich mich so lange gedrückt hatte: In welcher Zeit will ich die zehn Kilometer laufen? Nach so einer langen Pause machte ich mir keine Hoffnung die Leistung des Vorjahres von rund 56 Minuten zu unterbieten. Zusätzlich hatte ich am Sonnabend auch noch an ein Reitturnier teilgenommen, von dem ich noch einen leichten Muskelkater verspürte. Letztendlich entschied ich mich dafür, eine Stunde anzupeilen.

Noch wird gelächelt

Und schon stand ich im Starterfeld. Um 10 Uhr war es dann soweit und der Startschuss für den Volkslauf fiel. Es dauerte auch nicht lange bis sich unser Bereich in Bewegung setzte und sich langsam aber sicher der Startlinie näherte. Dann war der Moment gekommen, wir überquerten die Startlinie, ab jetzt lief die Zeit.

Von der Gartenstraße ging es zunächst einmal über den Schloßwall in Richtung Stau. Bei der ersten Kilometermarkierung checkten viele Läufer um mich herum, wie auch ich, ihre Uhren. Noch lächelnd liefen wir weiter in Richtung Pferdemarkt. Dort wurden die Läufer durch die rhythmischen Klänge der Trommler angefeuert.

Kurz nach Kilometer zwei auf Höhe der Weser-Ems- Hallen kam der erste Verpflegungspunkt. Die Helfer stillten hier fleißig den Durst der vorbeikommenden Teilnehmer. In der Schleife durch die Siedlung war dann die zweite größere Ansammlung an Zuschauern nach dem Start zu finden. Es wurde geklatscht, gejohlt und gejubelt, um die Läufer anzufeuern.

Zwei kleine Jungen hatten sich zudem noch etwas Besonderes ausgedacht, um die Läufer tatkräftig zu unterstützen: Sie hatten sich zusammen mit ihren Eltern zwei Schilder gebastelt, auf denen der „Powerpilz“ von Mario Kart zu sehen war. Mit dem Hinweis „Tap here to power“ und einem Bild von dem Pilz, konnten die Läufer auf den Pappen abklatschen, um extra Energie zu tanken.

Quälende Nadorster

Im Weiteren ging es wieder vorbei an den Trommlern über den Pferdemarkt, auf dem sich nun bereits deutlich mehr Zuschauer angefunden hatten, und dann über die Nadorster Straße erstmal in Richtung des Norden der Stadt. Noch aus dem letzten Jahr war mir dieser Kilometer sehr gut in Erinnerung geblieben. Durch die Breite der Straße und das lange gerade Stück hatte ich das Gefühl, kaum noch voran zu kommen. Auch in diesem Jahr war das nicht anders. Doch durch das angenehme Wetter hatten sich hier immerhin einige Zuschauer platziert, die einen ordentlich anfeuerten. Und so kam der in der Ferne stehende THW-Wagen, der die nächste Abbiegung signalisierte, immer näher und das Stück war endlich geschafft.

Kurze Zeit später war dann schon Kilometer sechs vollendet – fehlten noch 4000 Meter bis zum Ziel. So langsam merkte ich jedoch, dass mich das Turnier am Vortag mehr beansprucht hatte, als ich gehofft hatte. Bis zum Pferdemarkt biss ich mich durch. Die dort angesiedelte vierte Verpflegungsstelle peilte ich an, um auch mal einen Schluck Wasser zu trinken. Für den Weg nahm ich mir ein Stück Banane mit.

Kurz nach der Markierung für Kilometer acht war es soweit: Der Kopf streikte. Und so nahm ich mir vor, ein kleines Stück stramm zu gehen und durch die Banane neue Energie zu sammeln. Kaum war das Bananenstück gegessen, kam eine andere Läuferin an mir vorbei, die mich anfeuerte und motivierte, wieder weiterzumachen. Ich biss mich also weiter durch.

500 Meter vor dem Ziel lief ich auf ein mir wohlbekanntes T-Shirt zu. Es war eine Freundin, die ebenfalls auf den letzten Metern sehr zu kämpfen hatte. Wir motivierten uns gegenseitig und zogen uns gemeinsam bis zur Zielgeraden. Hier standen viele Zuschauer, die alles gaben, um die Läufer anzufeuern. Gemeinsam kamen wir nach einem kleinen Sprint im Ziel an und waren überglücklich. Wir nahmen unsere Medaillen entgegen und feuerten, mit einem Wasser in der Hand, die anderen Läufer auf der Zielgeraden an. Auch wenn am Ende eine Zeit von knapp mehr als einer Stunde stand und ich damit ungefähr 5 Minuten länger gebraucht habe als im Vorjahr, bin ich doch nach der langen Pause und dem anstrengenden Vortag recht zufrieden. Ein neues Ziel steht auch schon fest: Nächstes Jahr möchte ich auf der Ergebnisliste des Halbmarathons stehen.


 Mehr Bilder finden Sie unter     www.nwzonline.de/fotos-sport 
  Ein Video gibt es unter   www.nwzonline.de/videos 

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